Die französische Abgeordnete Lisette Pollet von der rechtspopulistischen Partei Rassemblement National (RN) hat ihren parlamentarischen Assistenten Vincent Claudin entlassen. Die Entscheidung erfolgte, nachdem Mediapart enthüllt hatte, dass er anonyme Konten auf der Plattform X betrieben hatte, von denen aus er Inhalte veröffentlichte, die als rassistisch, homophob und antisemitisch eingestuft wurden. Claudin war zuvor für seine enge Bekanntschaft mit dem kontroversen rechtsextremen Youtuber Quentin Deranque bekannt. Ein anderer RN-Parlamentarier bezeichnete die aufgedeckten Beiträge als "unverzeihlich", und Pollet selbst betonte, dass sie ihren Werten widersprächen.
Entlassung wegen Social-Media-Inhalten
Der parlamentarische Assistent Vincent Claudin verlor seinen Job, nachdem das Portal Mediapart seine anonymen Konten auf X aufgedeckt hatte, von denen aus er beleidigende Inhalte veröffentlichte. Die Entscheidung zur sofortigen Entlassung gab seine Chefin, die Abgeordnete Lisette Pollet, bekannt.
Charakter der aufgedeckten Beiträge
Die aufgedeckten Inhalte wurden von Medien und RN-Politikern als rassistisch, homophob und antisemitisch beschrieben. Kollegen Claudins aus der Partei bezeichneten sie als „unverzeihlich“ und im Widerspruch zur Linie der Gruppierung stehend.
Verbindung zur extremen Rechten
Vincent Claudin war zuvor in der rechtsextremen Gruppe Lyon Populai aktiv. Sein Name tauchte in den Medien auch im Zusammenhang mit einer Freundschaft zu dem kontroversen rechtsextremen Youtuber Quentin Deranque auf.
Reaktion der Chefin und der Partei
Die Abgeordnete Pollet verurteilte in einer offiziellen Mitteilung das Verhalten ihres Assistenten und erklärte, die Beiträge stünden im Widerspruch zu ihren Werten. Die schnelle Reaktion zielt darauf ab, das Image der Partei vor Vorwürfen der Tolerierung von Extremismus zu schützen.
Die französische Politikerin Lisette Pollet, Abgeordnete der rechtspopulistischen Rassemblement National (RN), hat die sofortige Entlassung ihres parlamentarischen Assistenten Vincent Claudin veranlasst. Unmittelbarer Auslöser waren Enthüllungen des Nachrichtenportals Mediapart, die aufdeckten, dass Claudin anonyme Konten auf der Plattform X betrieben hatte. Von diesen Konten aus veröffentlichte er Inhalte, die als rassistisch, homophob und antisemitisch beschrieben wurden. Die Information über die Entlassung wurde in der Nacht von Dienstag, dem 24., auf Mittwoch, den 25. Februar 2026, über eine von Pollet auf X veröffentlichte Mitteilung öffentlich bekannt gegeben. In ihrer Erklärung erklärte die Abgeordnete aus dem Département Drôme, die Trennung sei „im Anschluss an die Veröffentlichung mehrerer Nachrichten auf seinen persönlichen Social-Media-Kanälen erfolgt, deren Inhalt im Widerspruch zu den Werten, Prinzipien und der Verhaltenslinie steht, die [sie] vertritt“. Sie fügte hinzu, dass sie „diese Äußerungen entschieden verurteilt“, und betonte, dass die Verantwortung dafür ausschließlich bei deren Autor liege. Die Reaktion von Parteikollegen war ebenso entschieden. Ein anderer RN-Parlamentarier, Jean-Philippe Tanguy, bezeichnete in einem Gespräch mit dem Sender RTL die aufgedeckten Beiträge als „unverzeihlich“ und bestätigte, dass sie von Konten veröffentlicht wurden, die die Identität verschleierten. Das Rassemblement National führt unter seiner derzeitigen Führung seit Jahren eine politische „Normalisierung“ durch, die darauf abzielt, das Image der Partei von Vorwürfen des Rassismus und Antisemitismus zu reinigen, die zu Zeiten ihres Gründers Jean-Marie Le Pen auf ihr lasteten. Vorfälle wie der aktuelle stellen eine ernsthafte Herausforderung für diese Strategie dar.Die Person Vincent Claudins taucht in diesem Zusammenhang nicht zum ersten Mal auf. Zuvor hatten Medien ihn als Mitglied der rechtsextremen Gruppe Lyon Populai identifiziert. Darüber hinaus war Claudin öffentlich mit Quentin Deranque in Verbindung gebracht worden, einem kontroversen Youtuber und Online-Inhalte-Schöpfer mit rechtsextremen Ansichten, und präsentierte sich als einer seiner „besten Freunde“. Diese Verbindung erschwert die Angelegenheit für die RN zusätzlich, eine Partei, die versucht, sich von radikaleren Elementen zu distanzieren. Die schnelle Entscheidung von Pollet, Claudin zu entlassen, wird als präventive Maßnahme angesehen, die darauf abzielt, Imageschäden zu begrenzen. Die Gruppierung versucht, Situationen zu vermeiden, in denen ihre Mitglieder oder Mitarbeiter des Extremismus beschuldigt werden. Vincent Claudin selbst hat sich öffentlich weder zu den Vorwürfen noch zu seiner Entlassung geäußert. Der Fall legt die anhaltende Spannung in der französischen Politik zwischen dem rechten Mainstream und radikaleren Kreisen offen, mit denen sie historisch verbunden ist. Es ist auch ein Test für die internen Kontrollmechanismen und die Wachsamkeit politischer Parteien gegenüber ihren eigenen Aktivisten und Mitarbeitern.„Cette séparation fait suite à la publication, sur ses réseaux sociaux personnels, de plusieurs messages dont le contenu est en contradiction avec les valeurs, les principes et la ligne de conduite que je défends.” (Diese Trennung erfolgt im Anschluss an die Veröffentlichung mehrerer Nachrichten auf seinen persönlichen Social-Media-Kanälen, deren Inhalt im Widerspruch zu den Werten, Prinzipien und der Verhaltenslinie steht, die ich vertrete.) — Lisette Pollet
Mentioned People
- Lisette Pollet — Abgeordnete in der französischen Nationalversammlung für das Rassemblement National (RN), aus dem Département Drôme.
- Vincent Claudin — Ehemaliger parlamentarischer Assistent der Abgeordneten Lisette Pollet, entlassen wegen der Veröffentlichung kontroverser Inhalte in sozialen Medien.
- Jean-Philippe Tanguy — Abgeordneter des Rassemblement National (RN), der den Fall Claudin kommentierte und dessen Beiträge als „unverzeihlich“ bezeichnete.
- Quentin Deranque — Kontroverser Youtuber und Online-Inhalte-Schöpfer, der mit der französischen extremen Rechten in Verbindung gebracht wird, Freund von Vincent Claudin.