Die spanische politische Szene links von den Sozialisten durchläuft vor den Wahlen 2027 einen tiefgreifenden Umbau. Gabriel Rufián von der ERC schlug die Bildung einer gemeinsamen Front progressiver und regionaler Gruppierungen vor, was laut Umfragen eine Regierung der Rechten verhindern könnte. Gleichzeitig präsentierten die Formationen Sumar, IU, Más Madrid und Comuns ihr eigenes Bündnisprojekt und üben Druck auf Podemos aus, sich der vereinten Liste anzuschließen.
Initiative von Gabriel Rufián
Der ERC-Sprecher schlägt eine gemeinsame Front der Linken und Souveränisten vor, was laut Umfragen die Mehrheit des Blocks PP und Vox gefährden könnte.
Neues Bündnis 'Un paso al frente'
Die Formationen Sumar, IU, Más Madrid und Comuns haben offiziell ihre Zusammenarbeit angekündigt und üben Druck auf Podemos aus.
Vorwahlen in Barcelona
Gerardo Pisarello wird Kandidat von BComú für das Bürgermeisteramt und fördert eine lokale Variante einer breiten Vereinbarung der Linken.
Interne Spannungen in der ERC
Oriol Junqueras kritisiert Rufián scharf für eigenmächtiges Handeln und Vereinheitlichungsvorschläge.
Die letzten Tage brachten dynamische Veränderungen in der spanischen Politik mit sich, die sich auf Versuche konzentrierten, die zersplitterte Linke zu vereinen. Der Sprecher der katalanischen Partei ERC, Gabriel Rufián, stellte das Konzept einer gemeinsamen Front vor, die sowohl landesweite linke Parteien als auch souveränistische Kräfte aus dem Baskenland, Galicien oder Andalusien umfassen sollte. Diese Initiative stieß innerhalb der ERC selbst auf gemischte Reaktionen, wo Oriol Junqueras die Haltung Rufiáns kritisierte und sie als schädlich für die Organisation ansah. Dennoch zeigen die neuesten Umfragen, dass eine solche konsolidierte Koalition der erwarteten parlamentarischen Mehrheit des Blocks aus PP und Vox effektiv gefährlich werden könnte. Parallel dazu haben vier Parteien: Movimiento Sumar, Izquierda Unida (IU), Más Madrid und Comuns, in Madrid die Begrüßung einer neuen Wahlplattform unter dem Motto „Un paso al frente” („Ein Schritt nach vorn“) finalisiert. Antonio Maíllo, Koordinator der IU, warnte die Gruppierung Podemos, dass ein Verbleib außerhalb des neuen Bündnisses zu ihrer dauerhaften politischen Marginalisierung führen könnte. Unterdessen bleibt Yolanda Díaz, die derzeitige Vizepremierministerin, eine zentrale Figur, auch wenn ihre Rolle in der künftigen Führung des Bündnisses noch nicht endgültig geklärt ist. Die neue Koalition plant in den kommenden Monaten eine Reihe von Treffen in Andalusien und Katalonien, um das demotivierte progressive Wählerschaft zu mobilisieren. Die spanische Linke durchläuft seit 2015 zyklische Prozesse des Zerfalls und der Konsolidierung, beginnend mit dem Erfolg von Podemos, über die Entstehung von Sumar bis hin zur derzeitigen Sackgasse nach den Wahlen 2023. In Barcelona war Gerardo Pisarello erfolgreich, der die Vorwahlen bei BComú gewann und Bob Popa besiegte. Pisarello kündigte sofortige Gespräche mit PSC, ERC und CUP an, um auf lokaler Ebene eine „breite Front” aufzubauen. Diese Situation zeigt, dass der Trend zum Aufbau von Bündnissen zwischen der traditionellen Linken und regionalistischen Bewegungen zum Hauptstrom der spanischen politischen Debatte wird, mit dem Ziel, der Stärkung konservativer Kräfte entgegenzuwirken.Gerardo Pisarello: 68, Bob Pop: 27, Andere/Enthaltungen: 52027 — Jahr der geplanten Parlamentswahlen in Spanien„Será un error si no nos entendemos ahora que la derecha llama a la puerta.” (Es wäre ein Fehler, wenn wir uns jetzt nicht verständigen, wo die Rechte an die Tür klopft.) — Gabriel Rufián
Mentioned People
- Gabriel Rufián — Sprecher der ERC im Kongress, Initiator des Vorschlags für eine breite Linksfront.
- Yolanda Díaz — Vizepremierministerin Spaniens, Schlüsselfigur der regierenden linken Koalition.
- Gerardo Pisarello — Abgeordneter und Bürgermeisterkandidat von Barcelona für BComú.
- Antonio Maíllo — Bundeskoordinator der Izquierda Unida.