Der parlamentarische Untersuchungsausschuss, der den Diebstahl von Kronjuwelen im Pariser Louvre untersucht, hat einen vernichtenden Bericht veröffentlicht. Experten werfen der Museumsleitung ein "systematisches Versagen" und mangelnde Aufsicht über Sicherheitsverfahren vor. Angesichts wachsender Kritik bot Direktorin Laurence des Cars ihren Rücktritt an, den Kulturministerin Rachida Dati jedoch ablehnte. Der Ausschuss formulierte 24 Empfehlungen zur Behebung des dysfunktionalen Sicherheitssystems des berühmtesten Museums der Welt.
Systematisches Versagen der Leitung
Der Untersuchungsausschuss wirft der Leitung des Louvre vor, die Kontrolle über die Sicherheit verloren und eine von der staatlichen Aufsicht isolierte Struktur geschaffen zu haben.
Korruption und Fehler des Personals
Neun Personen wurden festgenommen, die in das Vorgehen des illegalen Einschleusens von Touristen und die Annahme von Vermögensvorteilen durch Wachleute verwickelt waren.
Neue Sicherheitsanforderungen
Der Bericht schlägt 24 Änderungen vor, darunter Zutritt für bewaffnete Beamte sowie intensive Schulungen für Sicherheitskräfte.
Die Arbeit des parlamentarischen Untersuchungsausschusses wirft ein neues Licht auf den skandalösen Diebstahl, der Frankreich im Oktober 2025 erschütterte. Der Ausschussvorsitzende, Abgeordneter Alexandre Portier, sparte nicht mit bitteren Worten gegenüber der Leitung des Louvre und bezeichnete die Institution als "Staat im Staat". Nach Ermittlungsergebnissen war der Diebstahl von acht Kronjuwelen kein unglücklicher Zufall, sondern direkte Folge einer Kette von Versäumnissen und eines fehlerhaften Managementmodells, das der Kontrolle des Kulturministeriums entglitten war. Eine Sicherheitsüberprüfung deckte eklatante Lücken im täglichen Betrieb des Museums auf. In letzter Zeit kam es nicht nur zum spektakulären Einbruch, sondern auch zur Beschädigung eines Freskos aus dem 19. Jahrhundert durch ein Leck in einer Heizungsleitung nahe des Saals mit der Mona Lisa. Darüber hinaus zeigte die Untersuchung Korruption beim Personal: Neun Verdächtige, darunter Führer, sollen regelmäßig Gruppen mit mehrfach genutzten Tickets eingeschleust und Bestechungsgelder an Wachleute gezahlt haben. Als Reaktion auf diese Enthüllungen legte der Ausschuss 24 Empfehlungen vor, darunter den Vorschlag für freien Eintritt für bewaffnete Polizisten und Gendarmen, um das tatsächliche Sicherheitsniveau in den Galerien zu erhöhen. Der Louvre, ehemaliger Sitz der französischen Könige, beherbergt Sammlungen von unschätzbarem Wert, darunter französische Kronjuwelen, deren Geschichte bis in die Zeit der Kapetinger-Dynastie zurückreicht und durch Diebstähle sowie Konfiszierungen in Revolutionszeiten mehrfach unterbrochen wurde. „Der Diebstahl im Louvre war kein Unfall, er legt das systemische Versagen der Leitung und das Fehlen wirksamer Kontrolle über eine Schlüsselinstitution des Staates offen.” — Alexandre PortierKulturministerin Rachida Dati plant, in der kommenden Woche vor der Nationalversammlung Erklärungen abzugeben. Obwohl Direktorin Laurence des Cars im Amt bleibt, weisen Experten darauf hin, dass die Wiederherstellung einer echten Aufsicht des Ministeriums über das größte Museum der Welt notwendig ist, um weitere Zerstörung des nationalen Erbes und Beeinträchtigung der Staatswürde zu verhindern. Umfang der Unregelmäßigkeiten und Folgen der Vorfälle: Gestohlene Juwelen: 8, Festgenommene Verdächtige: 9, Empfehlungen des Ausschusses: 24Liberale Medien betonen die Notwendigkeit, die Autonomie von Kulturinstitutionen zu wahren und warnen vor einer übermäßigen Politisierung der Louvre-Leitung durch die Regierung. | Konservative Presse legt Wert auf die Wiederherstellung der Ordnung, strenge Strafen für korrupte Beamte und die Stärkung der nationalen Sicherheit.
Mentioned People
- Alexandre Portier — Abgeordneter der Partei Les Républicains, Vorsitzender des parlamentarischen Untersuchungsausschusses zur Sicherheit von Museen.
- Laurence des Cars — Kunsthistorikerin, Direktorin des Louvre seit 2021, die nach dem Bericht des Ausschusses ihren Rücktritt anbot.
- Rachida Dati — Kulturministerin Frankreichs, die den Rücktritt der Louvre-Direktorin ablehnte.