Die französische Regierung führt Erhöhungen der sogenannten Forfaits ein, also der Gebühren, die von Patienten bei Krankenhausaufenthalten oder Besuchen in der Notaufnahme erhoben werden, um Hunderte Millionen Euro für das System der Sozialversicherungen einzusparen. Die neuen Sätze gelten bereits ab dem 1. März. Die höheren Kosten werden auf private Zusatzversicherungen oder die Patienten selbst abgewälzt. Verschiedenen Schätzungen zufolge werden die Einsparungen für den Staatshaushalt zwischen 400 und 450 Millionen Euro pro Jahr betragen.
Gebührenerhöhung ab 1. März
Die Regierung hat beschlossen, die von Patienten für Krankenhausaufenthalte und Besuche in Notaufnahmen erhobenen Gebühren zu erhöhen, mit Gültigkeit ab dem 1. März 2026.
Einsparungen für das Versicherungssystem
Ziel der Reform ist es, jährlich zwischen 400 und 450 Millionen Euro für das französische System der Sozialversicherungen (Sécurité sociale) einzusparen.
Kosten werden auf Patienten abgewälzt
Die Erhöhung wird die Patienten direkt treffen, die mehr bezahlen müssen, es sei denn, sie besitzen eine private Zusatzversicherung, die den Anstieg deckt.
Konsultationsverfahren
Die Regulierungsdokumente wurden an den Nationalrat der Krankenversicherungskasse (Cnam) zur Einholung einer Stellungnahme überwiesen, die rein beratenden Charakter hat.
Die französische Regierung hat eine Reform vorbereitet, die ab dem 1. März 2026 die von Patienten für Krankenhausaufenthalte und Besuche in Notaufnahmen (SOR) zu tragenden Gebühren erhöht. Diese Entscheidung, die auf Verordnungs- und Dekretentwürfen basiert, zielt darauf ab, die Einnahmen des staatlichen Systems der Sozialversicherungen (Sécurité sociale) zu steigern. Verschiedenen Presseberichten zufolge werden die jährlichen Einsparungen für den Haushalt auf 400 bis 450 Millionen Euro geschätzt. In der Praxis betrifft die Erhöhung die sogenannten Forfaits, also feste Gebühren, die Patienten in bestimmten Situationen berechnet werden. Bei Krankenhausaufenthalten steigt die Gebühr für den täglichen Aufenthalt, und bei Notaufnahmen – die Gebühr für die Aufnahme. Gemäß den geltenden Regeln werden diese Gebühren standardmäßig von der staatlichen Krankenkasse erstattet, aber ihre Erhöhung bedeutet eine größere Belastung für die Patienten. Diejenigen, die eine private Zusatzversicherung (complémentaire santé) besitzen, können auf eine Kostenerstattung aus dieser Police hoffen. Personen ohne eine solche Versicherung müssen den Anstieg aus eigener Tasche bezahlen. Die Regierungsdirektion für Sozialversicherungen hat fünf Durchführungsakte – vier Verordnungsentwürfe (arrêtés) und einen Dekretentwurf (décret) – an den Nationalrat der Krankenversicherungskasse (Conseil de la Caisse nationale d’assurance maladie, Cnam) zur Durchführung einer obligatorischen, jedoch ausschließlich beratenden Konsultation überwiesen. Das französische Gesundheitssystem, das auf dem Bismarck-Modell basiert, kämpft seit Jahrzehnten mit finanziellen Problemen. Seit den 1990er Jahren führen aufeinanderfolgende Regierungen verschiedene Arten von Zuzahlungen (ticket modérateur) und Forfaits ein, um Missbrauch zu begrenzen und das System mitzufinanzieren. Im Jahr 2000 wurde die allgemeine Krankenversicherung (CMU) eingeführt und später ihre ergänzende Version (CMU-C), um die Ärmsten zu schützen.Die Dokumentenentwürfe wurden ursprünglich vom Fachinformationsdienst Contexte aufgedeckt und anschließend von der Agentur AFP und anderen Medien bestätigt. Die Details der neuen Gebührensätze sind noch nicht öffentlich bekannt, aber allein die Ankündigung hat Reaktionen hervorgerufen. Kritiker werfen der Regierung vor, dass sie die Kosten tatsächlich auf die Bürger und private Versicherer abwälzt, anstatt die Ausgaben des öffentlichen Gesundheitsdienstes effektiv zu reformieren. Befürworter argumentieren, dass dies ein notwendiger Schritt sei, um die finanzielle Stabilität des Systems zu erhalten, das nach der COVID-19-Pandemie unter großem Druck steht. Das Ministerium für Gesundheit und Sozialversicherungen betonte in einer offiziellen Mitteilung, dass das Ziel darin bestehe, „die langfristige finanzielle Tragfähigkeit der Sécurité sociale zu gewährleisten”. „« Les mesures envisagées visent à assurer la soutenabilité financière de la Sécurité sociale à long terme, tout en préservant l’accès aux soins. »” (« Die geplanten Maßnahmen zielen darauf ab, die langfristige finanzielle Tragfähigkeit der Sécurité sociale zu gewährleisten, während gleichzeitig der Zugang zur Gesundheitsversorgung erhalten bleibt. ») — Ministerium für Gesundheit und Sozialversicherungen