Die Abschlussgala des 76. Internationalen Filmfestivals Berlin wurde von einem eskalierenden politischen Konflikt um die Situation im Gazastreifen dominiert. Abdallah Alkhatib, Preisträger für das beste Debüt, löste einen Skandal aus, indem er die deutsche Regierung der Mittäterschaft am Völkermord bezichtigte. Der Vorfall führte zum demonstrativen Verlassen des Saals durch den Bundesminister Carsten Schneider. Die diesjährige Festivalausgabe endet trotz künstlerischer Erfolge in einer Atmosphäre tiefer Polarisierung und scharfer Kritik an den Organisatoren.

Vorwürfe gegen die Regierung

Regisseur Abdallah Alkhatib bezichtigte die deutschen Behörden in seiner Dankesrede der Mittäterschaft am Völkermord im Gazastreifen.

Protest von Minister Schneider

Carsten Schneider (SPD) verließ die Zeremonie demonstrativ als Reaktion auf die Äußerungen des Regisseurs zu Israel und Deutschland.

Goldener Bär für Çatak

Den Hauptpreis des Festivals gewann der Film „Yellow Letters”, der das Thema Widerstand gegen Zensur und Autoritarismus behandelt.

Reaktion der Festivalleitung

Tricia Tuttle wies die Vorwürfe der Filmemacher zurück und bezeichnete einige der von der Bühne gemachten Aussagen als Desinformation.

Die Samstagszeremonie der 76. Berlinale-Ausgabe wurde statt eines Filmfests zur Bühne eines heftigen ideologischen Streits. Im Zentrum der Kontroverse stand der Auftritt des syrisch-palästinensischen Regisseurs Abdallah Alkhatib. Bei der Entgegennahme des renommierten Preises für das beste Regiedebüt für den Film „Chronicles From the Siege” erschien der Schöpfer auf der Bühne in einer traditionellen Kufiya und hielt eine palästinensische Flagge. In seiner Rede bezichtigte er die Bundesregierung Deutschland direkt, Partner im „Völkermord in Gaza” zu sein. Auf diese Worte reagierte der im Publikum anwesende Minister Carsten Schneider, der den Saal im Zeichen des Protests verließ. Obwohl der Politiker später betonte, privat an der Veranstaltung teilgenommen zu haben, wurde sein Gehen als offizielles Signal der Missbilligung gegenüber der Politisierung des Festivals gewertet. Seit 1951 positioniert sich die Berlinale als das politisch engagierteste Festival der sogenannten „Großen Drei” (neben Cannes und Venedig). Historisch diente das Ereignis oft als Plattform für Dissidenten, und die Jurys wählten nicht selten aktuelle geopolitische Unruhen wider, was jedoch selten zu so eklatanten Konflikten mit der deutschen Regierung führte. „The German federal government is a partner in the genocide being committed by Israel in Gaza.” (Die deutsche Bundesregierung ist Partner im Völkermord, der von Israel in Gaza begangen wird.) — Abdallah Alkhatib Die Ereignisse auf der Bühne lösten eine Welle der Empörung unter Kommentatoren aus, die auf die Einseitigkeit der Botschaft und das völlige Fehlen jeglichen Bezugs auf die Terroranschläge der Hamas vom 7. Oktober 2023 hinwiesen. Die künstlerische Direktorin des Festivals, Tricia Tuttle, geriet unter starken Druck, als sie zwischen künstlerischer Freiheit und Vorwürfen, antiisraelische Rhetorik zuzulassen, zu balancieren versuchte. Obwohl Tuttle zugab, dass das Festival auf einem „aufgewühlten Meer” segle, verteidigte sie in offiziellen Mitteilungen die Meinungsfreiheit der Künstler und betonte gleichzeitig, dass sich das Festival nicht mit deren privaten politischen Ansichten identifiziere. Im Schatten des Skandals erhielt İlker Çatak den Goldenen Bären für sein Werk „Yellow Letters”, das von Zensur in einem autoritären System erzählt. 50 000 — Euro erhielt Alkhatib zusammen mit dem Debütpreis Die Situation vertiefte die Imagekrise der Berlinale, die zuvor bereits für unbeholfene Versuche kritisiert worden war, politische Debatten während der Vorführungen zu vermeiden. Kritiker bemerken, dass die Abschlussgala die Ohnmacht der Organisatoren gegenüber der Nutzung des prestigeträchtigen Forums für radikale Manifestationen offenbarte, was künftig die öffentliche Finanzierung des Festivals beeinflussen könnte.

Perspektywy mediów: Propalisästinensische Völkermordvorwürfe sind eine Form des künstlerischen Widerstands gegen Unterdrückung und das Schweigen der Berlinale. Die Auftritte der Preisträger sind Ausdruck einseitigen Hasses und Antisemitismus, der die Tradition deutscher Kultur beschmutzt.

Mentioned People

  • Abdallah Alkhatib — Syrisch-palästinensischer Regisseur, Preisträger für das beste Debüt auf der 76. Berlinale.
  • Carsten Schneider — Deutscher SPD-Politiker, Beauftragter der Bundesregierung für Ostdeutschland.
  • İlker Çatak — Deutscher Regisseur türkischer Herkunft, Gewinner des Goldenen Bären.
  • Tricia Tuttle — Künstlerische Direktorin des Internationalen Filmfestivals Berlin.