Die italienische Wettbewerbsbehörde hat grünes Licht für den Markteintritt des französischen Bahnbetreibers SNCF auf nationale Hochgeschwindigkeitsstrecken gegeben. Ab 2027 werden französische TGV M-Züge mit der staatlichen Trenitalia und dem privaten Anbieter Italo konkurrieren. Diese Entscheidung beendet das Duopol auf den profitabelsten Strecken, die Turin mit Rom, Neapel und Venedig verbinden, und soll für Fahrgäste niedrigere Ticketpreise und einen höheren Reisekomfort bringen.

Dritter Akteur auf der Schiene

Die französische SNCF hat die Genehmigung für den Eintritt in den italienischen Hochgeschwindigkeitsbahnmarkt erhalten und beendet damit das bisherige Duopol von Trenitalia und Italo.

18 Verbindungen täglich

Der französische Betreiber plant die Einrichtung von achtzehn täglichen Verbindungen auf wichtigen Strecken zwischen Turin, Rom, Neapel und Venedig.

Debüt im Jahr 2027

Der offizielle Betriebsbeginn ist für 2027 nach Abschluss der Zertifizierungsprozesse für die modernen TGV M-Fahrzeuge geplant.

Der italienische Bahnmarkt steht nach einer Entscheidung der nationalen Wettbewerbsbehörde, die Verpflichtungen des Infrastrukturbetreibers RFI akzeptiert hat, vor einem historischen Wandel. Dies ermöglicht dem französischen Giganten SNCF den Einstieg auf Hochgeschwindigkeitsstrecken. Der französische Betreiber bereitet sich auf sein Debüt auf der Apenninhalbinsel vor und stellt damit die bisherigen Marktführer, die staatliche Trenitalia und den privaten Anbieter Italo, direkt in Frage. Die für 2027 geplante Expansion wird wichtige Verkehrskorridore des Landes umfassen, was Italien zu einem weltweit einzigartigen Labor für den Wettbewerb zwischen drei mächtigen Akteuren macht. Gemäß dem genehmigten Plan beabsichtigt der französische Betreiber, 18 tägliche Verbindungen einzurichten. Strategische Strecken werden Turin mit Rom und Neapel sowie Turin mit Venedig verbinden. Für diese Verbindungen wird die SNCF Züge der neuen Generation TGV M einsetzen. Die Entscheidung der Regulierungsbehörde ist das Ergebnis langwieriger Verhandlungen über den gleichberechtigten Zugang zur Infrastruktur und den Kampf gegen die Dominanz der bisherigen Akteure. Die italienische Behörde ist der Ansicht, dass mehr Wettbewerb die Betreiber zu weiteren Investitionen in die Servicequalität zwingen und zu sinkenden Ticketpreisen für Reisende führen wird. Italien war 2012 das erste Land in Europa, das echten Wettbewerb auf Hochgeschwindigkeitsstrecken einführte, indem es den privaten Betreiber Italo zur Konkurrenz mit dem staatlichen Betreiber zuließ. Der Markteintritt der SNCF in Italien ist Teil einer breiteren internationalen Expansionsstrategie nach Erfolgen in Spanien unter der Marke Ouigo. Experten weisen darauf hin, dass das italienische Alta Velocità-Netz einer der vielversprechendsten Märkte Europas ist. Obwohl der reguläre Betrieb 2027 beginnen soll, werden die Zertifizierung des Fahrzeugparks und die Schulung des Personals deutlich früher starten. Die italienische Verkehrsregulierungsbehörde ART wird die Einführung des neuen Akteurs überwachen, um die Sicherheit und den reibungslosen Betrieb auf den bereits stark belasteten Strecken zu gewährleisten. „La SNCF prévoit de se lancer sur les lignes à grande vitesse Turin-Rome et Turin-Venise à partir de 2027” (Die SNCF plant, ab 2027 auf den Hochgeschwindigkeitsstrecken Turin-Rom und Turin-Venedig zu starten.) — SNCF Analysten betonen, dass das Auftreten eines dritten Betreibers ein Signal für ganz Europa über die fortschreitende Liberalisierung des Schienenverkehrs ist. Für Fahrgäste bedeutet dies nicht nur eine größere Auswahl an Abfahrtszeiten, sondern auch einen Kampf um Kunden durch technologische Innovationen und Treueprogramme. Italien, als Pionier des Wettbewerbs auf der Schiene, setzt erneut Maßstäbe, die zum Vorbild für andere Mitgliedstaaten der Europäischen Union werden könnten, die eine Dekarbonisierung des Verkehrs durch die Förderung der Bahn auf Kosten des Kurzstreckenluftverkehrs anstreben.

Perspektywy mediów: Liberale und proeuropäische Medien betonen die Vorteile für Fahrgäste und den Erfolg der EU-Politik zur Öffnung der Bahnmärkte. Konservative Medien könnten Bedenken über die Position des nationalen Betreibers Trenitalia angesichts der Expansion eines ausländischen Giganten äußern.