Die US-Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP) hat die Einziehung von Zöllen ausgesetzt, die vom Obersten Gerichtshof für illegal erklärt wurden, was zu tiefgreifender Verwirrung auf den Weltmärkten führte. Präsident Donald Trump kündigte Vergeltungszölle für Länder an, die die gerichtliche Blockade ausnutzen. Die Europäische Union beobachtet die Entwicklung der Lage mit Besorgnis und fordert Washington angesichts des Inkrafttretens eines neuen, 15-prozentigen Zollsatzes für Produkte aus Europa zu Klarheit auf.
Gerichtliche Blockade von Zöllen
Der Oberste Gerichtshof der USA erklärte einen Teil der Zölle für illegal, was die Zollbehörden zwang, deren Einziehung ab dem 24. Februar auszusetzen.
Neue Zölle für die EU
Trotz des rechtlichen Chaos tritt ein neuer Satz von 15 % für Produkte aus der Europäischen Union in Kraft, der unter anderem den Weinsektor trifft.
Drohungen von Präsident Trump
Das Weiße Haus kündigt an, die Sätze für Länder zu erhöhen, die versuchen werden, ein für sie günstiges Gerichtsurteil durchzusetzen.
Reaktion der Finanzmärkte
Die Indizes an der Wall Street sowie der Bitcoin-Preis fielen als Reaktion auf die Unsicherheit bezüglich der künftigen Transaktionskosten im Handel.
Die Entscheidung der US-Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP), ab dem 24. Februar die Einziehung der vom Obersten Gerichtshof angefochtenen Zölle auszusetzen, hat den Welthandel in einen Zustand hoher Unsicherheit versetzt. Obwohl das Gerichtsurteil theoretisch Exporteuren aus China oder Brasilien Erleichterung bringt, reagierte die Administration von Donald Trump fast sofort mit der Ankündigung, die rechtlichen Grundlagen zu ändern, um die bisherigen Belastungen aufrechtzuerhalten. Der US-Präsident drohte, dass Länder, die mit der Ausnutzung von Gerichtsurteilen "Spielchen treiben", mit noch höheren Abgaben belegt werden. Diese Situation fällt mit dem formalen Inkrafttreten eines neuen, allgemeinen Zollsatzes von 15 % für Waren aus der Europäischen Union zusammen. Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten fungiert seit Jahren als Schiedsrichter in Streitigkeiten über den Umfang der Exekutivgewalt. Historisch gesehen verfügen US-Präsidenten seit dem Handelsausweitungsgesetz (Trade Expansion Act) von 1962 über weitreichende Befugnisse zur Erhebung von Zöllen aus Gründen der nationalen Sicherheit, was jedoch zunehmend Gegenstand erbitterter Rechtsstreitigkeiten wird. Europäische Führungskräfte und Unternehmer, darunter Vertreter des italienischen Lebensmittelsektors, warnen vor zunehmender Instabilität. Die Aussetzung der Ratifizierung des Handelsabkommens zwischen der EU und den USA sowie die Unklarheit über die Verfahren zur Rückerstattung überzahlter Zölle beeinträchtigen die finanzielle Liquidität der Exporteure. An den Börsen in Europa und den USA wurden Rückgänge verzeichnet, und der Kryptowährungsmarkt reagierte mit einer Schwächung des Bitcoin-Kurses. Italien, ein wichtiger Exporteur von Luxus- und Agrarprodukten, betont die Notwendigkeit eines konstruktiven Dialogs mit Washington, trotz des wachsenden Drucks von der nationalen Opposition, die eine härtere Haltung gegenüber der Politik des Weißen Hauses fordert. „Those countries that try to outsmart us using the Supreme Court will pay much more. We will not let our own laws be used against us.” — Donald Trump
Mentioned People
- Donald Trump — US-Präsident, der eine protektionistische Politik aufrechterhalten will
- Maros Sefcovic — Vizepräsident der Europäischen Kommission für interinstitutionelle Beziehungen