Die Bewohner Westfrankreichs haben mit der Beseitigung der Folgen katastrophaler Überschwemmungen begonnen, als der Wasserstand der Flüsse langsam zu sinken begann. Trotz einer verbesserten Lage bleiben die Départements Loire-Atlantique, Charente-Maritime und Maine-et-Loire bis Dienstag unter einer roten Wetterwarnung. Die Rückkehr der Kinder in die Schulen nach den Ferien erfolgt unter außergewöhnlichen Bedingungen, oft mit Unterstützung von Militärfahrzeugen und Gendarmerie auf überfluteten Straßenabschnitten.

Langsamer Rückgang des Wasserstands

Der Prozess der décrue hat in den meisten Einzugsgebieten begonnen, aber der hohe Grundwasserspiegel verlangsamt den Abfluss.

Rote Warnungen aufrechterhalten

Drei Départements in Westfrankreich bleiben mindestens bis Dienstag im Zustand höchster Gefährdung.

Militär bringt Kinder zur Schule

In von der Außenwelt abgeschnittenen Regionen wurden Militärlastwagen eingesetzt, um den Beginn des Schulhalbjahres zu ermöglichen.

Rekorde von 1995 übertroffen

In vielen Ortschaften erreichten die Pegelstände von Loire und Sarthe historische Höchstwerte und überfluteten Hunderte von Häusern.

Die Bewohner des Sarthe-Tals und der unteren Loire haben mit ersten Aufräumarbeiten begonnen und nutzen das allmähliche Absinken des Wasserspiegels. In Cheffes-sur-Sarthe, wo sich Wasser bis zu einer Höhe von 1,40 Metern in die Häuser ergossen hat, ist das Ausmaß der Zerstörungen enorm. Der Wetterdienst Météo-France betont, dass der Prozess der décrue aufgrund der völligen Durchnässung der Böden besonders langsam sein wird. Im Département Maine-et-Loire haben viele Familien ihre Lebensgrundlage verloren, was die psychische Erschöpfung der Gemeinschaft verstärkt, die in den letzten Jahren regelmäßig von Überschwemmungen betroffen war. Die historischen Überschwemmungen in Frankreich von 1995 blieben drei Jahrzehnte lang der Referenzpunkt für Sicherheitssysteme, doch die aktuellen Hochwasser im Loire-Becken haben an vielen Stellen diese Pegelstände übertroffen und eine Überarbeitung der Krisenmanagementpläne erzwungen.Trotz logistischer Schwierigkeiten haben die Behörden entschieden, den Schulbetrieb nach der Winterpause nahezu normal wieder aufzunehmen. In den am stärksten überfluteten Gemeinden von Charente-Maritime nutzten die Nationalgarde und die Gendarmerie Militärlastwagen für den Schülertransport. Lokale Amtsträger wie der Bürgermeister von Saintes, Bruno Drapron, warnen vor dem kritischen Zustand der Infrastruktur und der Erschöpfung der Einwohner. „C'est un enfer” (Das ist die Hölle) — Bürgermeister der Stadt Saintes, der die schwierige Situation der Bewohner während der Hochwasserwelle beschreibt. Die Situation wird verschärft durch Berichte über Diebstahlsversuche in Häusern, die während der Evakuierung verlassen wurden, was die Polizei gezwungen hat, rund um die Uhr Patrouillen mit Booten durchzuführen. Der Überwachungsdienst Vigicrues weist darauf hin, dass die Rückkehr zur vollständigen Stabilität Wochen dauern wird, obwohl der Höhepunkt der Hochwasserwelle in der Loire-Atlantique überschritten ist. Optimismus wird durch Prognosen zur Stabilität der Hochwasserschutzdämme gedämpft, die nach lang anhaltendem Wasserdruck geschwächt sein könnten. „On voit la petite lumière au loin” (Wir sehen das kleine Licht in der Ferne) — Wetterdienst Météo-France Es mehren sich Stimmen von Experten und Bewohnern, die dauerhafte Umsiedlungen aus den am tiefsten gelegenen Gebieten für notwendig halten, was der Beginn einer großen Anpassungskampagne an den Klimawandel in der Region Pays de la Loire werden könnte.

Mentioned People

  • Bruno Drapron — Bürgermeister der Stadt Saintes, der die schwierige Situation der Bewohner während der Hochwasserwelle beschreibt.