Die neueste Ausgabe der Studie Berlin-Monitor, vorgestellt von der Berliner Senatorin Cansel Kiziltepe, offenbart besorgniserregende Tendenzen in der deutschen Hauptstadt. Die Unterstützung für die Demokratie hat den niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2019 erreicht. Gleichzeitig halten sich deutliche homophobe, xenophobe und transphobe Einstellungen unter einem Teil der Einwohner. Die vom Zentrum für Extremismus- und Demokratieforschung der Universität Leipzig durchgeführte Studie liefert ein umfassendes Bild der politischen Stimmungen in Berlin.
Rekordniedrige Akzeptanz der Demokratie
Die Unterstützung für die Demokratie als beste Staatsform ist auf den niedrigsten Stand seit 2019 gesunken, obwohl sie immer noch von 86% der Befragten befürwortet wird.
Homophobie und Transphobie in der Gesellschaft
20% der Berliner halten Küsse von Personen des gleichen Geschlechts an öffentlichen Orten für ekelerregend, und 19% sehen Transgeschlechtlichkeit als Bedrohung für die soziale Ordnung.
Offenheit für autoritäre Systeme
Ein Teil der Einwohner zeigt erhebliche Unterstützung für die Idee eines starken Führers oder einer Einheitspartei, was Forscher als beunruhigend einstufen.
Rassistische und nationalistische Vorurteile
Die Studie dokumentiert die anhaltende Präsenz rassistischer und nationalistischer Einstellungen in der heterogenen Gesellschaft Berlins.
Der Berliner Senat für Integration, Arbeit und Soziales hat die Ergebnisse der neuesten Ausgabe des Berlin-Monitors für das Jahr 2025 vorgestellt. Die von Senatorin Cansel Kiziltepe (SPD) koordinierte Studie offenbart eine Reihe besorgniserregender Trends. Während 86% der Berliner Bevölkerung die Demokratie weiterhin als die bestmögliche Staatsform für Deutschland ansehen, ist dies der niedrigste je gemessene Wert seit Beginn der Erhebungen. Damit hat die Unterstützung für das demokratische System einen Rekordtiefstand erreicht. Die Erforschung von Demokratie und gesellschaftlichen Einstellungen in Deutschland hat eine lange Tradition, die bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg zurückreicht, als man begann, systematisch die Anfälligkeit der Gesellschaft für autoritäre Ideen zu untersuchen. Institutionen wie die Universität Leipzig führen seit Jahrzehnten Projekte durch, die darauf abzielen, Gefahren für die demokratische Ordnung frühzeitig zu erkennen. Eine der auffälligsten Schlussfolgerungen des Berichts ist die anhaltende Präsenz von Vorurteilen aufgrund von Sexualität und Identität. Jeder fünfte Berliner (20%) bezeichnet Küsse von Personen des gleichen Geschlechts im öffentlichen Raum als „ekelerregend”. Ein fast identischer Anteil (19%) sieht Transgeschlechtlichkeit als eine reale Bedrohung für die soziale Ordnung an. Diese Daten zeigen, dass trotz des Images Berlins als offene und tolerante Metropole ein erheblicher Teil seiner Einwohner die vollständige Gleichstellung von LGBTQ+-Personen nicht akzeptiert. Senatorin Kiziltepe kommentierte diese Ergebnisse als eine, die eine entschlossene politische Reaktion erfordern. Die Studie offenbart auch eine erhebliche Anfälligkeit für autoritäre Ideen. Ein Teil der Befragten zeigt Offenheit für das Konzept eines starken, vom Parlament unabhängigen Führers oder für ein Einparteiensystem. Den Autoren des Berichts zufolge ist dies eine ernste „Warnung” für die politische Klasse. „„Wir müssen diese Ergebnisse sehr ernst nehmen. Sie zeigen, dass Demokratie nicht einfach da ist, sondern immer wieder erkämpft und verteidigt werden muss”” — Cansel Kiziltepe. Parallel dokumentiert der Bericht anhaltende rassistische und nationalistische Einstellungen, die in Kombination mit dem schwindenden Vertrauen in die Institutionen eine gefährliche Mischung bilden. Unterstützung für die Demokratie in Berlin laut Berlin-Monitor (2019-2025): 2019: 92, 2021: 89, 2023: 88, 2025: 86 Kritiker wie Kommentatoren der „Berliner Zeitung” werfen den Politikern jedoch vor, sich auf deklaratorisches „Stellung-Beziehen” zu beschränken, anstatt konkrete, langfristige Strategien zur Bekämpfung dieser negativen Trends zu entwickeln. Es fehlt ein transparenter Aktionsplan, der über einmalige Bildungskampagnen hinausgeht.
Perspektywy mediów: Linke und linksliberale Medien (z.B. Der Tagesspiegel, ZEIT ONLINE) betonen die alarmierenden Daten und fordern eine Stärkung der politischen Bildung sowie Investitionen in soziale Integration. Konservative und rechte Medien könnten das Ausmaß des Problems herunterspielen, indem sie auf die immer noch hohe allgemeine Unterstützung für die Demokratie verweisen, oder die Ergebnisse als Kritik an der multikulturellen Politik der Linken interpretieren. Der Berlin-Monitor als regelmäßige Längsschnittstudie ermöglicht es, die Entwicklung dieser gefährlichen Phänomene über die Zeit zu verfolgen. Die aktuelle Ausgabe zeigt eindeutig, dass die Tendenzen negativ sind und eine systemische, mehrstufige Intervention erfordern, die alle sozialen Gruppen im nach Herkunft und materiellem Status diversen Berlin erreicht.
Mentioned People
- Cansel Kiziltepe — Berliner Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales (SPD), die die Studienergebnisse vorgestellt hat.