Der europäische Unternehmenssektor schließt das Jahr 2025 optimistisch ab und veröffentlicht eine Reihe beeindruckender Finanzergebnisse. Versicherer wie Allianz und Axa verzeichnen Rekordgewinne, und der Umweltdienstleistungsgigant Veolia übertrifft dank der Fusion mit Suez die Prognosen. Trotz der Verluste der Europäischen Zentralbank, die auf die Zinspolitik zurückzuführen sind, zeigt der kommerzielle Markt eine große Widerstandsfähigkeit gegenüber Inflation und Rohstoffpreisschwankungen.
Rekorde im Versicherungssektor
Allianz und Axa gaben historische Gewinne für 2025 bekannt und erhöhten die Dividenden für Aktionäre dank hoher technischer Rentabilität.
Reduzierung der EZB-Verluste
Die Europäische Zentralbank reduzierte den Verlust um über 80 % im Jahresvergleich, was auf niedrigere Schuldendienstkosten zurückzuführen ist.
Expansion der Gruppen Dia und Veolia
Dia kehrt in die Gewinnzone zurück und plant die Eröffnung von 100 Geschäften, während Veolia seine Position als führender Anbieter kommunaler Dienstleistungen nach der Fusion mit Suez festigt.
Die Analyse der Finanzberichte für das Jahr 2025 deutet auf eine deutliche Verbesserung der finanziellen Verfassung der wichtigsten europäischen Marktakteure hin. Der deutsche Versicherungsgigant Allianz gab einen operativen Gewinn in Rekordhöhe von 17,4 Mrd. Euro bekannt, was eine Erhöhung der Dividende um 11 % auf 17,10 Euro je Aktie ermöglichte. Einen ähnlichen Trend verzeichnete die französische Gruppe Axa, deren Nettogewinn ein historisches Niveau von 9,79 Mrd. Euro erreichte. Diese Unternehmen haben den Inflationsdruck erfolgreich absorbiert, indem sie höhere Kosten in Prämiensteigerungen umwandelten und gleichzeitig die operative Disziplin aufrechterhielten. Eine völlig andere Situation präsentiert der Europäische Zentralbank, die im Jahr 2025 einen Verlust von etwa 1,3 Mrd. Euro verzeichnete. Dies ist jedoch ein deutlich besseres Ergebnis als das Vorjahresdefizit von 7,9 Mrd. Euro. Die Verbesserung ist hauptsächlich auf die Reduzierung der Zinsausgaben nach der Senkung der Leitzinsen zurückzuführen. Die Institution betont, dass ihr Ziel nicht die Gewinnerzielung, sondern der Kampf gegen die Inflation sei, und die aktuellen negativen Ergebnisse seien eine Folge früherer Anleihekäufe bei niedrigen Zinsen. Nach der Energie- und Inflationskrise der Jahre 2022–2023 haben europäische Unternehmen ihre Portfolios tiefgreifend umstrukturiert und setzen auf Kosteneffizienz und die Digitalisierung von Dienstleistungen. Im Energie- und Industriesektor stach die italienische Gruppe Eni hervor, die trotz des Rückgangs der Öl- und Gaspreise einen bereinigten Nettogewinn von fast 5 Mrd. Euro erwirtschaftete. Siemens Energy kehrt erstmals seit 2022 wieder zur Dividendenzahlung zurück und schlägt 0,70 Euro je Aktie vor, nachdem ein Gewinn von 1,68 Mrd. Euro erzielt wurde. Erfolg meldete auch die Gruppe Veolia, deren Umsatz 44 Mrd. Euro überstieg. Das Unternehmen hat die Integration der Vermögenswerte von Suez abgeschlossen, was zu einer Rekordrentabilität und einer Stärkung der Position in den USA im Bereich der Wassertechnologie führte. „L'année 2025 a été véritablement charnière, nous avons achevé l'intégration de Suez et accéléré la transformation du groupe vers une croissance internationale et technologique.” (Das Jahr 2025 war wirklich ein Wendepunkt, wir haben die Integration von Suez abgeschlossen und die Transformation des Konzerns hin zu internationalem und technologischem Wachstum beschleunigt.) — Vorstandsvorsitzende der französischen Gruppe Veolia. Im Einzelhandelsmarkt kehrte die spanische Gruppe Dia in die Gewinnzone zurück und verzeichnete einen Plus von 129 Mio. Euro gegenüber einem früheren Verlust. Das Unternehmen plant eine aggressive Expansion mit der Eröffnung von 100 neuen Geschäften im Jahr 2026. Positive Signale kommen auch vom Hersteller von Wursthüllen Viscofan und vom Bauunternehmen Cox, die zweistellige Umsatzsteigerungen verzeichneten. Selbst im Autoverleihsektor zeigt Hertz trotz Verlusten eine Verbesserung der Ergebnisse um fast 60 %, was auf die fortschreitende Transformation des Transportsektors hindeutet.
Perspektywy mediów: Liberale Medien in Spanien und Italien heben die Rekordgewinne der Unternehmen als Beweis für den Erfolg der Strategien zur Energie- und digitalen Transformation hervor. Konservative und deutsche Presse betonen stärker die Verluste der EZB und die Auswirkungen der Geldpolitik auf die Portfolios der Bürger trotz guter Unternehmensergebnisse.
Mentioned People
- Claudio Descalzi — Generaldirektor des italienischen Energieunternehmens Eni.
- Estelle Brachlianoff — Vorstandsvorsitzende der französischen Gruppe Veolia.
- Martin Tolcachir — Globaler Vorstandsvorsitzender der spanischen Einzelhandelsgruppe Dia.
- Oliver Bäte — Vorstandsvorsitzender des Versicherers Allianz.