Der europäische Banken-, Versicherungs- und Industriesektor schließt das Jahr 2025 mit historischen Ergebnissen ab. Die italienische UniCredit kündigte deutliche Boni-Erhöhungen für das Führungsmanagement an, während Rückversicherer wie Swiss Re und Munich Re einen sprunghaften Anstieg des Nettogewinns verzeichneten. Positive Trends erfassten auch den von Rolls-Royce repräsentierten Verteidigungssektor sowie die Technologie- und Logistikbranche, was sich in optimistischen Dividendenprognosen für Aktionäre im kommenden Jahr niederschlägt.

Rekordverdienste bei UniCredit

Vorstandschef Andrea Orcel erhielt für 2025 16,4 Millionen Euro, und die Boni für Top-Manager stiegen um 15 Prozent.

Sprungartiger Gewinnanstieg bei Swiss Re

Der Schweizer Rückversicherer steigerte den Nettogewinn um 47% auf 4,8 Milliarden Dollar dank einer geringeren Anzahl von Schäden.

Verteidigungsindustrie treibt Ergebnisse an

Rolls-Royce verzeichnet hervorragende Ergebnisse dank des Verkaufs von Panzermotoren und Systemen für KI-Rechenzentren.

Krise im Bausektor

Der Konzern Holcim verzeichnete einen drastischen Gewinnrückgang um 73 Prozent, was im Kontrast zu den Erfolgen anderer Branchen steht.

Die Analyse der Finanzberichte für das Jahr 2025 deutet auf eine außergewöhnliche Verfassung der größten europäischen Unternehmen hin. An der Spitze steht der italienische Bankensektor, wo UniCredit Rekordergebnisse verzeichnete, was zu einem Anstieg der Gesamtvergütung von Vorstandschef Andrea Orcel auf 16,4 Millionen Euro führte. Die Bank beschloss zudem, den Boni-Pool für das Führungsmanagement um 15 Prozent anzuheben, während gleichzeitig Sonderzulagen für Arbeitnehmer auf niedrigeren Ebenen beibehalten werden. Ähnliche Wachstumstendenzen zeigt Poste Italiane, die historische Höchstwerte bei Umsätzen und einem Nettogewinn von über 2,2 Milliarden Euro verzeichnete, was auf die dynamische Entwicklung von Finanzdienstleistungen und dem Kurierdienstmarkt zurückzuführen ist. Der Versicherungs- und Rückversicherungssektor erwirtschaftete ebenfalls enorme finanzielle Überschüsse. Der Schweizer Gigant Swiss Re meldete einen Nettogewinn von 4,8 Milliarden Dollar, was einem Anstieg von 47 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Ergebnisverbesserung ergibt sich aus einer geringeren Anzahl katastrophaler Schäden sowie höheren Zinssätzen, die die Investitionseinnahmen stützen. Die deutsche Allianz und die französische AXA schlossen das Jahr ebenfalls mit Gewinnen in Milliardenhöhe ab, was die Formulierung sehr optimistischer operativer Prognosen für das Jahr 2026 ermöglichte. Der europäische Versicherungssektor wird traditionell als Säule der wirtschaftlichen Stabilität des Kontinents angesehen, dessen Anfänge auf die Londoner Auktionshäuser und Versicherungscafés des 17. Jahrhunderts zurückgehen. In der Industriebranche sticht Rolls-Royce hervor, das von der steigenden Nachfrage nach Notstromsystemen für Rechenzentren und Motoren für gepanzerte Fahrzeuge profitiert. „I nostri risultati per il 2025 sono la testimonianza della trasformazione che questa banca ha subito, diventando leader di efficienza in Europa.” (Unsere Ergebnisse für 2025 sind der Beweis für den Wandel, den diese Bank durchlaufen hat und der sie zu einem Effizienzführer in Europa gemacht hat.) — Vorstandsvorsitzender von UniCredit Das Chemieunternehmen BASF hingegen kehrte nach einer Phase der Restrukturierung und schmerzhafter Kostensenkungen wieder in die Rentabilität zurück, was eine Belebung der europäischen Schwerindustrie signalisiert. Das einzige bedeutende negative Signal ist der enorme Verlust des Zementkonzerns Holcim, dessen Gewinn um 73 Prozent sank, was Analysten mit einmaligen Abschreibungen und einer Verlangsamung des globalen Baumarkts in Verbindung bringen. Auf dem polnischen Markt fällt Stalprofil auf, das in früheren Quartalen negativ überraschte und nun Gewinne oberhalb der Analystenerwartungen meldete, was sofort einen Kursanstieg an der Warschauer Börse auslöste. Auch AmRest, der Betreiber von Restaurantketten, prognostiziert für 2026 eine weitere Verbesserung der Margen und Expansion.

Mentioned People

  • Andrea Orcel — Vorstandsvorsitzender von UniCredit, dessen Vergütung auf 16,4 Millionen Euro stieg.
  • Matteo Del Fante — Vorstandsvorsitzender von Poste Italiane, der das Rekordjahr für das Unternehmen hervorhob.