Vor dem Gericht in Tarnów läuft der Prozess gegen Bischof Andrzej Jeż, der beschuldigt wird, sexuellen Missbrauch durch Geistliche vertuscht zu haben. Am Mittwoch, den 5. März, sagte Erzbischof Wiktor Skworc, der Metropolit von Kattowitz, als Zeuge vor Gericht aus. Während der Befragung räumte Skworc ein, dass er 2018 von zwei Personen Informationen über Missbrauchsvorwürfe gegen einen Priester erhalten habe, den Bischof Jeż später auf eine Mission nach Afrika schickte. Die Staatsanwaltschaft wirft Bischof Jeż vor, die Vorwürfe trotz Kenntnis weder der Polizei noch der Staatsanwaltschaft gemeldet, kein kirchliches Disziplinarverfahren eingeleitet und so dem Geistlichen ermöglicht zu haben, weiterhin unter Kindern zu wirken. Bischof Jeż, der bis 2020 Bischof von Tarnów war, hatte zuvor vor Gericht eingeräumt, die Bedenken gegen den Priester „übersehen“ zu haben.

Aussagen von Erzbischof Skworc

Der Metropolit von Kattowitz sagte aus, dass er 2018 von zwei Personen Informationen über sexuellen Missbrauch durch Priester Dariusz K. erhalten habe. Der Geistliche wurde später von Bischof Andrzej Jeż auf eine Mission in die Zentralafrikanische Republik geschickt. Skworc informierte darüber Bischof Jeż und den Oberen des Ordens, dem der Priester angehörte.

Vorwürfe gegen Bischof Jeż

Bischof Andrzej Jeż wird beschuldigt, dass er trotz Kenntnis der Verdachtsmomente bezüglich pädophiler Straftaten durch Priester Dariusz K. die Strafverfolgungsbehörden nicht informierte, kein kirchliches Verfahren einleitete und den Geistlichen zur Arbeit ins Ausland schickte. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Vertuschung der Straftaten und Gefährdung weiterer Kinder vor.

Hintergründe der Missionsentscheidung

Bischof Jeż hatte zuvor ausgesagt, dass die Entsendung des Priesters auf eine Mission ihm eine Chance zur „Reinigung“ und Flucht vor Verleumdungen geben sollte. Die Entscheidung traf er nach Rücksprache mit einem Psychologen, der die Ausreise ins Ausland für den Geistlichen als vorteilhaft einschätzte. Die Staatsanwaltschaft hält diese Entscheidung für verwerflich, da sie dem Priester weiteren Kontakt mit Kindern ermöglichte.

Vor dem Bezirksgericht in Tarnów wird der Prozess gegen den emeritierten Bischof der Diözese Tarnów, Andrzej Jeż, fortgesetzt, der beschuldigt wird, sexuellen Missbrauch durch einen ihm unterstellten Priester vertuscht zu haben. Am vierten Verhandlungstag, dem 5. März, sagte Erzbischof Wiktor Skworc, der Metropolit von Kattowitz, als Zeuge aus. Seine Befragung betraf einen für den Fall entscheidenden Moment aus dem Jahr 2018. Erzbischof Skworc bestätigte, damals von zwei Personen – einer Frau und einem Mann – Informationen über sexuellen Missbrauch durch Priester Dariusz K. erhalten zu haben. Skworc, damals Vorsitzender der Priesterkommission der Polnischen Bischofskonferenz, leitete diese Meldungen an Bischof Andrzej Jeż sowie an den Oberen des Ordens weiter, dem der verdächtige Geistliche angehörte. Der zentrale Punkt der Anklage ist die Entscheidung von Bischof Jeż, der diese Vorwürfe kannte, jedoch weder Staatsanwaltschaft noch Polizei informierte, kein kirchliches Strafverfahren einleitete und Priester Dariusz K. auf eine Mission in die Zentralafrikanische Republik schickte. Die Staatsanwaltschaft betont in der Anklageschrift, dass eine solche Entscheidung Kinder im Missionsland gefährdete und dem Priester ermöglichte, weiterhin unter Minderjährigen zu wirken. Bischof Jeż, der von 2012 bis 2020 Bischof von Tarnów war, hatte zuvor vor Gericht eingeräumt, die Bedenken gegen den Priester „übersehen“ zu haben, und die Abreise zur Mission sollte eine Chance zur „Reinigung“ von Verleumdungen und zur Distanzierung von der schwierigen Situation in Polen sein. Die Entscheidung traf er nach Rücksprache mit einem Psychologen, der die Ausreise für vorteilhaft hielt. Prozesse gegen Geistliche, die der Vertuschung von Pädophiliefällen in der katholischen Kirche beschuldigt werden, sind ein relativ neues Phänomen in der polnischen Justiz. Bisher betrafen die meisten Verfahren die unmittelbaren Täter der Straftaten. Seit einigen Jahren untersuchen die Strafverfolgungsbehörden unter dem Einfluss von Berichten und öffentlichem Druck zunehmend auch die Verantwortung von Vorgesetzten, die von den Straftaten wussten und keine angemessenen Maßnahmen ergriffen. Der Fall Bischof Jeż ist einer der ersten dieser Art, der vor Gericht gelangte. Die Quellenartikel unterscheiden sich leicht in der Bewertung der Aussagen von Erzbischof Skworc. Das Portal oko.press berichtet detailliert, dass Skworc den Erhalt zweier Meldungen bestätigte, darunter von einem Mann, der als Erwachsener Opfer des Priesters war, was die Argumentation der „Verleumdungen“ untergräbt. Die Gazeta Krakowska konzentriert sich auf die Tatsache, dass sich die Opfer zunächst an Erzbischof Skworc – und nicht an den direkten Vorgesetzten, Bischof Jeż – wandten, was auf gewisse Barrieren bei der Meldung solcher Vorfälle innerhalb der diözesanen Struktur hindeutet. TVN24 betont den Ablauf der Verhandlung selbst und die Bedeutung der Aussagen des Metropoliten als hochrangiger Zeuge.

Perspektywy mediów: Die Portale oko.press und TVN24 konzentrieren sich auf das systemische Versagen und die Verantwortung der Kirchenhierarchie für die Vertuschung von Straftaten. Die Gazeta Krakowska berichtet über die Aussagen des lokalen Hierarchen in einem eher faktenbasierten Ton und stellt die institutionelle Kritik weniger in den Vordergrund. Der Prozess gegen Bischof Andrzej Jeż wird aufmerksam verfolgt, da sein Ausgang präzedenzbildend für andere ähnliche Verfahren gegen Geistliche sein könnte. Weitere Verhandlungstermine sind für die kommenden Wochen geplant.

Mentioned People

  • Andrzej Jeż — Emeritierter Bischof der Diözese Tarnów, beschuldigt der Vertuschung von Pädophilie-Straftaten.
  • Wiktor Skworc — Erzbischof und Metropolit von Kattowitz, Zeuge im Prozess gegen Bischof Jeż.
  • Dariusz K. — Priester, der pädophiler Handlungen beschuldigt wird und auf eine Mission ins Ausland geschickt wurde.