Der japanische Yen steht unter starkem Abwärtsdruck nach Berichten über eine Intervention von Premierministerin Sanae Takaichi in die Geldpolitik. Die Regierungschefin äußerte Bedenken hinsichtlich weiterer Zinserhöhungen, was Fragen zur Unabhängigkeit der Zentralbank aufwirft. Gleichzeitig herrscht an der Tokioter Börse Optimismus, wo Analysten einen Anstieg des Hauptindex Nikkei 225 auf 60.000 Punkte in der Perspektive des nächsten Jahres vorhersagen.

Yen-Schwäche durch Politik

Der Yen-Kurs fiel nach Berichten über die skeptische Haltung von Premierministerin Takaichi gegenüber weiteren Leitzinserhöhungen in Japan.

Rekordprognosen für Nikkei

Analysten prognostizieren, dass der Hauptbörsenindex in Tokio bis Mitte 2027 das historische Niveau von 60.000 Punkten erreichen wird.

Interventionen in Indien

Die indische Zentralbank verteidigt den Rupien-Kurs angesichts des Drucks auf die Währungen der Schwellenmärkte und der Unsicherheit über Zölle.

Der japanische Währungskurs verzeichnete einen spürbaren Rückgang gegenüber dem US-Dollar und pendelte um die Marke von 155-156 Yen. Die unmittelbare Ursache für die Yen-Schwäche sind Berichte der Zeitung Mainichi, wonach Premierministerin Sanae Takaichi persönlich gegenüber Gouverneur Kazuo Ueda Besorgnis über eine Straffung der Geldpolitik geäußert haben soll. Der Markt wertete dies als Signal, dass der angekündigte Zyklus von Leitzinserhöhungen durch politische Faktoren ausgebremst werden könnte. Investoren befürchten, dass eine Beeinträchtigung der Unabhängigkeit der Bank von Japan deren Fähigkeit zur Inflationsbekämpfung einschränken wird. Trotz politischer Turbulenzen deuten Daten aus der Realwirtschaft auf anhaltenden Preisdruck an, der durch Lohnsteigerungen angetrieben wird. Die Inflation im Dienstleistungssektor bleibt stabil, was theoretisch weitere Zinserhöhungen rechtfertigen würde. Die Situation wird jedoch durch externe Faktoren verkompliziert, darunter chinesische Exportbeschränkungen und Unsicherheiten im Zusammenhang mit neuen US-Zöllen. In diesem Kontext kämpft auch die indische Rupie mit dem Druck von Kapitalabflüssen, und die dortige Zentralbank ist gezwungen, den Wechselkurs aktiv in der Nähe von 91 Rupien pro Dollar zu verteidigen. Seit 2013 verfolgte Japan eine aggressive Politik der quantitativen Lockerung, bekannt als Abenomics, mit dem Ziel, das Land aus einer langjährigen Stagnation zu befreien. Erst 2024 entschied sich die Bank von Japan, von den negativen Leitzinsen abzurücken, was einen historischen Wendepunkt in der japanischen Wirtschaftsstrategie darstellt.„I believe that premature interest rate hikes could stifle the economy’s recovery from deflation.” — Premierministerin von Japan Ganz andere Stimmungen herrschen auf dem Kapitalmarkt. Laut einer Umfrage der Agentur Reuters erwarten Analysten, dass der Index Nikkei 225 bis Mitte 2027 die 60.000-Punkte-Marke durchbrechen wird. Dieser Optimismus basiert auf soliden Finanzergebnissen japanischer Unternehmen und einem wachsenden Zustrom ausländischer Investitionen, für die der schwache Yen japanische Vermögenswerte preislich attraktiver macht. Derzeit eröffnet die Tokioter Börse im Plus und setzt den Aufwärtstrend trotz währungspolitischer Unruhen fort. Prognostiziertes Niveau des Nikkei-225-Index: 2025-02: 39500, 2025-12: 48000, 2026-12: 55000, 2027-06: 60000 60 000 — erwartetes Niveau des Nikkei-225-Index im Jahr 2027

Perspektywy mediów: Liberale Medien betonen die Gefahr für die Finanzstabilität, die sich aus der Infragestellung der Autonomie der Zentralbank durch die Regierungschefin ergibt. Konservative Kommentatoren betonen die Notwendigkeit, das Wirtschaftswachstum zu schützen und die Befürchtungen vor zu abrupten Schuldenkosten.

Mentioned People

  • Sanae Takaichi — Premierministerin von Japan, die Bedenken über die Auswirkungen der Leitzinsen auf die Wirtschaft äußert.
  • Kazuo Ueda — Gouverneur der Bank von Japan, verantwortlich für die Geldpolitik des Landes.