Die italienische Regierung unter der Führung von Giorgia Meloni schließt die Arbeiten an einem entscheidenden Maßnahmenpaket zur Reduzierung der Energiekosten ab. Das Dekret, dessen Wert auf fast 3 Milliarden Euro geschätzt wird, soll sowohl Haushalten als auch Unternehmen Entlastung bringen. Obwohl das Projekt im Sektor der erneuerbaren Energien Kontroversen auslöst und Konsultationen mit Brüssel erfordert, wird seine Verabschiedung durch den Ministerrat in Kürze erwartet.
Milliarden für Energieentlastungen
Die Regierung plant, von 2,5 bis 3 Milliarden Euro für die Senkung der Rechnungen bereitzustellen, um direkt italienische Familien und den Sektor der kleinen und mittleren Unternehmen zu unterstützen.
Streit um das ETS-System
Einer der schwierigsten Verhandlungspunkte ist der Versuch, die Kosten für CO2-Emissionen zu sterilisieren, was komplexe technische Vereinbarungen und die Zustimmung Brüssels erfordert.
Dialog mit den Regionen
Premierministerin Giorgia Meloni hat einen Dialog mit den Regionalregierungen eröffnet, insbesondere in Fragen der Energiekonzessionen und erneuerbaren Energien, um rechtliche Blockaden zu vermeiden.
Der italienische Ministerrat beginnt mit der Finalisierung der Arbeiten am lang erwarteten Energiedekret, das eine Antwort auf die hohen Lebenshaltungs- und Betriebskosten darstellen soll. Kernpunkt der neuen Regelungen ist das Bestreben, die Rechnungen für Gas und Strom tatsächlich zu senken, was nach Schätzungen den Haushalt zwischen 2,5 und 3 Milliarden Euro kosten soll. Für das Projekt verantwortlich ist Gilberto Pichetto Fratin, Minister für Umwelt und Energiesicherheit, der zusammen mit Beratern aus dem Palazzo Chigi bis zur letzten Minute an der Beseitigung technischer Unstimmigkeiten gearbeitet hat. Ein zentraler Streitpunkt bleibt die Frage der ETS-Gebühren, die die Regierung teilweise neutralisieren möchte, um deren Auswirkungen auf die Endverbraucherpreise zu minimieren. Die Intervention der Regierung ruft jedoch gegensätzliche Reaktionen hervor. Einerseits betont Vizepremier Antonio Tajani, dass der Schutz der Bürger Priorität habe, andererseits äußern Produzenten von Energie aus erneuerbaren Quellen sowie einige Regionen, darunter die Lombardei, Bedenken hinsichtlich neuer Abrechnungsmechanismen und Konzessionen. Energiekonzessionen sind zum Zankapfel zwischen Zentral- und Lokalregierungen geworden, was zusätzliche Konsultationen zwischen Rom und Mailand erforderlich machte. Eine weitere Herausforderung ist die Notwendigkeit, die Zustimmung der Europäischen Kommission für einige der vorgeschlagenen Steuererleichterungen und Befreiungen von Emissionsgebühren einzuholen. Seit der durch den russischen Einmarsch in die Ukraine im Jahr 2022 ausgelösten Energiekrise sucht Italien intensiv nach Wegen zur Diversifizierung der Energiequellen und zur Unabhängigkeit von fossilen Rohstoffimporten.Trotz technischer Schwierigkeiten ist die Entschlossenheit der Regierung hoch. Die neuen Vorschriften sollen nicht nur die laufenden Rechnungen senken, sondern auch Boni für Personen mit den niedrigsten Einkommen einführen. Diese Änderungen sind Teil einer breiteren Wirtschaftsstrategie, die die Wettbewerbsfähigkeit der italienischen Industrie bei gleichzeitiger Einhaltung der durch EU-Verträge auferlegten Haushaltsdisziplin gewährleisten soll. Die endgültige Form des Dokuments hängt von den Ergebnissen der Verhandlungen mit Lobbyisten des Gassektors sowie der endgültigen Auslegung der Beihilfevorschriften durch Beamte in Brüssel ab. „Unsere Priorität ist es, die Energiekosten sowohl für die Bürger als auch für die Unternehmen zu senken, um unsere Wirtschaft zu stärken.” — Antonio Tajani3 mld euro — betragen die geschätzten Einsparungen für italienische VerbraucherHauptbestimmungen des neuen Dekrets: Unterstützung für die Ärmsten: Begrenzte zeitliche Schutzschirme → Dauerhafter Energiebonus; ETS-Gebühren: Vollständige Weitergabe an den Verbraucher → Vorgeschlagene teilweise Sterilisierung; Gastransportkosten: Hohe Systemgebühren → Reduzierung regulatorischer BelastungenLiberale Medien betonen das Risiko von Verstößen gegen EU-Beihilferegeln und kritisieren Zugeständnisse an die Lobby der fossilen Brennstoffe. | Konservative Medien akzentuieren die Sorge der Regierung um die Haushaltskassen der Familien und den Kampf gegen die von Brüssel auferlegte Bürokratie.
Mentioned People
- Giorgia Meloni — Ministerpräsidentin Italiens, leitet die Arbeiten am neuen Energiedekret.
- Antonio Tajani — Vizepremier und Außenminister Italiens, unterstützt die Senkung der Energiekosten.
- Gilberto Pichetto Fratin — Italienischer Minister für Umwelt und Energiesicherheit, verantwortlich für den endgültigen Gesetzestext.