Die Beziehungen zwischen Havanna und Washington haben sich nach der Beschießung eines amerikanischen Motorboots durch kubanische Dienste drastisch verschärft. Den kubanischen Behörden zufolge transportierte das Boot Waffen und Munition für Oppositionsgruppen, was zum Tod einer Person führte. Der Vorfall fiel zeitlich mit einer kontroversen Äußerung von Donald Trump zusammen, der die Möglichkeit einer „freundlichen Übernahme“ der Insel durch die Vereinigten Staaten andeutete, was den höchsten Spannungsstand in der Region seit Jahren verstärkt.
Waffenschmuggel auf Boot
Havanna behauptet, dass sich auf dem aufgebrachten amerikanischen Motorboot 14 Gewehre und 13.000 Schuss Munition befanden.
Opfer und Festnahmen
Bei dem Zusammenstoß auf See kam eine Person ums Leben, und unter den zehn Passagieren wurden mindestens zwei US-Bürger identifiziert.
Drohung der Inselübernahme
Donald Trump erwägt öffentlich das Szenario einer „freundlichen Übernahme“ Kubas und bezeichnet es als gescheiterten Staat.
Rolle von Marco Rubio
Dieser Politiker soll hinter dem neuen, harten Kurs Washingtons stehen, der auf einen Systemwechsel auf der Insel abzielt.
Die kubanischen Behörden veröffentlichten detaillierte Daten zum auf Hoheitsgewässern der Insel aufgebrachten amerikanischen Motorboot. Offiziellen Mitteilungen aus Havanna zufolge wurden an Bord des Bootes 14 Gewehre und etwa 13.000 Schuss Munition gefunden. Bei dem Zusammenstoß kam mindestens eine Person ums Leben, und zwei US-Bürger wurden festgenommen. Havanna beschuldigt Washington der vorsätzlichen Untätigkeit gegenüber radikalen Exilgruppen aus Florida, die bewaffnete Aktionen gegen die dortige Regierung planen. Diese Situation wirft einen Schatten auf die bisherige, wenn auch begrenzte Zusammenarbeit der Sicherheitsdienste beider Länder im Bereich der maritimen Sicherheit. Seit der kubanischen Revolution im Jahr 1959 basieren die Beziehungen zwischen diesen Ländern auf gegenseitigem Misstrauen, und zahlreiche Versuche der Infiltration der Insel durch Exilgruppen waren ein ständiges Element der kalten Kriegsgeschichte der Region.Parallel zu den Ereignissen auf See wurde die amerikanische politische Bühne von Äußerungen Donald Trumps dominiert. Der Präsent bezeichnete Kuba als „gescheiterten Staat“ und deutete an, dass es zu einer „freundlichen Übernahme“ kommen könnte. Marco Rubio, eine Schlüsselfigur in der Trump-Administration, die für die Politik gegenüber Lateinamerika verantwortlich ist, soll eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung der neuen Druckstrategie spielen. Obwohl Havanna seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit bei der Untersuchung erklärt, dominiert die Erzählung von aggressiven Plänen Washingtons in den staatlichen kubanischen Medien. „We could very well have a friendly takeover of Cuba” (Wir könnten durchaus eine freundliche Übernahme Kubas haben) — US-Präsident Donald TrumpAnalysen der lokalen Presse deuten auf tiefe Besorgnis innerhalb der kubanischen Gemeinschaft in Miami hin. Viele sind der Ansicht, dass die Ära des bewaffneten „Abenteurertums“ der Vergangenheit angehören sollte, aus Angst, dass gescheiterte Expeditionen lediglich die Repressionen des Regimes in Havanna legitimieren. Unterdessen nutzt die kubanische Regierung den Vorfall zur internen Konsolidierung und weist auf die terroristische Bedrohung aus dem Norden hin. Die Haltung der USA bleibt mehrdeutig: Einerseits gibt es Signale des Willens zur Zusammenarbeit bei der Aufklärung des Vorfalls, andererseits weckt die radikale Sprache des Weißen Hauses Befürchtungen vor einer Eskalation des diplomatischen und wirtschaftlichen Konflikts.
Mentioned People
- Donald Trump — US-Präsident, der eine „freundliche Übernahme“ Kubas andeutet und es als gescheiterten Staat bezeichnet.
- Marco Rubio — Amerikanischer Politiker, Schlüsselarchitekt der Trump-Politik gegenüber Lateinamerika.