Die kanadische Behörde Transport Canada hat volle Typprüfzertifikate für alle neuesten Modelle der Geschäftsjets von Gulfstream erteilt, einschließlich der Flaggschiffe G700 und G800. Die am Montag verkündete Entscheidung stellt eine direkte Reaktion auf Drohungen der US-Regierung von Präsident Donald Trump dar, Vergeltungszölle zu verhängen. Ohne diese Dokumente könnten die Flugzeuge in Kanada nicht registriert oder betrieben werden, was den Zugang zum wohlhabenden Unternehmensmarkt des Landes blockiert hätte.

Zulassung aller Modelle

Transport Canada hat Zertifikate für die Jets G700 und G800 (auch bezeichnet als GVIII-700 und GVIII-800) erteilt und die Typprüfung für das Modell G500 bestätigt. Dies gibt dem Hersteller vollen Zugang zum kanadischen Markt.

Reaktion auf Trumps Drohungen

Die Entscheidung folgt auf öffentliche Anschuldigungen von Präsident Trump, Kanada habe die Verfahren absichtlich verzögert, sowie auf seine Drohungen mit Zöllen auf kanadische Waren. Das schnelle Handeln der Aufsichtsbehörde wird als politische Deeskalation interpretiert.

Marktbedeutung

Die Zertifizierung ist eine notwendige Voraussetzung für die Registrierung und den Betrieb der Flugzeuge im kanadischen Luftraum. Dieser Markt ist für Gulfstream aufgrund der großen Anzahl wohlhabender Unternehmenskunden und Privatpersonen wichtig.

Kontext der Handelsbeziehungen

Der Streit reiht sich in die Geschichte periodischer Handelsspannungen zwischen den USA und Kanada ein, trotz der tiefen wirtschaftlichen Integration, die durch das USMCA-Abkommen geregelt wird. Die Luftfahrtindustrie bildete einen neuen Konfliktherd.

Die kanadische Behörde Transport Canada hat am Montag volle Typprüfzertifikate für alle neuesten Modelle der Geschäftsjets des US-Herstellers Gulfstream Aerospace erteilt. Die Entscheidung umfasste die Flaggschiffe und technisch fortschrittlichsten Konstruktionen – die Modelle G700 und G800, auch bezeichnet als GVIII-700 und GVIII-800, sowie das bereits zuvor zugelassene Modell G500. Ohne diese Zulassungsdokumente könnten die Maschinen in Kanada nicht registriert werden oder im kanadischen Luftraum operieren, was ihren Verkauf auf dem wohlhabenden kanadischen Unternehmensmarkt effektiv blockiert hätte. Wie die Nachrichtenagenturen Reuters, The Wall Street Journal und Bloomberg berichten, stellt die Entscheidung der Aufsichtsbehörde eine direkte Reaktion auf starken politischen Druck der US-Regierung von Präsident Donald Trump dar. G700 i G800 — Zugelassene Jet-Modelle Präsident Trump hatte die kanadische Regierung in den letzten Wochen öffentlich beschuldigt, die Zertifizierungsverfahren absichtlich in die Länge zu ziehen, was seiner Ansicht nach eine unfaire Handelspraxis darstelle, die dem US-Hersteller schade. Er drohte deshalb mit der Verhängung von Vergeltungszöllen auf kanadische Waren. „The Canadians have been deliberately slow-rolling approval of our great Gulfstream jets. If this doesn't change, we will look at all options, including tariffs.” — Präsident Donald Trump Diese Äußerung verlieh der Angelegenheit den Charakter eines dringenden diplomatischen Problems und zwang die Regierung in Ottawa zu einer sofortigen Reaktion, um einen potenziellen Handelskrieg zu verhindern. Die schnelle Erteilung der Zertifikate – nur wenige Wochen nach den Drohungen – wurde eindeutig als politische Entscheidung zur Beilegung des Streits gewertet. Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada, die seit 2020 durch das USMCA-Abkommen (United States–Mexico–Canada Agreement) geregelt werden, sind die größte bilaterale Handelspartnerschaft der Welt. Trotz tiefer Integration sind bestimmte Sektoren wie Stahl, Rindfleisch, Milchprodukte oder die Luftfahrtindustrie regelmäßig Quellen von Spannungen. Streitigkeiten werden oft im Rahmen der komplexen Schiedsmechanismen des Abkommens beigelegt, was Monate dauern kann. Die Zertifizierung hat entscheidende operative und kommerzielle Bedeutung. Für Gulfstream und seinen Eigentümer, den mächtigen Konzern General Dynamics, eröffnet sie den vollen Zugang zum wohlhabenden kanadischen Markt, auf dem viele Großunternehmen aus den Bereichen Bergbau, Energie und Finanzen tätig sind. Analysten zufolge ist Kanada einer der wichtigsten Absatzmärkte für große Geschäftsjets weltweit. Beide neuen Modelle, G700 und G800, gehören zu den größten und luxuriösesten im Angebot des Herstellers, mit einer Reichweite für direkte transozeanische Verbindungen und Preisen von über 70 Millionen Dollar pro Stück. Zeitleiste des Zertifizierungsstreits: Anfang 2025 — Beginn der Verfahren; Januar 2026 — Druck der Trump-Regierung; 10. Februar 2026 — Öffentliche Drohungen Trumps; 24. Februar 2026 — Erteilung der Zertifikate Es ist unklar, in welchem Stadium sich die Zertifizierungsverfahren vor der Intervention des Weißen Hauses tatsächlich befanden. Kanadische Quellen, die von Medien zitiert wurden, behaupteten, der Prozess verlaufe normal, gemäß den üblichen, strengen Sicherheitsverfahren. Die amerikanische Seite stellte ihn dagegen als absichtlich verlangsamt dar. Die Geschwindigkeit, mit der Ottawa nach den öffentlichen Drohungen entschied, deutet jedoch darauf hin, dass der politische Faktor ausschlaggebend war. Experten für internationalen Handel weisen darauf hin, dass dies ein klassisches Beispiel für die Beilegung eines Streits außerhalb der formalen, monatelangen Schiedswege des USMCA-Abkommens zugunsten direkten politischen Drucks war.

Perspektywy mediów: Liberale Medien betonen, dass die Entscheidung das Ergebnis wirtschaftlicher Erpressung und kanadischer Zugeständnisse gegenüber Trumps protektionistischer Politik ist, was ihn zu ähnlichen Aktionen in der Zukunft ermutigen könnte. Konservative Medien stellen die Angelegenheit als Erfolg von Trumps harter Handelspolitik dar, die einen Verbündeten zur Erfüllung seiner Verpflichtungen und zur Verteidigung der Interessen der amerikanischen Industrie zwang.

Mentioned People

  • Donald Trump — Präsident der Vereinigten Staaten, der Kanada öffentlich mit Zöllen drohte und sie beschuldigte, die Zertifizierung von Gulfstream-Jets absichtlich zu verzögern.