Tausende Angehörige der iranischen Diaspora gingen in Berlin, Paris, Düsseldorf und anderen europäischen Städten auf die Straße, um den Tod von Ajatollah Ali Chamenei zu feiern. Die Demonstranten, die Flaggen aus der Zeit vor der Islamischen Revolution trugen, äußerten die Hoffnung auf den Sturz des theokratischen Regimes und die Demokratisierung ihrer Heimat. Obwohl Euphorie vorherrscht, fürchten viele Teilnehmer eine Eskalation des bewaffneten Konflikts und Vergeltungsmaßnahmen, die ihre im Iran verbliebenen Angehörigen treffen könnten.

Euphorie der iranischen Diaspora

Tausende Iraner in Europa feiern den Tod von Ali Chamenei und sehen darin das Ende einer jahrzehntelangen religiösen Diktatur.

Demonstrationen in Deutschland

Die größten Versammlungen fanden in Düsseldorf (6.000 Personen) und Berlin statt, wo Freiheit für den Iran gefordert wurde.

Angst vor Krieg

Trotz der Freude äußern die Teilnehmer Befürchtungen vor militärischen Angriffen auf iranischem Territorium und um das Schicksal ihrer im Land verbliebenen Familien.

Angriffe auf Journalisten

In Nürnberg kam es zu Übergriffen auf Medienvertreter, die über den Verlauf der nahöstlichen Demonstrationen berichteten.

Die Ereignisse im Nahen Osten haben eine beispiellose Welle von Demonstrationen in Westeuropa ausgelöst. Die größten Versammlungen wurden in Deutschland und Frankreich verzeichnet, wo die iranische Exilgemeinschaft seit Jahren eine wichtige oppositionelle Stimme gegenüber den Behörden in Teheran darstellt. Allein in Berlin versammelten sich am Brandenburger Tor etwa 1800 Menschen, die in fröhlicher Atmosphäre Freiheitsparolen skandierten. Ähnliche Szenen spielten sich in Düsseldorf ab, wo nach Polizeischätzungen zwischen 5000 und 6000 Menschen an einem Marsch teilnahmen. Die Teilnehmer bezeichneten diesen Tag als „den schönsten im Leben”, da sie im Tod des Ajatollahs eine Chance für den endgültigen Abbau der Strukturen der Islamischen Republik sehen. Doch die freudigen Stimmungen vermischen sich mit tiefer Sorge um die Zukunft der Region. Viele im Iran lebende Europäer betonen, dass sie zwar das gegenwärtige Regime der Theokratie hassen, aber einen umfassenden Krieg fürchten, der zur Zerstörung des Landes und zu massiven zivilen Opfern führen könnte. In Paris zogen Tausende in einem Protestmarsch gegen die Herrschaft der Mullahs und forderten internationale Unterstützung für die demokratischen Bestrebungen des iranischen Volkes. Diese Situation wirkt sich direkt auf die innere Sicherheit europäischer Staaten aus – in Nürnberg kam es zu einem Vorfall, bei dem Journalisten, die über die Demonstration berichteten, angegriffen wurden, was ein Eingreifen der Ordnungskräfte erforderte. Ali Chamenei bekleidete seit 1989 das Amt des Obersten Führers des Iran und war der Hauptarchitekt der Konfrontationspolitik mit dem Westen und Israel sowie der brutalen Niederschlagung innerer Proteste, wie etwa jener im Jahr 2022 nach dem Tod von Mahsa Amini. Parallel zu den politischen Ereignissen kam es in München zu einem ungewöhnlichen Protest der lokalen Surfergemeinschaft. Etwa 1500 Menschen demonstrierten für die Wiedereröffnung der berühmten Welle am Eisbach, die aus Sicherheitsgründen und wegen notwendiger Renovierungsarbeiten gesperrt worden war. Obwohl dieses Ereignis nicht direkt mit der Iran-Krise verbunden ist, zeigt es die große gesellschaftliche Mobilisierung in Deutschland in Zeiten zunehmender globaler Spannungen. Die Landes- und Stadtbehörden überwachen beide Protestströme und versuchen, Sicherheit zu gewährleisten und eine Eskalation der Gewalt zwischen Gruppen mit extrem unterschiedlichen politischen Interessen zu vermeiden. „Wenn die Iraner befreit sind, werden wir die besten Freunde Israels in der Region” — Teilnehmer der Demonstration in Berlin

Perspektywy mediów: Medien betonen die Freude über den Sturz des Tyrannen und die Hoffnung auf Demokratie, heben den friedlichen Charakter der Versammlungen und die Träume von Freiheit hervor. Kommentatoren weisen auf das Risiko von Chaos, einen potenziellen Bürgerkrieg im Iran und die Gefahr für die Sicherheit von Journalisten während der Proteste hin.

Mentioned People

  • Ali Chamenei — Der verstorbene oberste geistliche und politische Führer des Iran, der fast vier Jahrzehnte lang an der Macht war.