Der deutsche Chemieriese BASF hat eine drastische Ausweitung seines Sparprogramms als Reaktion auf die sich vertiefende Krise in der Branche angekündigt. Der Vorstand plant Kostensenkungen und eine erhebliche Reduzierung von Investitionen in Deutschland. Ein zentrales Element der neuen Strategie ist die Verlagerung wesentlicher Produktionsbereiche und Arbeitsplätze nach Asien, was bei Analysten Besorgnis über strukturelle Probleme der deutschen Industrie vor dem Hintergrund eines stabilen DAX hervorrief.

Drastische Kürzungen bei BASF

Der Konzern erweitert sein Sparprogramm aufgrund der nachlassenden Konjunktur im Chemiesektor und prognostizierter niedrigerer Gewinne im Jahr 2026.

Verlagerung von Arbeitsplätzen

Der Gigant plant die Verlagerung eines wesentlichen Teils der Produktion und Stellen von Deutschland nach Asien, um niedrigere Betriebskosten zu suchen.

Gemischte Stimmung am DAX

Trotz der Probleme von BASF bleibt der deutsche Aktienindex stabil, gestützt von Zuwächsen bei Deutsche Telekom und Siemens Energy.

Der deutsche Marktführer der Chemiebranche, die BASF, hat eine Aktualisierung seiner Finanzstrategie vorgestellt, die beispiellose Ausgabenkürzungen vorsieht. Diese Entscheidung resultiert aus der anhaltenden Stagnation auf dem Markt für Chemieprodukte und den hohen Energiekosten, die die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Standorte beeinträchtigen. Die Unternehmensführung gab bekannt, dass die bisherigen Sparmaßnahmen deutlich ausgeweitet werden, was in der Praxis die Verlagerung eines großen Teils der operativen Aktivitäten außerhalb Europas bedeutet, mit besonderem Fokus auf asiatische Märkte. Marktanalysten weisen darauf hin, dass diese Situation nicht nur ein vorübergehendes Problem eines einzelnen Unternehmens ist, sondern ein Signal für schwerwiegendere strukturelle Probleme der deutschen Wirtschaft. Der Finanzvorstand des Unternehmens bestätigte, dass die Gewinnprognosen für das Jahr 2026 gesenkt werden könnten, wenn sich die Nachfrage nicht deutlich verbessert. Investoren an der Frankfurter Börse nahmen diese Nachrichten mit gemischten Gefühlen auf, obwohl der DAX selbst dank guter Ergebnisse anderer Sektoren eine relative Stabilität bewahrte. Dennoch bleibt der Chemiesektor in einer tiefen Defensive, was den Vorstand zwingt, Investitionsausgaben am Stammsitz in Ludwigshafen zugunsten moderner Produktionskomplexe im Osten zu reduzieren. Die Chemiebranche bildete jahrzehntelang das Fundament der deutschen Industrie, doch nach der Energiekrise von 2022 begannen viele Unternehmen, die Rentabilität der Produktion in Mitteleuropa zu überdenken. Im Schatten der Probleme von BASF verzeichneten andere börsennotierte Unternehmen unterschiedliche Eröffnungen. Deutsche Telekom und Siemens Energy gewannen an Wert, während Unternehmen wie Fresenius oder Siemens Healthineers den Tag im Minus begannen. Die größten Verluste verzeichnete jedoch Delivery Hero, dessen Aktienkurs nach Veröffentlichung der neuesten Daten stark einbrach. Das gesamte Marktbild wird durch skeptische Analystenberichte über den Versicherungsriesen Allianz abgerundet, was darauf hindeutet, dass trotz der stabilen Haltung des Hauptindex einzelne Säulen der deutschen Wirtschaft unter starkem Abwärtsdruck stehen. „We will continue our cost-savings program with even greater discipline to secure our competitiveness in the long term.” (Wir werden unser Kosteneinsparungsprogramm mit noch größerer Disziplin fortsetzen, um unsere Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.) — Finanzvorstand (CFO) des Konzerns BASF, verantwortlich für die Umsetzung des Sparprogramms. Der Vorstand von BASF betonte, dass die derzeitige Transformation notwendig sei, damit das Unternehmen angesichts des globalen Wettbewerbs rentabel bleiben könne. Die geplanten Kürzungen sollen vor allem Verwaltungs- und Supportabteilungen betreffen, aber auch die Schließung unrentabler Produktionslinien wird nicht ausgeschlossen. Die plötzliche Hinwendung zu Asien wird von Experten als Flucht vor den hohen regulatorischen und Energiekosten in der Europäischen Union interpretiert, was zu einer dauerhaften Deindustrialisierung einiger Regionen Deutschlands führen könnte.

Mentioned People

  • Dirk Elvermann — Finanzvorstand (CFO) des Konzerns BASF, verantwortlich für die Umsetzung des Sparprogramms.