Die Mittwochssitzung an der Börse in Mailand endete mit einem Anstieg des FTSE MIB-Index um 1,11 %, angetrieben vor allem durch den Finanzsektor. Parallel präsentierte die italienische Regierung ehrgeizige soziale Pläne, darunter ein 1,2 Milliarden Euro teures Sanierungsprogramm, um 60.000 kommunale Wohnungen wieder nutzbar zu machen. Arbeitsministerin Marina Calderone sprach sich für paritätische Urlaubsregelungen anstelle eines Mindestlohns aus, und der Konzern Leonardo kündigte große Verträge mit Großbritannien an.
Hausse des Mailänder Bankensektors
Der FTSE MIB-Index stieg um 1,11 % dank starker Ergebnisse von Mediobanca und MPS vor der Veröffentlichung ihrer neuen strategischen Pläne.
Milliardenschwerer Wohnungsbauplan von Salvini
Die Regierung wird 1,2 Milliarden Euro für die Sanierung von 60.000 kommunalen Wohnungen bereitstellen, um Familien zu unterstützen, die auf Sozialwohnungen warten.
Expansion des Konzerns Leonardo
Das Unternehmen erwartet einen Vertrag in Großbritannien im Wert von 1 Milliarde Pfund und plant eine Dividendensteigerung um 20 Prozent.
Ablehnung des Mindestlohns
Die Arbeitsministerin plädiert für eine Stärkung der Tarifverträge und paritätischer Urlaubsregelungen anstelle einer gesetzlichen Festlegung von Mindestlöhnen.
Wirtschafts- und politische Ereignisse in Italien dominierten die Mittwochsmärkte und brachten Investorenoptimismus sowie konkrete Gesetzesankündigungen. Der Hauptindex des Mailänder Parketts, der FTSE MIB, erreichte einen Stand von 47.170 Punkten. Die Gewinner waren Finanzinstitute, darunter Mediobanca (+4,58 %) und MPS (+4,27 %), die auf die Genehmigung ihrer neuen strategischen Pläne warten. Der Energiekonzern Eni wiederum finalisierte ein Aktienrückkaufprogramm im Wert von 1,8 Milliarden Euro, was eine zusätzliche Vergütungsform für Aktionäre neben der traditionellen Dividende darstellt. Im Infrastruktursektor kündigte Minister Matteo Salvini die Aktivierung eines außerordentlichen Finanzinstruments im Wert von 1,2 Milliarden Euro an. Diese Mittel sollen für die Modernisierung von 60.000 derzeit ungenutzten Wohnungen aus staatlichen Beständen verwendet werden. Das Programm zielt darauf ab, die Wartelisten für Sozialwohnungen zu verkürzen, und die ersten Bauarbeiten sollen bereits 2026 beginnen. Zudem kündigte das Infrastrukturministerium für Ende März die Veröffentlichung von Rahmenregeln für Ausschreibungen zu Strandkonzessionen an, die kleine Unternehmen vor der Expansion internationaler Konzerne schützen sollen. Der italienische Markt für kommunale Immobilien kämpft seit Jahrzehnten mit Unterfinanzierung und Bürokratie, was zur Stilllegung Tausender Wohnungen in kritischen Momenten für die dortige Wohnungspolitik geführt hat.Wichtige Nachrichten kamen auch aus dem Rüstungs- und Technologiesektor. Der Vorstandsvorsitzende des Konzerns Leonardo, Roberto Cingolani, deutete an, dass innerhalb des nächsten Tages ein bahnbrechender Hubschraubervertrag in Großbritannien im Wert von einer Milliarde Pfund bekannt gegeben werde. Das Unternehmen plant zudem eine Erhöhung der Dividende um etwa 20 % und bereitet die Gründung eines Joint Ventures im Bereich Luftfahrtstrukturen vor. Parallel nahm Minister Tommaso Foti in Brüssel an Verhandlungen zum EU-Haushalt für die Jahre 2028–2034 teil und betonte die Notwendigkeit, Mittel für Kohäsionspolitik und Landwirtschaft zu schützen. Im Bereich der Sozialpolitik lehnte Ministerin Marina Calderone die Idee einer gesetzlichen Mindestlohneinführung ab und argumentierte, dass dies Unternehmen dazu ermutigen könnte, aus Tarifverträgen auszusteigen. Stattdessen setzt die Regierung auf die Unterstützung von Lohnverhandlungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern sowie auf die Förderung eines paritätischen Urlaubsmodells. Daten vom Arbeitsmarkt für das Jahr 2025 zeigen einen optimistischen Trend – die Zahl der unbefristeten Arbeitsverträge bei jungen Menschen stieg im Jahresvergleich um über 40 %. Die Diskussion über einen Mindestlohn in Italien dauert seit Jahren an, da das Land eines der wenigen EU-Mitglieder bleibt, in dem die Löhne fast ausschließlich von sektoralen Tarifverträgen abhängen.„L'obiettivo è aprire cantieri già nel 2026, con 1 miliardo e 200 milioni di euro, per recuperare almeno 60.000 alloggi ora inutilizzabili” (Das Ziel ist, bereits 2026 Baustellen zu eröffnen, mit 1 Milliarde und 200 Millionen Euro, um mindestens 60.000 derzeit unbrauchbare Wohnungen wiederherzustellen) — Matteo Salvini
Mentioned People
- Matteo Salvini — Italiens Minister für Infrastruktur und Verkehr, kündigte den Sanierungsplan für Wohnungen an.
- Roberto Cingolani — Vorstandsvorsitzender des Rüstungskonzerns Leonardo, kündigte neue Verträge und eine Dividendensteigerung an.
- Marina Elvira Calderone — Italiens Arbeitsministerin, Gegnerin eines gesetzlichen Mindestlohns.
- Alessandro Puliti — Vorstandsvorsitzender des Unternehmens Saipem, erklärte seine Bereitschaft zur Rückkehr auf den venezolanischen Markt.