Der spanische Technologie- und Telekommunikationssektor hat das Jahr 2025 mit extrem unterschiedlichen Ergebnissen abgeschlossen. Der Rüstungskonzern Indra verzeichnete einen Rekord-Nettogewinn von 436 Millionen Euro, ein Plus von 57 %, dank eines Booms im Verteidigungssektor. Unterdessen schloss Telefónica das Jahr mit einem Nettoverlust von über 4,3 Milliarden Euro ab, was auf kostspielige Personalrestrukturierungen in Spanien und den Rückzug von den meisten Märkten in Lateinamerika zurückzuführen ist.
Rekordgewinne von Indra
Der Rüstungskonzern steigerte seinen Nettogewinn um 57 % auf 436 Millionen Euro dank eines Booms im Verteidigungssektor.
Milliardenschwerer Verlust von Telefónica
Der Verlust von 4,3 Milliarden Euro resultiert aus Kosten für Abfindungen für Mitarbeiter (ERE) und dem Verkauf von Tochtergesellschaften in Lateinamerika.
Aktienrückkauf von Telecom Italia
Der italienische Betreiber plant, 400 Millionen Euro für einen Buyback auszugeben, nachdem er erfolgreich Netzwerksvermögen verkauft hat.
Wechsel in den Vorständen
Der neue Vorstandsvorsitzende von Telefónica, Marc Murtra, verdiente 5,2 Millionen Euro, 45 % weniger als sein Vorgänger.
Das Jahr 2025 erwies sich als wegweisend für die größten Akteure des spanischen Technologiemarktes. Die Indra Group unter der Führung von Ángel Escribano präsentierte Finanzergebnisse, die die früheren strategischen Ziele deutlich übertrafen. Das Unternehmen erzielte einen Nettogewinn von 436 Millionen Euro, was eine direkte Folge des dynamischen Wachstums der Aufträge im Verteidigungssektor ist. Der Auftragsbestand des Unternehmens stieg um 122 % und erreichte ein Niveau von 16 Milliarden Euro, was die Umsetzung der Ziele des strategischen Plans "Leading the future" mit einem Jahr Vorsprung ermöglichte. Entscheidende Erfolgsfaktoren waren Modernisierungsprogramme der Regierung und die Wertsteigerung der Anteile am Konsortium TESS Defense, das für die Produktion der gepanzerten Fahrzeuge Dragón verantwortlich ist. Eine völlig andere Dynamik zeigt Telefónica, die unter der neuen Führung von Marc Murtra eine tiefgreifende strukturelle Transformation durchläuft. Der Rekordverlust in Höhe von 4,318 Milliarden Euro resultiert aus einmaligen Buchwertabschreibungen in enormem Umfang. Die Kosten des Programms für freiwillige Abgänge (ERE) in Spanien beliefen sich auf über 2 Milliarden Euro, und Abschreibungen aus dem Verkauf defizitärer Vermögenswerte in Argentinien, Peru, Uruguay und Ecuador belasteten das Ergebnis mit einem Betrag von fast 2,3 Milliarden Euro. Trotz des negativen Nettoergebnisses betont das Management den operativen Erfolg: Die Umsätze der Gruppe stiegen um 1,5 % auf ein Niveau von 35,1 Milliarden Euro, und in Spanien selbst verzeichnete das Unternehmen zum ersten Mal seit 2008 gleichzeitig ein Umsatzwachstum, einen Anstieg des EBITDA-Gewinns und der Cashflows. Der spanische Telekommunikationssektor kämpft seit einem Jahrzehnt mit hoher Verschuldung und starkem Preisdruck, was Giganten wie Telefónica zu drastischen Strukturvereinfachungen und einer Konzentration auf das europäische Portfolio veranlasst hat.Im Schatten der spanischen Giganten veröffentlichte auch Telecom Italia (TIM) Ergebnisse. Der italienische Betreiber plant einen Aktienrückkauf im Wert von bis zu 400 Millionen Euro nach einem Umsatzanstieg auf 13,73 Milliarden Euro. Das Unternehmen befindet sich, ähnlich wie sein spanisches Pendant, in einer Restrukturierungsphase nach dem Verkauf seines Festnetzes an den Fonds KKR. Die Strategie von TIM basiert derzeit auf Schuldenabbau und Optimierung der Kapitalstruktur durch Aktienkonsolidierung.
Perspektywy mediów: Liberale Medien betonen die Notwendigkeit von Reformen und die sozialen Kosten des Personalabbaus in Spanien, akzeptieren jedoch die Strategie von Murtra als Rettungsanker. Konservative Medien konzentrieren sich auf die Rekordgewinne des Rüstungssektors und kritisieren die gigantischen Abfindungen für die ausscheidende Führung von Telefónica.
Mentioned People
- Marc Murtra — Vorstandsvorsitzender von Telefónica, der den Plan Transform & Grow umsetzt.
- Ángel Escribano — Vorstandsvorsitzender der Indra Group.
- José María Álvarez-Pallete — Ehemaliger langjähriger Vorstandsvorsitzender von Telefónica.