Das Oberste Gericht hat beschlossen, die Immunität von Richter Maciej Nawacki nicht aufzuheben, gegen den ein Strafverfahren eingeleitet wurde. Der Fall betrifft seinen angeblichen Akt des Zerreißens eines Beschlusses des Nationalen Justizrates im Jahr 2021 während dessen umstrittener früherer Amtszeit. Die Entscheidung der Kammer für Außerordentliche Kontrolle und Öffentliche Angelegenheiten des OG bedeutet, dass die Staatsanwaltschaft den Richter derzeit nicht zur Verantwortung ziehen kann. In den Medien gab es verschiedene Interpretationen dieses Urteils, von der Anerkennung als Erfolg der Verteidigung bis hin zum Hinweis auf eine Niederlage der Ermittler.
Entscheidung des OG zur Immunität von Nawacki
Die Kammer für Außerordentliche Kontrolle und Öffentliche Angelegenheiten des Obersten Gerichts stimmte der Aufhebung der Immunität von Richter Maciej Nawacki nicht zu. Das Strafverfahren gegen ihn wurde von der Regionalstaatsanwaltschaft in Warschau geführt.
Hintergrund des Falls: Zerreißen des Beschlusses
Der Fall betrifft Ereignisse aus dem Dezember 2021, als Richter Nawacki öffentlich einen Beschluss des damaligen Nationalen Justizrates zerrissen haben soll. Die Staatsanwaltschaft warf ihm tätlichen Angriff auf einen Amtsträger und Beleidigung des KRS vor.
Verschiedene Bewertungen des Urteils
Die Entscheidung des OG wurde von rechten und richternahen Portalen als Erfolg für den Schutz der Richterrechte bewertet. Unabhängige und Mitte-links-Medien betonen hingegen die Kontroversität des gesamten Verfahrens.
Die Kammer für Außerordentliche Kontrolle und Öffentliche Angelegenheiten des Obersten Gerichts traf am Dienstag, den 25. Februar, eine Entscheidung über den Antrag der Staatsanwaltschaft auf Aufhebung der Immunität von Richter Maciej Nawacki. Die Entscheidung war negativ, was zu einem vorläufigen Schutz des Richters vor dem Strafverfahren führt. Der Fall, der in der Rechtsgemeinschaft bekannt wurde, reicht bis Dezember 2021 zurück. Damals soll Richter Nawacki während einer Pressekonferenz einen Beschluss des Nationalen Justizrates zerrissen haben, in dem der Rat die Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs zur Vorrangigkeit des nationalen Rechts vor EU-Recht unterstützte. Die Regionalstaatsanwaltschaft in Warschau leitete ein Verfahren ein und warf dem Richter die Begehung von Straftaten nach den Artikeln 222 und 226 des Strafgesetzbuchs vor, die sich auf tätlichen Angriff auf einen Amtsträger und Beleidigung des KRS beziehen. Die Institution der richterlichen Immunität in Polen soll die Unabhängigkeit der Richter vor unbegründeter strafrechtlicher Verfolgung schützen. Sie kann durch ein zuständiges Organ aufgehoben werden, was die Durchführung eines Verfahrens ermöglicht. Bei Richtern des Obersten Gerichts und der ordentlichen Gerichte war dieses Verfahren stets Gegenstand besonderer Aufmerksamkeit und Auslegungsstreitigkeiten, insbesondere nach den Justizreformen der Jahre 2017-2018. In diesem konkreten Fall wurde der Antrag auf Immunitätsaufhebung von der Kammer für Außerordentliche Kontrolle und Öffentliche Angelegenheiten geprüft. Wie Quellen berichten, wies die Kammer in der Begründung darauf hin, dass die Handlung von Richter Nawacki, obwohl kontrovers und ethisch bedenklich, nicht offensichtlich die Merkmale einer Straftat erfülle und das Vorgehen der Staatsanwaltschaft absichtlich und repressiv gewesen sein könnte. Die Entscheidung bedeutet jedoch nicht das endgültige Ende des Falls. Die Staatsanwaltschaft kann gegen diesen Beschluss Berufung einlegen, und nach einem möglichen Erlöschen der Immunität (z.B. nach Ende der Richteramtszeit) könnte das Verfahren erneut eingeleitet werden. „I will not comment at this moment. Please respect the court's decision.” (Ich werde mich im Moment nicht dazu äußern. Bitte respektieren Sie die Entscheidung des Gerichts.) — Richter Maciej Nawacki In den Medien gab es verschiedene Interpretationen dieses Urteils. Portale wie wPolityce.pl oder Niezalezna.pl stellen es als Erfolg von Richter Nawacki und Niederlage der Staatsanwaltschaft dar und betonen, dass die Strafverfolgungsbehörden sich unnötig in eine politische Provokation eingemischt hätten. Gazeta Prawna und Rzeczpospolita berichten nüchterner über den Fall und konzentrieren sich auf die rechtlichen Aspekte der Entscheidung und ihre verfahrensrechtlichen Konsequenzen. Im Hintergrund des gesamten Falls bleibt der breitere Kontext des Streits um die Unabhängigkeit der Gerichte und die seit Jahren anhaltenden Spannungen zwischen Teilen der Richterschaft und den Organen der Exekutive und Legislative. Die Entscheidung des OG kann als eine weitere Etappe dieses langwierigen Konflikts angesehen werden.
Perspektywy mediów: Liberale Medien betonen die Kontroversität des gesamten Prozesses und weisen darauf hin, dass der Fall ein Beispiel für die Nutzung rechtlicher Instrumente zu politischen Zwecken ist. Rechte und richternahe Medien bewerten die Entscheidung als richtig und als Schutz des Richters vor unbegründeter Verfolgung.
Mentioned People
- Maciej Nawacki — Richter am Obersten Gericht, dessen Immunität nicht aufgehoben wurde