General Francis L. Donovan, Chef des US-Südkommandos, hat einen überraschenden Besuch in Venezuela absolviert, was einen Wendepunkt nach der Festnahme von Nicolás Maduro durch US-Spezialkräfte im Januar darstellt. Die US-Delegation traf sich mit der amtierenden Präsidentin Delcy Rodríguez sowie Schlüsselministern. Die Gespräche drehten sich um die Stabilisierung des Landes, den Kampf gegen Drogenkartelle und die Umsetzung eines von Washington vorbereiteten dreistufigen Plans für die politische und wirtschaftliche Transformation der Region.
Historischer Militärbesuch
General Francis L. Donovan traf sich mit den Behörden in Caracas und erklärte seine Unterstützung für die Stabilisierung des Landes nach dem Sturz des Regimes.
Prozess gegen Nicolás Maduro
Der ehemalige Diktator befindet sich in New York und ist des Kokainhandels beschuldigt; der brasilianische Präsident fordert einen Prozess in Venezuela.
Öl statt Sanktionen
Die USA verhandeln den Verkauf von venezolanischem Öl an Indien, um Lieferungen aus Russland vom dortigen Markt zu verdrängen.
Der Besuch von General Francis L. Donovan in Caracas ist die erste Militärmission dieses Ranges seit der Operation am 3. Januar 2026, als US-Spezialkräfte Nicolás Maduro festnahmen. Der US-Kommandant, begleitet vom hochrangigen Pentagon-Beamten Joseph Humire, führte Gespräche mit der Interimspräsidentin Delcy Rodríguez sowie den Ministern für Verteidigung und Inneres. Hauptziel der Delegation war die Bewertung der Sicherheitslage und die Sicherstellung der vollen Zusammenarbeit der neuen Behörden bei der Bekämpfung von Drogenschmuggel und Terrorismus.
Seit 2019 befand sich Venezuela in einer tiefen Krise der Doppelherrschaft, die nach umstrittenen Wahlen eskalierte und zu drastischen US-Sanktionen gegen den Ölsektor führte. Parallel zu den Militärgesprächen laufen diplomatische und wirtschaftliche Verhandlungen. Die Regierung von Donald Trump fördert aktiv den Verkauf von venezolanischem Öl an Indien, um eine Alternative zu Rohstoffen aus Russland zu schaffen. Im Gegenzug für die Diversifizierung der Lieferungen bietet Washington Neu-Delhi bevorzugte Zollsätze an. In Venezuela selbst bleibt die gesellschaftliche Stimmung angespannt, obwohl Umfragen eine breite Unterstützung für den US-Eingriff zeigen. Unterdessen appelliert der brasilianische Präsident Lula da Silva, dass Maduro in seiner Heimat und nicht vor ausländischen Gerichten verurteilt werden sollte, was die regionalen Kontroversen um die Auslieferung des ehemaligen Diktators unterstreicht.
Die Lage in Caracas stabilisiert sich unter der Aufsicht amerikanischer Berater. Die neuen Behörden bereiten sich auf eine Debatte über ein Amnestiegesetz vor, das zur Freilassung politischer Gefangener führen soll. Ein baldiges Treffen mit dem kolumbianischen Präsidenten Gustavo Petro wurde ebenfalls angekündigt, um Grenzfragen zu regeln. Experten weisen darauf hin, dass die Priorität des Weißen Hauses die schnelle Wiederaufnahme der Ölförderung und die Integration Venezuelas in das westliche Sicherheitssystem ist, um die seit Jahrzehnten andauernde Periode des Einflusses des Chavismo in Südamerika endgültig zu beenden.
Mentioned People
- Francis L. Donovan — Generalmajor des US Marine Corps, Kommandeur des US-Südkommandos (Southcom).
- Delcy Rodríguez — Amtierende Präsidentin Venezuelas nach der Festnahme Maduros.
- Luiz Inácio Lula da Silva — Präsident Brasiliens, der den Prozess gegen Maduro außerhalb Venezuelas kritisiert.