Neueste Daten zeigen eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit des russischen Ölsektors, dessen Exportvolumen um 6% über dem Niveau vor der Invasion liegt. Trotz eines Umsatzrückgangs von 18% umgeht Moskau die Restriktionen erfolgreich, indem es britische Überseegebiete und eine Schattenflotte nutzt. Als Reaktion hat London Sanktionen gegen den Giganten Transneft verhängt, während ukrainische Drohnen erstmals eine Schlüssel-Pumpstation angriffen und so eine Drosselung der Rohstofflieferungen erzwangen.

Rekord-Exportvolumen

Russland exportiert 6% mehr Öl als vor dem Krieg und umgeht westliche Sanktionen dank neuer asiatischer Absatzrichtungen erfolgreich.

Sanktionen gegen Transneft

Großbritannien verhängte Restriktionen gegen den russischen Pipeline-Giganten sowie das Handelsnetzwerk 2Rivers, das britische Territorien nutzt.

Drohnenangriff auf Infrastruktur

Ein ukrainischer Angriff auf eine Pumpstation erzwang eine Reduzierung des Transports um 250.000 Barrel pro Tag, was Besorgnis in den USA auslöste.

Eine Analyse der globalen Handelsströme zum vierten Jahrestag des Ausbruchs des Großkriegs offenbart eine paradoxe Situation des russischen Energiesektors. Russland exportiert derzeit 6% mehr Öl als im Jahr 2021, was auf eine tiefgreifende Neuausrichtung der Absatzmärkte in Richtung Asien hinweist. Das Hauptinstrument zur Umgehung internationaler Beschränkungen ist die sogenannte Schattenflotte, die hauptsächlich in den Gewässern des Ärmelkanals operiert. Zudem wurde aufgedeckt, dass russische Firmen etwa 8 Milliarden Dollar über britische abhängige Gebiete transferiert haben, was London zwang, ein Paket mit fast 300 neuen Sanktionen einzuführen. Diese trafen direkt den staatlichen Pipelinebetreiber Transneft sowie das geheime Handelsnetzwerk „2Rivers“, das über Mailserver operiert, die legale Firmen mit Embargo-unterworfenen Einheiten verbinden. Die operative Lage Russlands verschlechterte sich durch einen erfolgreichen Angriff ukrainischer Drohnen auf eine Schlüssel-Ölpumpstation. Dieser Vorfall zwang Transneft, die Lieferungen sofort um 250.000 Barrel pro Tag zu reduzieren. Der Angriff löste jedoch diplomatische Spannungen auf der Linie Kiew-Washington aus. Die Vereinigten Staaten sollen die Ukraine vor Angriffen auf russische Ölinfrastruktur gewarnt haben, aus Sorge vor einem plötzlichen Anstieg der Weltkraftstoffpreise und einer Destabilisierung der globalen Wirtschaft. Trotz physischer Schäden an der Infrastruktur nutzt Moskau zunehmend größere Tanker für den Rohstofftransport nach China, was einen teilweisen Ausgleich der Verluste aus den Pipeline-Unterbrechungen ermöglicht. Der globale Erdölmarkt reagiert seit Jahrzehnten instabil auf Konflikte in Förder- und Transitregionen. Die Energiekrisen der 1970er Jahre zeigten, dass die strategische Nutzung natürlicher Ressourcen als politisches Instrument zu Rezessionen in industrialisierten Ländern führen kann. Finanziell verzeichnet der Kreml jedoch Verluste. Die Gesamteinnahmen aus Öl- und Gasexporten sanken im vergangenen Jahr um 18%. Dies ist eine direkte Folge der Anwendung hoher Preisnachlässe für Abnehmer in Indien und China sowie des drastischen Anstiegs der Logistikkosten. Der britische Geheimdienst betont, dass für die weitere Schwächung von Putins Kriegsmaschinerie die Abschottung des Finanzsystems auf den Kaimaninseln und in Gibraltar entscheidend sein wird. London kündigte strenge Audits in diesen Steueroasen an, um die Verschleierung milliardenschwerer Handelsgeschäfte zu verhindern.

Mentioned People

  • Władimir Putin — Präsident Russlands, dessen Kriegsmaschinerie sich auf Einnahmen aus dem Ölgeschäft stützt.