Deutsche medizinische Experten haben die offiziellen Empfehlungen zur Säuglingsernährung aktualisiert und an die Standards der Weltgesundheitsorganisation angepasst. Die neue Richtlinie besagt, dass Kinder in den ersten sechs Lebensmonaten ausschließlich gestillt werden sollten. Sie ersetzt die bisherigen Empfehlungen, die die Einführung von Beikost bereits nach dem vierten Monat erlaubten, was zu zahlreichen Diskussionen in der Fachwelt von Kinderärzten und Hebammen führte.

Vereinheitlichung mit WHO-Normen

Deutschland hat offiziell den Standard von sechs Monaten ausschließlichem Stillen übernommen und beendet damit die Empfehlung zur Einführung von Beikost nach dem vierten Monat.

Evidenz aus wissenschaftlichen Studien

Die neuen Richtlinien basieren auf einer Analyse von Beobachtungsstudien, die die schützende Wirkung des natürlichen Stillens auf die Gesundheit von Mutter und Kind bestätigen.

Ziel der neuen Regelung

Die Reform soll widersprüchliche medizinische Botschaften beseitigen und Mitarbeiter im Gesundheitswesen bei der Aufklärung junger Eltern unterstützen.

Rolle der Stillberatung

Die Nationale Stillkommission betont die Bedeutung professioneller Unterstützung für Frauen, um die neuen Ernährungsziele umzusetzen.

Die deutsche Nationale Stillkommission hat eine bahnbrechende Änderung der nationalen Standards für die Neugeborenenversorgung angekündigt. Gemäß der neu vorgestellten Leitlinie sollten reifgeborene Kinder (zum Termin geborene) bis zum Abschluss des sechsten Lebensmonats ausschließlich oder überwiegend mit Muttermilch ernährt werden. Dieses Dokument beendet die jahrelange Besonderheit der deutschen Beratung, die vorschlug, mit der Gabe fester Nahrung wie Brei zwischen dem vierten und sechsten Monat zu beginnen. Die Entscheidung wurde nach gründlicher Analyse zahlreicher Beobachtungsstudien getroffen, die statistisch signifikante gesundheitliche Vorteile sowohl für das Kind als auch für die Mutter aufzeigen. Experten betonen, dass natürliche Muttermilch Säuglinge vor Infektionen schützt und ihre optimale Entwicklung fördert. Gleichzeitig wies die Kommissionsvorsitzende, Regina Ensenauer, darauf hin, dass die Empfehlungen mit einer gewissen Vorsicht formuliert wurden, da Beobachtungsstudien zwar starke Zusammenhänge bestätigen, aber nicht immer einen direkten Ursache-Wirkungs-Zusammenhang aufzeigen. Man konzentrierte sich auf einen Zeitraum von zwölf Monaten Gesamtstillzeit, ohne die Effekte einer zweijährigen Periode detailliert zu analysieren. Polen und die meisten europäischen Länder stützen ihre Empfehlungen seit Jahren auf das WHO-Modell von 2001, das ausschließliches Stillen über ein halbes Jahr als Goldstandard in der Kinderernährung fördert.Die neuen Richtlinien zielen darauf ab, die Botschaft an Eltern von Kinderärzten, Neonatologen und Hebammen zu vereinheitlichen. Diese Änderung fällt mit der wachsenden Beliebtheit alternativer Methoden der Beikosteinführung zusammen, wie etwa der Methode Baby-led Weaning (BLW), die per Definition die Bereitschaft des Kindes zur Aufnahme fester Nahrung erst um die 24. Lebenswoche annimmt. Experten hoffen, dass eine klare Empfehlung die Zweifel der Eltern bezüglich des Zeitpunkts der ersten Mahlzeit außer Milch ausräumen wird. „Das Gremium konzentrierte sich auf den Zeitraum von zwölf Monaten aufgrund des günstigeren Stands der wissenschaftlichen Forschung für diese Altersgruppe.” — Regina Ensenauer Änderung der Stillempfehlungen in Deutschland: Ausschließliches Stillen: 4-6 Monate → 6 Monate (vollständig); Einführung fester Nahrung: frühestens nach dem 4. Monat → nach dem 6. Monat; Übereinstimmung mit WHO: teilweise → vollständig 6 Monate — ist der neue Standard für ausschließliches Stillen Weist auf die Notwendigkeit systemischer Unterstützung für Frauen hin, die länger stillen möchten, einschließlich eines längeren Mutterschaftsurlaubs. | Betonung der Bedeutung wissenschaftlicher Forschungsergebnisse und der Wahlfreiheit der Mutter im Kontext der neuen, strengeren Empfehlungen.

Mentioned People

  • Regina Ensenauer — Vorsitzende der Nationalen Stillkommission in Deutschland, Koordinatorin der neuen Richtlinien.