Die größten Finanzinstitute Europas und Asiens haben ihre Berichte für das Jahr 2025 veröffentlicht und präsentieren ehrgeizige Wachstumspläne. Die spanische Santander hat sich das Ziel gesetzt, bis 2028 einen Gewinn von über 20 Mrd. Euro zu erwirtschaften und plant gleichzeitig eine deutliche Erhöhung der Dividenden. Die britischen Konzerne HSBC und Standard Chartered kündigten trotz Kostendruck und Abschreibungen milliardenschwere Aktienrückkaufprogramme an, was eine Rückkehr zu einer aggressiven Vergütungspolitik für Aktionäre signalisiert.
Ehrgeiziges Ziel der Banco Santander
Die spanische Bank plant, bis 2028 die 20-Milliarden-Euro-Gewinnschwelle zu überschreiten und die Ausschüttungen an Aktionäre deutlich zu erhöhen.
Restrukturierung der HSBC
Die Bank kündigte das Ende eines umfangreichen strukturellen Veränderungsprozesses an, trotz eines einmaligen Gewinnrückgangs um 1,8 Mrd. Pfund.
Aktienrückkauf der Standard Chartered
Die Institution startet ein Buyback-Programm im Wert von 1,5 Mrd. US-Dollar nach einem Anstieg des Jahresgewinns um 18 Prozent.
Erfolg des asiatischen Wealth Managements
Die Banken OCBC und UOB verzeichnen Rekordeinnahmen aus Gebühren von vermögenden Kunden, was ihre Finanzergebnisse stabilisiert.
Der Bankensektor durchläuft eine Phase der dynamischen Strategieneudefinition, was die jüngsten Finanzberichte globaler Akteure bestätigen. Der spanische Gigant Banco Santander kündigte einen ehrgeizigen strategischen Plan an, der vorsieht, bis 2028 die Schwelle von 20 Mrd. Euro Nettoergebnis zu erreichen. Die von Ana Botín geführte Institution will dieses Ziel durch weitere operative Integration und Optimierung der Struktur nach der Übernahme von Webster erreichen. Gleichzeitig kündigte die Bank eine Änderung ihrer Dividendenpolitik an und strebt Auszahlungen an, die die bisherigen Standards deutlich übertreffen sollen, um langfristige Investoren anzuziehen. Parallel präsentierten die britischen Banken mit globaler Reichweite, HSBC und Standard Chartered, Ergebnisse, die trotz gewisser Belastungen von den Märkten optimistisch aufgenommen wurden. HSBC signalisiert unter der Führung seines neuen Vorstandsvorsitzenden das Ende eines mehrjährigen tiefgreifenden Restrukturierungsprozesses. Obwohl das Ergebnis vor Steuern aufgrund von Wertberichtigungen sowie Restrukturierungs- und Veräußerungskosten um 2,4 Mrd. US-Dollar (ca. 1,9 Mrd. Pfund) gesunken ist, hat die Bank ihre Schlüsselrentabilitätsziele angehoben. Standard Chartered wiederum kündigte ein Aktienrückkaufprogramm an im Wert von 1,5 Mrd. US-Dollar, was sich direkt in einer optimistischen Stimmung der Investoren niederschlug, obwohl das Quartalsergebnis etwas niedriger ausfiel als die optimistischsten Analystenprognosen. Nach der Finanzkrise von 2008 kämpften europäische Banken über ein Jahrzehnt lang mit einer Erosion der Zinsmargen. Die aktuellen Rekordergebnisse sind das Ergebnis höherer Zinssätze und einer erfolgreichen digitalen Transformation, die die Kosten der Kundenbetreuung dauerhaft gesenkt hat. In Südostasien meldeten auch die Banken OCBC und UOB solide Ergebnisse, die hauptsächlich vom Vermögensverwaltungssektor getrieben wurden. Die gestiegenen Gebühren aus Investmentberatung und Portfolioverwaltung für vermögende Kunden kompensierten die geringere Nachfrage nach Unternehmenskrediten. Außerhalb des Finanzsektors erregte die italienische Ferretti-Gruppe, Herstellerin von Luxusyachten, Aufmerksamkeit, die einen Anstieg des Betriebsergebnisses um fast 7 Prozent verzeichnete. Dies zeugt von der ungebrochenen Kaufkraft im Luxusgütersegment, das sich als resistent gegenüber Turbulenzen in der Realwirtschaft erweist. „Santander's Botin total compensation rises 34.6% in 2025 to 18.54 mln euros.” (Die Gesamtvergütung von Santanders Botín stieg 2025 um 34,6 % auf 18,54 Mio. Euro.) — Ana Botín
Mentioned People
- Ana Botín — Vorstandsvorsitzende der Banco Santander, deren Vergütung um über 34 % gestiegen ist.
- Bill Winters — Vorstandsvorsitzender von Standard Chartered, dessen Gehalt trotz steigender Bonuspools unverändert blieb.