Das amerikanische Startup Anthropic startete eine breite Marktoffensive und präsentierte das Claude Cowork Toolset sowie die mobile Remote Control App. Gleichzeitig beschuldigte das Unternehmen offiziell chinesische Wettbewerber, darunter DeepSeek und MiniMax, der massenhaften Verletzung der Nutzungsbedingungen durch systematisches Herunterladen von Antworten des Claude-Modells zum Training eigener Systeme. Die Spannungen werden durch Berichte von Vertretern der US-Administration verschärft, wonach DeepSeek seine neuesten Systeme auf fortschrittlichen Nvidia Blackwell Prozessoren trainiert, was auf eine Umgehung der Exportbeschränkungen hindeutet.

Unternehmensoffensive von Anthropic

Die Einführung von Claude Cowork und Remote Control zielt darauf ab, Automatisierungsdienstleistungen für Investment Banking und Ingenieurwesen zu monopolisieren.

Vorwürfe des Datendiebstahls

Anthropic und OpenAI werfen dem chinesischen DeepSeek vor, ihre Modelle illegal für das Training eigener KI-Systeme genutzt zu haben.

Nvidia-Chips in China

Das Weiße Haus bestätigte, dass DeepSeek verbotene Nvidia-Prozessoren für den Aufbau seines nächsten bahnbrechenden Modells nutzt.

Der Markt für künstliche Intelligenz ist in eine Phase offenen technologischen und rechtlichen Konflikts eingetreten. Anthropic, einer der Branchenführer, präsentierte Claude Cowork – eine Lösung zur Automatisierung komplexer Prozesse in Ingenieurwesen, Finanzen und Personalwesen. Die Einführung des Claude Opus 4.5 Modells und des Claude Code Tools für autonomes Programmieren stieß auf großes Interesse bei Entwicklern, führte aber nicht zu einem sprunghaften Anstieg der Aktienkurse von Softwareunternehmen an den Börsen. Investoren nahmen die Erweiterung des Angebots um konkrete Geschäftstools trotz früherer Bedenken über den Einfluss von KI auf traditionelle IT-Dienstleistungsmodelle von Unternehmen wie IBM mit Erleichterung auf. Gleichzeitig erhob Anthropic schwere Vorwürfe gegen chinesische Akteure. Laut dem Unternehmen seien die Modelle DeepSeek und MiniMax mit Daten trainiert worden, die vom Bot Claude generiert wurden, was eine eklatante Verletzung geistigen Eigentums darstelle. Die Situation wird durch eine Mitteilung des Weißen Hauses verschärft, die bestätigte, dass DeepSeek Zugang zu den modernsten Grafikprozessoren Nvidia habe. Diese Entdeckung stellt die Wirksamkeit amerikanischer Sanktionen in Frage, die den Zugang Chinas zu strategisch bedeutsamer Technologie einschränken sollen. Seit 2022 verschärfen die Vereinigten Staaten systematisch die Exportbeschränkungen für fortschrittliche Chips nach China, aus Sorge vor deren militärischer und Überwachungsnutzung. Peking reagiert auf diese Schritte mit einer Intensivierung der einheimischen Forschung und dem Aufbau alternativer Lieferketten. Angesichts des wachsenden Wettbewerbsdrucks legt Anthropic zunehmend Wert auf den Schutz seiner Modelle vor Datendiebstahl, was eine lebhafte Debatte unter Experten auslöst. Das Unternehmen bekräftigt sein fortgesetztes Engagement für Ethik, doch der intensive Wettlauf mit OpenAI und chinesischen Rivalen erzwingt ein immer schnelleres Innovationstempo bei gleichzeitiger Abschottung des Technologiezugangs. Der CEO des Unternehmens Workday bemerkte ironisch, dass trotz des Wettbewerbs sowohl Anthropic als auch OpenAI auf den Systemen seines Unternehmen operierten, was die tiefen Verflechtungen innerhalb des gesamten Tech-Ökosystems zeige. „We are seeing systematic harvesting of our models by Chinese firms, which undermines the foundations of fair competition in the AI sector.” (Wir beobachten eine systematische Aneignung unserer Modelle durch chinesische Firmen, was die Grundlagen eines fairen Wettbewerbs im KI-Sektor untergräbt.) — Dario Amodei

Mentioned People

  • Aneel Bhusri — Der CEO von Workday kommentierte die Abhängigkeit von KI-Startups von traditioneller Software.