Der Hauptverdächtige in der Korruptionsaffäre im Kohlenwasserstoffsektor, Víctor de Aldama, hat vor Gericht belastende Aussagen gemacht. Der Geschäftsmann behauptet, Beweise für die illegale Finanzierung der regierenden Spanischen Sozialistischen Arbeiterpartei und der Sozialistischen Internationale zu besitzen. In den Fall sollen hohe Bargeldsummen und politische Einflüsse bis hin zur venezolanischen Regierung und zu Schlüsselministerien in Spanien verwickelt sein.

Vorwürfe illegaler Parteienfinanzierung

Víctor de Aldama gab an, dass die PSOE und die Sozialistische Internationale aus illegalen Quellen finanziert worden seien, darunter auch aus Mitteln aus Venezuela.

Widersprüchliche Aussagen zu Bargeld

Carmen Pano gestand, 90.000 Euro in Tüten zum Sitz in der Ferraz-Straße gebracht zu haben, während Aldama niedrigere Beträge angibt.

Rolle der venezolanischen Vizepräsidentin

In den Aussagen taucht der Name Delcy Rodríguez auf, die einen Umschlag mit Geld übergeben haben soll, der mit dem Geschäft von PDVSA und dem Kraftstoffsektor in Verbindung steht.

Eine neue Phase der Ermittlungen im sogenannten Kohlenwasserstoff-Fall (span. Caso Hidrocarburos) bringt bahnbrechende, wenn auch kontroverse Aussagen des Hauptangeklagten. Víctor de Aldama, bekannt als einflussreicher Lobbyist und Mittelsmann, wiederholte vor dem Ermittlungsrichter Santiago Pedraz, dass er Informationen über systematische Rechtsverstöße bei der Finanzierung der PSOE besitze. Nach Angaben des Geschäftsmanns ist die derzeitige Vizepräsidentin Venezuelas, Delcy Rodríguez, in den Fall verwickelt. Aldama behauptet, von ihr einen Umschlag mit Geld für parteipolitische Zwecke erhalten zu haben. Die PSOE, gegründet 1879, ist eine der beiden Hauptkräfte im politischen System Spaniens. In den letzten Jahrzehnten sah sie sich wiederholt mit Korruptionsvorwürfen konfrontiert, von denen der bekannteste der ERE-Fonds-Skandal in Andalusien war.Aldamas Aussagen stehen im Widerspruch zur Darstellung einer anderen Verdächtigen, Carmen Pano. Die Frau gab an, auf Aldamas Bitte hin 90.000 Euro in Plastiktüten zum Parteisitz in der Ferraz-Straße in Madrid gebracht zu haben. Aldama hingegen behauptet, die Beträge seien niedriger gewesen und hätten bei 40.000–50.000 Euro gelegen, und das Geld sei direkt an Koldo García, den ehemaligen Berater des Ministers José Luis Ábalos, gegangen. Ziel dieser Bestechungsgelder soll die Erleichterung von Geschäftsoperationen im Verkehrsministerium gewesen sein. Die Ermittler prüfen derzeit die Glaubwürdigkeit dieser Aussagen, da Aldama andeutet, mit der Staatsanwaltschaft verhandeln zu wollen, um im Gegenzug das volle Ausmaß des Vorgehens offenzulegen. Die Atmosphäre um die Regierung verdichtet sich, zumal in den Beweismitteln Aufzeichnungen von Gesprächen in Messenger-Diensten auftauchen, in denen von einem „Umschlag von PDVSA“ die Rede ist. PDVSA ist der venezolanische Ölgigant, der nach Angaben des Angeklagten die Quelle der Mittel gewesen sein soll. Die Verteidigung der Regierungspartei weist die Vorwürfe zurück und bezeichnet Aldamas Aussagen als Versuch, durch haltlose politische Angriffe die eigene Haut zu retten. 90 000 € — soll in Plastiktüten zum PSOE-Parteisitz gelangt seinAbweichungen in den Aussagen zu Bestechungsgeldern: Carmen Pano: 90000, Víctor de Aldama: 50000Ablauf der letzten Verfahrenshandlungen: 30. Januar 2026 — Aussagen von Carmen Pano; 19. Februar 2026 — Vernehmung Aldamas; 19. Februar, Abend — Veröffentlichung von Aufnahmen„Wir sprechen über illegale Parteienfinanzierung, und darüber haben wir bisher nicht gesprochen, das ist etwas, was wir direkt mit dem Staat aushandeln müssen.” — Víctor de AldamaLinke Medien betonen den Mangel an harten Beweisen und die Glaubwürdigkeit des Zeugen, der als Angeklagter ein Interesse daran hat, die Regierung zu verleumden, um seine Strafe zu mildern. | Rechte Presse konzentriert sich auf die Bestätigung von Korruptionsmechanismen innerhalb der PSOE sowie auf Verbindungen der Regierung zum Regime in Caracas.

Mentioned People

  • Víctor de Aldama — Unternehmer und mutmaßlicher Mittelsmann in einer Korruptionsaffäre, beschuldigt der Beteiligung an einem Bestechungsnetzwerk.
  • José Luis Ábalos — Ehemaliger spanischer Verkehrsminister, dessen Name regelmäßig im Zusammenhang mit Korruptionsskandalen auftaucht.
  • Santiago Pedraz — Ermittlungsrichter am Audiencia Nacional, der den Fall im Kohlenwasserstoffsektor führt.