Die Generalitat de Catalunya unter der Führung von Salvador Illa hat den Haushaltsentwurf für das Jahr 2026 in Rekordhöhe von 49,1 Milliarden Euro gebilligt. Das Dokument sieht einen Gesamtausgabenanstieg von 10 Prozent vor, darunter beispiellose Aufwendungen für Wohnungsbau und Bildung. Trotz einer Einigung mit der Partei Comuns hat die Minderheitsregierung weiterhin nicht die Unterstützung der Schlüsselformation ERC erhalten, was die erste Debatte im Parlament in die zweite Aprilhälfte verschoben hat.

Rekordausgaben Kataloniens

Der Entwurf sieht Ausgaben von über 49 Mrd. Euro vor, was den höchsten Betrag in der Geschichte der Region darstellt, bei einem Haushaltsplus von 10%.

Verzögerung im Parlament

Wegen fehlender Einigung mit der Partei ERC wurde die Abstimmung über den Haushalt auf den 24. April 2026 verschoben.

Bildung und Wohnungsbau

Die Aufwendungen für Bildung steigen auf 8 Mrd. Euro, und die Mittel für die Wohnungspolitik erreichen Rekordniveaus.

Die katalanische Regierung unter Salvador Illa hat einen entscheidenden Schritt zur Umsetzung ihrer Wirtschaftsagenda gemacht, indem sie den Haushaltsentwurf für 2026 billigte. Die Gesamtausgaben sollen einen Rekordwert von 49.162 Millionen Euro erreichen, was einem Anstieg von fast 10 Prozent gegenüber dem vorherigen Finanzplan entspricht. Die Architekten des Haushalts setzen auf eine expansive Fiskalpolitik und leiten erhebliche Mittel in die Schlüsselressorts. Generalitat plant, über 8 Milliarden Euro für Bildung bereitzustellen, was einem Anstieg von 14 Prozent entspricht. Darüber hinaus wurden Rekordinvestitionen in den Wohnungsbau sowie eine Erhöhung der Zahl der Beamten angekündigt, um die lokale Verwaltung zu optimieren. Trotz der formalen Annahme des Entwurfs durch den Exekutivrat bleibt die politische Lage von Premierminister Illa kompliziert. Derzeit verfügt die Regierung nur über die Unterstützung der linken Fraktion Comuns, was keine Mehrheit im katalanischen Parlament garantiert. Der Schlüsselakteur, ERC, zögert weiterhin mit einer endgültigen Erklärung. Beide Seiten haben sich entschieden, die Verhandlungen um eine weitere Woche zu verlängern, was zu einer Verschiebung der ersten Abstimmungsrunde führte. Die republikanischen Verhandler fordern Zugeständnisse bei der Reform der Einkommensteuer (IRPF) und die Einrichtung eines Konsortiums für staatliche Investitionen, dessen Gesetzentwurf bereits in Madrid vorgelegt wurde. Seit der Wiederherstellung der katalanischen Autonomie im Jahr 1979 war die Verabschiedung des Haushalts fast immer ein Stabilitätstest für lokale Koalitionen und führte bei deren Ablehnung oft zu vorgezogenen Neuwahlen.Die Opposition auf der rechten Seite des politischen Spektrums, vertreten durch die Volkspartei (PP) und Vox, hat bereits angekündigt, Änderungsanträge mit dem Ziel der vollständigen Ablehnung des Plans in erster Lesung einzureichen. Die separatistische Partei Junts kritisiert den Haushalt hingegen für zu enge Verbindungen zu den radikalen Forderungen der Comuns und bezeichnet ihn als Fortsetzung der Politik der Stagnation. Gleichzeitig gab es in Barcelona bedeutende Entscheidungen auf lokaler Ebene – der Stadtrat billigte einen 50-prozentigen Nachlass auf die Kosten für Schulessen und lehnte dabei eine Kommission zur Bekämpfung von Wohnungsspekulation ab. „Este es el mejor presupuesto posible para Cataluña, un presupuesto que pone fin a la parálisis de los servicios públicos.” (Dies ist der bestmögliche Haushalt für Katalonien, ein Haushalt, der der Lähmung der öffentlichen Dienste ein Ende setzt.) — Salvador Illa Zur gleichen Zeit wählte der katalanische Agrarsektor seine Vertreter in den Branchenwahlen, die erneut von der Gewerkschaft Unió de Pagesos gewonnen wurden. Dieses Ergebnis fällt mit dem wachsenden Druck von Autohändlern zusammen, die von der Regierung Steuererleichterungen beim Kauf von Elektroautos fordern. Die politische Dynamik der kommenden Wochen wird zeigen, ob es Illa gelingt, die ERC von seiner Vision zu überzeugen oder ob ihm im ersten Amtsjahr eine tiefe legislative Lähmung droht.

Perspektywy mediów: Liberale und katalanische Medien betonen den Rekordcharakter der Ausgaben für soziale Zwecke und Bildung und sehen darin eine Chance zur Stabilisierung der Region. Konservative Presse akzentuiert die Isolation von Premierminister Illa, das Fehlen einer echten Mehrheit und das übermäßige Wachstum der öffentlichen Ausgaben.

Mentioned People

  • Salvador Illa — Präsident der Generalitat de Catalunya, Führer der katalanischen Sozialisten, der den Haushaltsentwurf vorantreibt.
  • Oriol Junqueras — Führer der ERC, der an den Haushaltsverhandlungen mit der Regionalregierung teilnimmt.