Polnische Fußballklubs stehen vor einer historischen Chance in den europäischen Pokalwettbewerben. Lech Poznań und Raków Częstochowa haben die Play-off-Runde erfolgreich überstanden und erfuhren am Freitag ihre Gegner im Achtelfinale der Conference League. Die Auslosung in Nyon brachte ambitionierte Herausforderungen: Der Kolejorz trifft auf den ukrainischen Meister Schachtar Donezk, während die Medaliki den italienischen Vertreter AC Florenz empfangen. Die Spannung wird dadurch verstärkt, dass beide polnischen Teams noch immer als Anwärter auf den Titel gehandelt werden.
Duelle mit Giganten
Lech Poznań spielt gegen Schachtar Donezk und Raków Częstochowa trifft auf den Finalisten der letzten Austragung, die italienische AC Florenz.
Kontroversen um Schachtar
Der Trainer des ukrainischen Teams kritisierte öffentlich die Logistik des Spielens in Polen, was vor den Achtelfinalspielen für Spannungen sorgte.
Kostspielige Stadionrenovierungen
Lech Poznań und Widzew Łódź sind gezwungen, Hunderttausende von Złoty für den plötzlichen Austausch zerstörter Spielflächen auszugeben.
Der polnische Vereinsfußball erlebt eine der besten Phasen der letzten Jahrzehnte, was die Freitagsauslosung der Achtelfinalpaarungen der UEFA Conference League bestätigte. Zum ersten Mal seit Jahren treten zwei polnische Mannschaften gleichzeitig in dieser Wettbewerbsphase an. Lech Poznań, der in der vorherigen Runde den norwegischen Vertreter Bodø/Glimt ausschaltete, zog Schachtar Donezk. Raków Częstochowa hingegen, nach dem Nervenkitzel gegen die italienische AC Monza, wird sich mit der titelerfahrenen AC Florenz messen. Die Sportmedien griffen sofort die logistischen und diplomatischen Schwierigkeiten auf, die diesen Duellen innewohnen, insbesondere im Kontext des Aufeinandertreffens mit dem ukrainischen Meister. Conference League ist für die polnischen Teams zu einer realen Chance auf einen signifikanten Aufstieg in der UEFA-Länderwertung geworden, was sich in einem leichteren Zugang zu den Pokalwettbewerben in den folgenden Spielzeiten niederschlägt. Experten und Buchmacher schätzen die Chancen von Raków als anspruchsvoll, aber realistisch ein und erinnern daran, dass die Mannschaft aus Częstochowa bereits Teams aus der Serie A überraschen konnte. Die AC Florenz, Finalist der letzten Austragung, flößt jedoch mit ihrer Marke und ihrem Budget Respekt ein. Im Fall von Lech ist die Situation aufgrund von Äußerungen des Trainerstabs von Schachtar, die in den polnischen Sportmedien für erhebliche Kontroversen sorgten, komplizierter. Seit der UEFA-Wettbewerbsreform 2021 punkten polnische Klubs regelmäßig in der Gruppenphase, doch die Präsenz zweier Teams im Top-16 ist ein Ergebnis, das seit der Pokalreform Anfang der 1990er Jahre nicht mehr verzeichnet wurde.Der Trainer von Schachtar Donezk, Marino Pušić, löste eine Lawine von Kommentaren aus, indem er andeutete, dass er die Heimspiele seiner Mannschaft nicht in Polen austragen wolle. Als Grund nannte er die komplizierte Logistik und die ermüdenden Reisen, die die Fitness seiner Spieler beeinträchtigen. Diese Worte wurden in Posen und Warschau kühl aufgenommen, da polnische Städte seit Beginn der russischen Aggression ukrainischen Klubs Stadien und Trainingsinfrastruktur angeboten haben. Unterdessen kämpft Lech Poznań in der Ekstraklasa selbst mit profanen, aber kostspieligen Problemen. Der katastrophale Zustand des Rasens im Stadion an der Bułgarska-Straße erzwang eine sofortige Rasenerneuerung, deren Kosten auf knapp 800.000 Złoty geschätzt werden. 800 tys. zł — verschlingt die Express-Rasenerneuerung im Posener StadionDie Entscheidung für eine neue Spielfläche ist entscheidend vor dem anstehenden Ligahit gegen Raków sowie vor den Pokalspielen. Ähnliche Schritte wurden in Łódź unternommen, wo der Rasen vor dem Spiel von Widzew gegen Lech erneuert wird. Diese Situation zeigt, welche großen infrastrukturellen Herausforderungen das Spielen auf mehreren Fronten bei ungünstigen Witterungsbedingungen für die Klubs darstellt. Trotz dieser Schwierigkeiten ist die Stimmung unter den Fans optimistisch, und die Auslosungsergebnisse werden als „elektrisierend” und hoffnungsvoll für weitere Runden angesehen. „To be honest, I don't want to play in Poland anymore. The logistics are too difficult, and our players spend too much time traveling instead of being on the pitch.” (Um ehrlich zu sein, ich möchte nicht mehr in Polen spielen. Die Logistik ist zu schwierig und unsere Spieler verbringen zu viel Zeit mit Reisen, anstatt auf dem Platz zu sein.) — Trainer von Schachtar Donezk, Autor kontroverser Äußerungen zum Spielen in Polen.
Perspektywy mediów: Liberale Medien betonen den organisatorischen und sportlichen Erfolg und heben die Offenheit polnischer Städte für ukrainische Klubs trotz der Kritik ihres Trainers hervor. Konservative Presse spitzt den Aspekt der Undankbarkeit des Schachtar-Trainers zu und weist auf die enormen Infrastrukturkosten hin, die polnische Klubs tragen müssen.
Mentioned People
- Marino Pušić — Trainer von Schachtar Donezk, Autor kontroverser Äußerungen zum Spielen in Polen.
- Bartosz Tomczyk — Journalist und Experte, der die Auslosungsergebnisse vorhersagte.