Der Deutsche Bundestag hat am Freitag eine umfassende Reform des Asylrechts gebilligt, die die Umsetzung des europäischen GEAS-Systems darstellt. Die neuen Vorschriften führen die restriktivsten Regelungen seit 1993 ein, darunter Grenzverfahren und die Erleichterung von Abschiebungen. Die Entscheidung fiel in einer Atmosphäre politischen Chaos und erforderte ein "Hammelsprung"-Verfahren. Gleichzeitig beschlossen die Abgeordneten eine Erweiterung der Befugnisse der Bundeswehr im Bereich der Bekämpfung unbemannter Luftfahrzeuge, was mit einer veränderten nationalen Sicherheitslage begründet wird.
Umsetzung des GEAS-Systems
Deutschland hat sein Recht an die EU-Vorgaben angepasst und führt Grenzverfahren sowie beschleunigte Abschiebungen von Personen ohne Asylchancen ein.
Chaos im Parlament
Die Abstimmung erforderte ein Verfahren der physischen Abgeordnetenzählung aufgrund von Unklarheiten über die Mehrheitsverhältnisse im Saal.
Neue Befugnisse für die Bundeswehr
Die Streitkräfte erhielten erweiterte Befugnisse zum Abschuss und zur Neutralisierung fremder Drohnen über deutschem Territorium.
Das deutsche Parlament hat eine grundlegende Reform des Asylsystems verabschiedet, die die nationale Gesetzgebung an das Europäische Gemeinsame Asylsystem anpasst. Diese Änderungen werden von Kommentatoren als der tiefste Eingriff in das Asylrecht seit über drei Jahrzehnten bezeichnet. Ein zentrales Element der neuen Regelungen ist die Einführung strenger Verfahren an den EU-Außengrenzen, die eine schnelle Überprüfung von Personen mit geringer Aussicht auf Schutz zum Ziel haben. Die Reform sieht auch eine erhöhte Zulässigkeit von Zwangsmaßnahmen, einschließlich Freiheitsbeschränkungen, gegenüber Personen vor, die in Aufnahmezentren auf eine Entscheidung warten. Der Gesetzgebungsprozess verlief jedoch nicht reibungslos; im Bundestag kam es zu dem seltenen "Hammelsprung"-Verfahren, also der physischen Stimmenzählung durch Betreten des Saals durch entsprechende Türen, was auf enorme Spannungen in der Regierungskoalition und Unsicherheit über die parlamentarische Mehrheit hindeutet. Seit der Flüchtlingskrise 2015 kämpft Deutschland mit einer zunehmenden gesellschaftlichen Polarisierung und dem Druck auf die Sozialsysteme, was zu einer grundlegenden Neubewertung der bisherigen Politik der "offenen Tür" zugunsten strikt restriktiver Lösungen geführt hat.Die politischen Perspektiven auf die neuen Vorschriften sind extrem unterschiedlich. Vertreter der christdemokratischen Union CDU/CSU bezeichnen die Annahme der Reform als "neues Kapitel" in der Migrationspolitik, drängen aber gleichzeitig auf einen noch härteren Kurs. Politiker der Grünen und der Linken schlagen Alarm und weisen darauf hin, dass das neue Gesetz vor allem gefährdete Gruppen, darunter Kinder und Jugendliche, treffen wird. Kritik kommt auch von der Kirche (EKD) und Menschenrechtsorganisationen, die die Regierung beschuldigen, de facto routinemäßig Freiheitsentzug gegenüber Flüchtlingen anzuwenden. Parallel dazu beschloss der Bundestag eine Erweiterung der Befugnisse der Bundeswehr im Bereich der Drohnenabwehr, was eine direkte Reaktion auf die militärischen Lehren aus dem Konflikt in der Ukraine und den Schutz kritischer Infrastruktur darstellt. „Das ist ein neues Kapitel in der Migrationspolitik, das endlich für mehr Kontrolle und Ordnung sorgt.” — Vorsitzender der CSU-Landesgruppe im Bundestag, der eine Verschärfung des Asylkurses unterstützt.
Perspektywy mediów: Liberale und linke Medien konzentrieren sich auf die Entmenschlichung der Verfahren und die Gefährdung von Kinderrechten in Abschiebezentren. Konservative Presse betont die Notwendigkeit der Wiederherstellung von Grenzkontrollen und wirft der AfD Heuchelei in der Reformfrage vor.
Mentioned People
- Alexander Dobrindt — Vorsitzender der CSU-Landesgruppe im Bundestag, der eine Verschärfung des Asylkurses unterstützt.