Die Olympischen Winterspiele Mailand-Cortina 2026 sind offiziell zu Ende gegangen. Während der feierlichen Abschlusszeremonie im italienischen Verona wurde die olympische Flagge an Vertreter Frankreichs übergeben, das die nächsten Spiele im Jahr 2030 ausrichten wird. Die Veranstaltung, die voller künstlerischer Finesse und opernhafter Anspielungen war, fand im Schatten von Protesten der lokalen Bevölkerung und Kontroversen um die politischen Erklärungen von Präsident Emmanuel Macron zur Zukunft des Wintersports im Zeitalter des Klimawandels statt.
Fahnenübergabe an Frankreich
Eine offizielle Delegation übernahm die olympische Flagge und symbolisierte damit den Beginn der Vorbereitungen für die Spiele Alpen 2030.
Proteste in Verona
Demonstranten kritisierten die Kosten und den ökologischen Fußabdruck der Spiele während der Abschlusszeremonie im Amphitheater.
Klimadilemma
Experten warnen vor den Gefahren für den Wintersport, die sich aus der globalen Erwärmung ergeben.
Die Abschlusszeremonie der Olympischen Winterspiele 2026 im Amphitheater von Verona bildete eine symbolische Brücke zwischen Italien und Frankreich. Die Bürgermeister von Mailand und Cortina d'Ampezzo übergaben die olympische Flagge an den IOC, die dann in die Hände der französischen Delegation gelangte. Die Französischen Alpen werden Gastgeber der Spiele im Jahr 2030 sein, was von Präsident Emmanuel Macron mit großer Begeisterung verkündet wurde. Sein Optimismus stieß jedoch bei Teilen der Öffentlichkeit in den sozialen Medien auf kühle Aufnahme, wo Kritiker ihm vorwarfen, sich angesichts interner Probleme des Landes und der fortschreitenden Klimakrise auf prestigeträchtige Projekte zu konzentrieren. Die Tradition der Übergabe der olympischen Flagge während der Abschlusszeremonie geht auf die Spiele in Antwerpen im Jahr 1920 zurück. Es ist ein Schlüsselmoment des Protokolls, der einen olympischen Zyklus offiziell beendet und die vierjährige Vorbereitungszeit für den nächsten Gastgeber einleitet, wobei die Kontinuität der Sportbewegung betont wird. Während die Sportler, darunter die zahlreich ausgezeichnete französische Delegation, die Rückkehr ins Land in Albertville feierten, kam es vor den Mauern des Amphitheaters in Verona zu Demonstrationen. Mehrere hundert Italiener protestierten gegen die "olympische Schande", indem sie die hohen Kosten der Veranstaltung und deren negative Auswirkungen auf die natürliche Umwelt der Alpen anprangerten. Im Hintergrund der sportlichen Emotionen schwingt auch die Sorge um den Ablauf der Paralympics 2026 angesichts der angespannten geopolitischen Lage und des von der Ukraine angekündigten Boykotts der Eröffnungsfeier als Protest gegen die Anwesenheit russischer Nationalsymbole mit. Die französischen Organisatoren müssen sich bereits jetzt mit Herausforderungen auseinandersetzen und planen innovative Lösungen, wie etwa die Austragung von Hockeyspielen in Fußballstadien, um die Infrastrukturkosten zu minimieren. Albertville, wo die französischen Medaillengewinner aus Mailand begrüßt wurden, war Gastgeber der Olympischen Winterspiele im Jahr 1992. Die Rückkehr der olympischen Flagge in diese Region nach fast 40 Jahren hat für die Franzosen eine historische und sentimentale Bedeutung. Trotz der Kontroversen wird die sportliche Bilanz der Spiele in Mailand hoch bewertet. Die polnische Mannschaft, angetrieben durch die Erfolge des Skispringers Kacper Tomasiak, beendete die Wettkämpfe mit Optimismus. Die amerikanischen Sportler hingegen, wie etwa der Eiskunstläufer Ilia Malinin, nutzten die Zeit nach ihren Wettkämpfen, um auf Probleme der psychischen Gesundheit aufmerksam zu machen. Malinin wurde trotz sportlicher Unzufriedenheit zum Gesicht des Kampfes gegen Online-Hass in den sozialen Medien, was der Debatte um die Spiele eine tiefere, gesellschaftliche Dimension verlieh. Nun richtet sich die Aufmerksamkeit der Welt auf die Französischen Alpen, wo die Athleten in vier Jahren erneut im Schatten zunehmend schwierigerer Wetterbedingungen um Medaillen kämpfen werden.
Mentioned People
- Kacper Tomasiak — Polnischer Skispringer, dreifacher Medaillengewinner bei den Spielen in Mailand.
- Emmanuel Macron — Präsident Frankreichs, der die Ausrichtung der Spiele im Jahr 2030 fördert.
- Ilia Malinin — Amerikanischer Eiskunstläufer, der sich gegen Hass im Sport einsetzt.