Das spanische Abgeordnetenhaus hat zum zweiten Mal den Vorschlag abgelehnt, den 15-prozentigen Steuernachlass (IRPF) für den Kauf von Elektrofahrzeugen wieder einzuführen. Diese Entscheidung stieß auf entschiedenen Widerstand der Automobilbranche, die vor einer Verlangsamung der Energiewende warnt. Gleichzeitig bestätigte die Europäische Kommission die Vereinbarkeit der spanischen Vorschriften für obligatorische V-16-Warnleuchten mit dem EU-Recht und beendete damit einen monatelangen Rechtsstreit.
Ablehnung des 15% IRPF-Nachlasses
Das spanische Abgeordnetenhaus lehnte Vorschriften ab, die einen Abzug von 15% der Anschaffungskosten eines Elektroautos von der Einkommensteuer ermöglicht hätten.
Bestätigung der Legalität von V-16
Die Europäische Kommission stellte fest, dass das spanische System der obligatorischen leuchtenden V-16-Balis mit EU-Recht vereinbar ist.
Beschränkungen für 'Zero'-Autos
Die DGT führt erstmals Verkehrsbeschränkungen für Fahrzeuge mit dem bisher privilegierten Label 'Zero Emission' ein.
Die Entscheidung des spanischen Parlaments, Steuererleichterungen für den Kauf von Elektroautos und Plug-in-Hybriden abzulehnen, ist ein schwerer Schlag für die Automobilbranche. Trotz anfänglicher Hoffnungen und widersprüchlicher Berichte über die Möglichkeit eines Steuerabzugs von bis zu 3000 Euro unterstützte das Abgeordnetenhaus letztlich keine Ausweitung der steuerlichen Vergünstigungen für Käufer emissionsarmer Fahrzeuge. Hersteller und Händler, vertreten durch die wichtigsten Branchenverbände, appellieren an einen sofortigen politischen Konsens und weisen darauf hin, dass das Fehlen stabiler finanzieller Anreize das Interesse der Bürger an umweltfreundlichen Alternativen drastisch senkt. Parallel verteidigt das Innenministerium unter der Leitung von Fernando Grande-Marlaska die Einführung intelligenter V-16-Balis, die letztlich die traditionellen Warndreiecke ersetzen sollen. Offiziellen Daten zufolge werden diese Geräte in Spanien durchschnittlich 2300 Mal täglich aktiviert, was die Verkehrssicherheit durch sofortige Benachrichtigung der Dienste bei Pannen oder Unfällen tatsächlich verbessern soll. Obwohl die oppositionelle Volkspartei Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes und der Vereinbarkeit mit EU-Wettbewerbsnormen geäußert hatte, gab die Europäische Kommission Madrid offiziell recht. Brüssel stellte fest, dass Fragen der Verkehrssicherheit in die Zuständigkeit der Mitgliedstaaten fallen und das V-16-System die Gemeinschaftsfreiheiten nicht verletzt. Die Situation für Nutzer von Elektrofahrzeugen wird jedoch noch komplizierter durch neue von der Generaldirektion für Verkehr (DGT) angekündigte Beschränkungen. Erstmals wurden Einschränkungen für Fahrzeuge mit dem Label „Zero Emission” eingeführt, was das bisherige Paradigma allgemeiner Privilegien für diese Fahrergruppe untergräbt. Experten weisen darauf hin, dass die Kumulation fehlender finanzieller Anreize und neuer Beschränkungen Spanien bei der Erreichung der ehrgeizigen EU-Klimaziele zur Dekarbonisierung des Individualverkehrs erheblich zurückwerfen könnte. Spanien kämpft seit Jahren mit einem der ältesten Fahrzeugbestände in Westeuropa, was die Regierung veranlasste, Förderprogramme wie MOVES III einzuführen. Bürokratie und Verzögerungen bei der Auszahlung von Zuschüssen führten jedoch dazu, dass Steuererleichterungen im IRPF-System als das effektivste Instrument zur Verjüngung der Flotte angesehen wurden. Als Reaktion auf die Kritik bezeichnete der Innenminister die Vorwürfe der Opposition als „Fake News” und betonte, dass Spanien zum europäischen Vorreiter bei der Digitalisierung der Verkehrssicherheit werde. Für den Durchschnittsverbraucher bleibt jedoch die Frage nach den realen Betriebskosten von Elektrofahrzeugen angesichts auslaufender steuerlicher Schutzmaßnahmen entscheidend. Die Branche warnt, dass ohne ein vorhersehbares Fördersystem die Verkaufsziele für Elektroautos bis 2026 nur eine theoretische Annahme bleiben werden.
„Una vez más, nuestro país se sitúa como referente en sus políticas de seguridad vial” (Einmal mehr positioniert sich unser Land als Referenz für seine Verkehrssicherheitspolitik.) — Spanischer Innenminister
Perspektywy mediów: Liberale und regierungsnahe Medien betonen den Erfolg der V-16-Balis und Spaniens Innovationskraft in Sachen Sicherheit. Konservative Medien heben die finanzielle Belastung der Fahrer durch den Wegfall von Vergünstigungen und neue Verbote für E-Autos hervor.
Mentioned People
- Fernando Grande-Marlaska — Spanischer Innenminister, der das V-16-Balis-System verteidigt.