Die spanische Justiz intensiviert ihre Maßnahmen im sogenannten Koldo-Fall, der Unregelmäßigkeiten beim Kauf von Masken während der Pandemie betrifft. Ein zentraler Aspekt ist die Rolle von Isabel Pardo de Vera sowie die umstrittene Finanzierung der Fluggesellschaft Plus Ultra. Gleichzeitig hat die oppositionelle Volkspartei Vize-Ministerpräsidentin María Jesús Montero vor einen Untersuchungsausschuss des Senats geladen, um die Verbindungen der Regierung zum Korruptionsnetzwerk aufzuklären.

Vernehmung von María Jesús Montero

Die Volkspartei hat die Vize-Ministerpräsidentin zur Aufklärung der Rolle des Holdings SEPI im Korruptionsfall vorgeladen.

Pardo de Vera im Visier der UCO

Die Ermittler untersuchen die Rolle der ehemaligen Adif-Chefin bei der Erleichterung von Handelskontakten für das Netzwerk von Koldo García.

Fall Plus Ultra bei der Audiencia Nacional

Der Richter hat die Ermittlungen zur Fluggesellschaft an eine höhere Instanz überwiesen, aufgrund des neuen Umfangs der Untersuchung.

Wohnungsaffäre in Alicante

Die Behörden von Sant Joan d'Alacant haben Unregelmäßigkeiten beim Verkauf geschützter Wohnungen durch private Firmen aufgedeckt.

Die Ermittlungen zum Korruptionsnetzwerk, bekannt als „Koldo-Affäre“, gewinnen an Fahrt und decken immer weitere Verbindungen zwischen Staatsbeamten und privaten Vermittlern auf. In den letzten Tagen ist Isabel Pardo de Vera zur zentralen Figur geworden. Laut Berichten der UCO soll die Beamtin Geschäftskontakte zu Schlüsselmitgliedern der kriminellen Gruppe erleichtert haben, unter anderem bei der Beschaffung medizinischer Ausrüstung von chinesischen Vertragspartnern, die mit dem ehemaligen Ministerpräsidenten Zapatero in Verbindung stehen. Obwohl die Ermittler ihr keinen direkten persönlichen Vorteil zuschreiben, wird ihre Beteiligung am Vergabeprozess von Verträgen auf Missbrauch von Befugnissen untersucht. Die politische Lage verschärft sich durch die Entscheidung der Volkspartei, María Jesús Montero zur Stellungnahme vor einem Ausschuss im Senat zu laden. Gegenstand des Interesses ist die Tätigkeit des Holdings SEPI sowie der Fall des Kredits für die Fluggesellschaft Plus Ultra. Das Gericht hat beschlossen, diesen Aspekt an die Audiencia Nacional zu überweisen, aufgrund seines komplexen Charakters und der möglichen Verbindung zur größeren Affäre. Parallel dazu hat das Gericht die Frist für die Vorlage von Dokumenten durch Víctor de Aldama verschoben, die angeblich Beweise für die illegale Finanzierung der Regierungspartei enthalten sollen. Die Koldo-Affäre brach Anfang 2024 aus, als Koldo García, ein enger Mitarbeiter des ehemaligen Verkehrsministers José Luis Ábalos, festgenommen wurde. Die Ermittlungen betreffen die Annahme von Bestechungsgeldern im Austausch für die Vergabe von Verträgen zur Lieferung medizinischer Materialien während des epidemiologischen Notstands.Neben den zentralen Aspekten untersuchen die Strafverfolgungsbehörden Unregelmäßigkeiten in Alicante, wo es zu einer angeblichen illegalen Vermarktung von geschützten Wohnungen gekommen sein soll. Die lokalen Behörden und die UDEF prüfen, ob von potenziellen Mietern zu Unrecht Reservierungsgebühren erhoben wurden. Das Ausmaß der Ermittlungen zeigt systemische Probleme mit der Transparenz öffentlicher Aufträge und der Verwaltung kommunalen Eigentums in verschiedenen Regionen Spaniens, was zum Hauptstreitpunkt zwischen Regierung und Opposition wird. „Es una barbaridad” (Es ist eine Ungeheuerlichkeit) — Carlos Herrera

Perspektywy mediów: Die Medien konzentrieren sich auf das Fehlen von Beweisen für einen persönlichen Vorteil von Pardo de Vera und betonen den prozessualen Charakter der Vorladungen vor die Senatsausschüsse. Es wird die tiefe Verstrickung der Regierung in Korruption betont, wobei die Rolle von Montero und die Notwendigkeit einer sofortigen Aufklärung der Finanzierung der PSOE hervorgehoben werden.

Mentioned People

  • Isabel Pardo de Vera — Ehemalige Staatssekretärin für Infrastruktur, im UCO-Bericht im Zusammenhang mit Kontakten zur Gruppe Koldo erwähnt.
  • Víctor de Aldama — Inhaftierter Unternehmer, Schlüsselvermittler im Korruptionsnetzwerk.
  • María Jesús Montero — Vize-Ministerpräsidentin Spaniens und Finanzministerin, vor den Senatsausschuss geladen.