Das Amtsgericht Stralsund wird zwei Fischer von Rügen verhandeln, denen die Staatsanwaltschaft vorwirft, erforderliche Maßnahmen zum Schutz von Kegelrobben nicht ergriffen zu haben, was im Herbst 2024 zum Tod von mindestens fünf dieser geschützten Tiere führte. Die Angeklagten, Männer im Alter von 43 und 66 Jahren, haben zuvor von der Staatsanwaltschaft erlassene Strafbefehle mit Geldstrafen nicht akzeptiert. Der Termin für die Hauptverhandlung steht noch nicht fest. Der Fall illustriert den Konflikt zwischen Fischereitätigkeit und Artenschutz in der Ostsee.
Vorwürfe der Staatsanwaltschaft
Die Staatsanwaltschaft Stralsund beschuldigt zwei Fischer des Verstoßes gegen Paragraf 17 des deutschen Tierschutzgesetzes, der darin besteht, Tieren erhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden ohne vernünftigen Grund zuzufügen. Nach Angaben der Ermittler haben die Männer bei der Fischerei mit schwimmenden Wadennetzen in der Nähe der Landzunge Thiessower Haken vor der Küste Rügens bewusst den Tod geschützter Kegelrobben in Kauf genommen, die auf der Suche nach Fischen in ihre Ausrüstung schwammen und erstickten.
Gerichtsverfahren
Der Fall kommt vor Gericht, weil die Angeklagten zuvor von der Staatsanwaltschaft erlassene Strafbefehle abgelehnt haben. Diese Strafbefehle sahen für jeden Fischer eine Geldstrafe in Höhe von drei Monatsgehältern vor. Die Einlegung eines Einspruchs bedeutet, dass der Fall im normalen Verfahren vor dem Amtsgericht Stralsund verhandelt werden muss. Der Termin für die Hauptverhandlung ist noch nicht festgelegt.
Hintergrund des Artenschutzes
Die Kegelrobbe, die größte Robbenart in der Ostsee, unterliegt strengem Schutz. Ihre Population, die durch massenhafte Bejagung bis in die 1970er Jahre stark reduziert wurde, erholt sich langsam. Konflikte mit der Fischerei, sowohl um Fischressourcen als auch um unbeabsichtigte Beifänge, bleiben eine wesentliche Herausforderung für den Schutz dieser Art in der Region.
Zwei lokale Fischer von der Insel Rügen müssen sich vor Gericht verantworten, weil mindestens fünf geschützte Kegelrobben zu Tode kamen. Der Vorfall ereignete sich im Herbst 2024 in der Gegend der Landzunge Thiessower Haken. Die Staatsanwaltschaft Stralsund wirft den 43- und 66-jährigen Männern einen Verstoß gegen Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes vor. Laut Anklage haben sie bei der Fischerei mit schwimmenden Wadennetzen nicht die gesetzlich erforderlichen Maßnahmen ergriffen, um die Tiere zu schützen. Die Ermittlungen ergaben, dass die Fischer bei Routinekontrollen beobachteten, wie Kegelrobben auf der Suche nach Fischen in ihre Ausrüstung schwammen und dort erstickten. Die Kegelrobbe, die größte Robbenart in der Ostsee, wurde in der Region bis in die 1970er Jahre massiv bejagt, was zu einem drastischen Rückgang ihrer Population führte. Seit der Einführung eines strengen Artenschutzes in vielen Ländern, einschließlich Deutschland, erholt sich ihre Zahl langsam, obwohl sie nach wie vor ein Anliegen von Umweltschützern ist. Konflikte mit der Fischerei, sowohl hinsichtlich der Konkurrenz um Fischressourcen als auch unbeabsichtigter Beifänge, bleiben eine Herausforderung für den Schutz der Art. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft Strafbefehle erlassen, die für jeden Angeklagten eine Geldstrafe in Höhe von drei Monatsgehältern vorsahen. Die Fischer haben diese Strafbefehle nicht akzeptiert und Einspruch eingelegt. Nach deutschem Strafrecht führt ein solcher Einspruch automatisch dazu, dass der Fall im Rahmen einer normalen Gerichtsverhandlung verhandelt werden muss. Wie ein Sprecher des Amtsgerichts Stralsund mitteilte, ist der Termin für die Hauptverhandlung noch nicht festgelegt worden. Der Fall hat Medienaufmerksamkeit erregt, darunter von National Geographic, das zuvor über Obduktionen der toten Robben berichtet hatte. „Damit hätten sie den Tod der Tiere 'zumindest billigend in Kauf genommen'” — Staatsanwaltschaft StralsundAlle analysierten deutschen Pressequellen – Berliner Zeitung, Süddeutsche Zeitung, DIE WELT und ZEIT ONLINE – liefern konsistente Informationen zu den grundlegenden Fakten: Anzahl der Angeklagten, Höhe der vorgeschlagenen Geldstrafen, Art der Vorwürfe sowie Fehlen eines festgelegten Verhandlungstermins. Die Berichte unterscheiden sich lediglich geringfügig in Stil und Detaillierungsgrad. Der Fall ist ein Beispiel für die wachsende rechtliche Sensibilität gegenüber Schäden an Populationen geschützter Meerestierarten, insbesondere wenn diese im Zusammenhang mit wirtschaftlichen Aktivitäten stehen. Die Justiz wird bewerten müssen, ob die Handlungen der Fischer, trotz ihres routinemäßigen Charakters, die Grenzen des vertretbaren Risikos überschritten haben und eine Straftat darstellen.