Laut einer neuen Studie des Pew Research Centers nutzt über die Hälfte der US-amerikanischen Teenager KI-Chatbots zur Lernunterstützung. Die Nutzung dieses Tools ist derzeit doppelt so hoch wie im Jahr 2023. Zudem geben 12 Prozent der Befragten an, sich für emotionale Unterstützung oder Ratschläge an künstliche Intelligenz zu wenden, was bei Experten Bedenken über den potenziell isolierenden Charakter solcher Interaktionen und das Fehlen angemessener Sicherheitsvorkehrungen in allgemeinen Sprachmodellen hervorruft.
Breite Nutzung im Lernbereich
54 Prozent der US-amerikanischen Teenager im Alter von 13-17 Jahren nutzen künstliche Intelligenz, hauptsächlich zur Unterstützung beim schulischen Lernen. Die Beliebtheit dieses Tools ist sprunghaft angestiegen – 2023 nutzten es 13 Prozent der Schüler, 2024 bereits 26 Prozent.
Emotionale Unterstützung durch Chatbots
12 Prozent der befragten Teenager gaben an, KI-Chatbots zur emotionalen Unterstützung oder Beratung zu nutzen. Zusätzlich verwenden 16 Prozent sie für freie Gespräche, was darauf hindeutet, dass Maschinen traditionell von Freunden oder Familie übernommene Rollen anvertraut werden.
Bedenken hinsichtlich Betrug und Isolation
Die Mehrheit der Jugendlichen glaubt, dass ihre Altersgenossen künstliche Intelligenz zum Schummeln in der Schule nutzen. Experten warnen, dass allgemeine Sprachmodelle wie ChatGPT oder Claude nicht für therapeutische Zwecke konzipiert sind und in extremen Fällen lebensbedrohliche psychologische Auswirkungen haben können.
Künstliche Intelligenz ist zu einem bedeutenden Bestandteil im Leben US-amerikanischer Teenager geworden, wie die neuesten Ergebnisse einer Studie des Pew Research Centers unter 1458 Teenagern und ihren Eltern im Herbst 2025 bestätigen. Die Studie zeigt, dass 57 Prozent der Jugendlichen KI zur Informationsrecherche nutzen, während 54 Prozent sie zur Hilfe bei den Schulaufgaben einsetzen. Letztere Anwendung verzeichnete einen besonders dynamischen Anstieg – innerhalb von nur zwei Jahren stieg der Anteil der Schüler, die ChatGPT zum Lernen nutzen, mehr als doppelt, von 13 Prozent im Jahr 2023 auf 26 Prozent im Jahr 2024. Die Nutzung der Technologie geht jedoch über den Bildungsbereich hinaus. 16 Prozent der Befragten geben zu, freie Gespräche mit Chatbots zu führen, und 12 Prozent wenden sich an sie für emotionale Unterstützung oder Rat. Wie Colleen McClain, Senior Researcher bei Pew und Hauptautorin des Berichts, feststellt, „ist KI Teil der Geschichte von Teenagern und Technologie in der heutigen Zeit geworden”. Unterdessen kämpfen Bildungseinrichtungen mit dem Problem der Anpassung an das Zeitalter der künstlichen Intelligenz und gleichzeitig mit der Notwendigkeit, Schüler auf eine Zukunft vorzubereiten, die durch sie revolutioniert werden könnte. Der Einfluss digitaler Technologien auf die Entwicklung Jugendlicher ist seit Jahrzehnten Gegenstand soziologischer und psychologischer Forschung. Bereits in den 1990er Jahren analysierten Wissenschaftler die Auswirkungen von Zeit vor dem Computer und im Internet auf soziale Bindungen und die psychische Gesundheit junger Menschen. Die Studie weist auch auf die weit verbreitete Überzeugung unter Jugendlichen hin, dass ihre Altersgenossen KI zum Schummeln in der Schule nutzen. Experten wie Dr. Nick Haber von der Stanford University, der das therapeutische Potenzial großer Sprachmodelle erforscht, äußern ernsthafte Bedenken. Sie betonen, dass allgemeine Tools wie ChatGPT, Claude oder Grok nicht für psychologische Unterstützung konzipiert sind. „Wir sind soziale Wesen, und es besteht zweifellos die Gefahr, dass diese Systeme zu Isolation führen können”, erklärte Dr. Haber. In den schlimmsten Fällen könnten Interaktionen mit Chatbots lebensbedrohliche psychologische Folgen haben, insbesondere bei fehlenden angemessenen Sicherheitsvorkehrungen und Aufsicht. „"We are social creatures, and there's certainly a challenge that these systems can be isolating"” — Dr. Nick Haber Die Studienergebnisse schüren die Befürchtungen einiger Forscher und Kinderrechtsaktivisten, dass junge Menschen von Technologie abhängig werden, während gleichzeitig geeignete Schutzrahmen fehlen. Schulen stehen vor einer doppelten Herausforderung: Einerseits müssen sie Betrug mit KI bekämpfen, andererseits müssen sie den Schülern einen verantwortungsvollen und kritischen Umgang mit diesen Werkzeugen beibringen, die wahrscheinlich ihre berufliche Zukunft prägen werden.
Mentioned People
- Colleen McClain — Senior Researcher beim Pew Research Center und Hauptautorin des Berichts über die KI-Nutzung durch Teenager.
- Dr. Nick Haber — Professor an der Stanford University, der das therapeutische Potenzial großer Sprachmodelle (LLM) erforscht.