Die europäische Berichtssaison für das Jahr 2025 brachte eine Reihe von Rekord-Finanzberichten wichtiger Marktakteure. Von Poste Italiane, die dank Logistik historische Höchstwerte verzeichnete, bis hin zum spanischen Grifols, der trotz Kontroversen seine Gewinne mehr als verdoppelte. Während die Europäische Zentralbank weiterhin einen Verlust ausweist, verbessert sich ihre finanzielle Lage mit den Zinsänderungen rapide. Investoren reagieren optimistisch auf Ankündigungen erhöhter Dividenden und Aktienrückkaufprogramme.

Historische Ergebnisse von Poste Italiane

Das italienische Unternehmen erzielte Rekordeinnahmen von 13,1 Mrd. Euro, angetrieben durch Wachstum im Logistik- und Paketzustellungssektor.

Rasche Verbesserung der EZB-Bilanz

Die Europäische Zentralbank reduzierte ihren Verlust um 83,5 % auf 1,3 Mrd. Euro und prognostiziert für 2026 Gewinne.

Erholung von Grifols und Vorwürfe von Gotham

Der spanische Pharmariese steigerte seinen Gewinn um 156 % auf 402 Mio. Euro, trotz eines anhaltenden Rechtsstreits mit einem Short-Seller-Fonds.

Solide Fundamentaldaten von Swiss Re

Der Schweizer Rückversicherer verdiente 4,8 Mrd. Dollar und plant für 2026 einen Aktienrückkauf in Höhe von 1,5 Mrd. Dollar.

Die letzten Februartage 2026 brachten eine Welle von Finanzberichten, die die hohe Verfassung der europäischen Wirtschaft im vergangenen Jahr bestätigen. Einen der spektakulärsten Erfolge konnte Poste Italiane vermelden. Der italienische nationale Betreiber erzielte Rekordeinnahmen in Höhe von 13,1 Mrd. Euro, was das beste Ergebnis in der Geschichte der Gruppe darstellt. Der Antriebsmotor war das Segment Pakete und Logistik, das nahezu 10 Prozent im Jahresvergleich zulegte und die erfolgreiche Transformation des Unternehmens von traditionellen Postdiensten hin zum E-Commerce bestätigte. EBITDA vieler Infrastruktur- und Energieunternehmen übertraf ebenfalls die Erwartungen. Das spanische Unternehmen Acciona verzeichnete einen Anstieg des Nettogewinns um 90 Prozent auf 803 Mio. Euro, während der Energiekonzern Eni trotz sinkender Rohstoffpreise starke Cashflows beibehielt. Erfolg verzeichnete auch das Technologieunternehmen Indra, dessen Aktien nach der Bekanntgabe eines Gewinns von 436 Mio. Euro und eines Rekordauftragsbestands von 16 Mrd. Euro sprunghaft stiegen. Das Jahr 2025 war für die Finanzmärkte eine Phase der Stabilisierung nach einer Reihe von Zinserhöhungen, die 2022 als Reaktion auf den durch den russischen Überfall auf die Ukraine ausgelösten rapiden Inflationsanstieg begonnen hatten. Der Versicherungssektor präsentierte solide Fundamentaldaten. Swiss Re steigerte seinen Gewinn auf 4,8 Mrd. Dollar und übertraf damit seine eigenen strategischen Ziele dank einer geringeren Anzahl großer Schadensfälle und guter Anlagerenditen. Die französische Axa schloss das Jahr mit einem Gewinn von 8,4 Mrd. Euro ab, was den Vorstand veranlasste, eine hohe Dividende vorzuschlagen. Vor diesem Hintergrund sticht die Europäische Zentralbank (EZB) hervor, die zwar einen dritten Jahresverlust in Folge in Höhe von 1,3 Mrd. Euro verzeichnete, was jedoch ein um über 80 Prozent besseres Ergebnis als im Vorjahr ist. Die EZB prognostiziert für 2026 eine Rückkehr zur Profitabilität, was von der weiteren Entwicklung der Zinssätze abhängt. „È stato un anno eccezionale: abbiamo registrato i migliori risultati della nostra storia, caratterizzati da ricavi e redditività a livelli record.” — Generaldirektor von Poste Italiane, kündigte die historischen Ergebnisse der Gruppe an. Der spanische Grifols erwirtschaftete einen Nettogewinn von 402 Mio. Euro, was einem Anstieg von 156 Prozent entspricht. Dieses Ergebnis ist besonders vor dem Hintergrund des Streits mit dem Fonds Gotham City Research bedeutsam, der das Unternehmen der Bilanzmanipulation beschuldigte. Das Unternehmen reduziert seine finanzielle Hebelwirkung erfolgreich und konzentriert sich auf die Entwicklung des biopharmazeutischen Segments. Trotz der Turbulenzen um Stellantis, die aufgrund einer kostspieligen Reorganisation einen Verlust verzeichnete, schlossen die europäischen Aktienindizes die Handelssitzungen im Plus, angetrieben von Hoffnungen auf eine verbesserte Konjunktur in den kommenden Monaten.

Perspektywy mediów: Liberale Medien betonen die Erfolge der Energie- und Digitaltransformation der Unternehmen sowie die Vorteile für Aktionäre. Konservative Medien weisen auf die Belastung durch die Verluste der EZB infolge der Geldpolitik sowie auf die Kosten der Restrukturierung in der Industrie hin.

Mentioned People

  • Matteo Del Fante — Generaldirektor von Poste Italiane, kündigte die historischen Ergebnisse der Gruppe an.
  • Claudio Descalzi — Vorstandsvorsitzender von Eni, präsentierte die Strategie des Unternehmens für die Jahre 2025-2026.
  • Daniel Yu — Gründer des Fonds Gotham City Research, der Grifols der Bilanzmanipulation beschuldigte.