Das einzig in der Deutschen Demokratischen Republik gebaute Segelschulschiff, "Wilhelm Pieck", wurde nach fast drei Jahrzehnten an Land in Rostock wieder zu Wasser gelassen. Das Schiff, das zur Ausbildung von Kadern für die DDR-Handelsmarine diente, verfiel jahrelang und war von der Verschrottung bedroht. Dank der Initiative des Vereins "Segelschiff Wilhelm Pieck e.V." und der finanziellen Unterstützung des Landes Mecklenburg-Vorpommern wurde die Einheit restauriert und wieder seetüchtig gemacht. Derzeit laufen die Endarbeiten, und das Schiff soll in Zukunft als schwimmendes Museum, Zeitzeuge und Ausbildungsschiff für Jugendliche dienen.

Stapellauf eines historischen Segelschiffes

Das einzig in der DDR gebaute Segelschulschiff, "Wilhelm Pieck", wurde nach fast 30 Jahren an Land in der Werft in Rostock zu Wasser gelassen. Dies ist eine entscheidende Etappe des langjährigen Revitalisierungsprojekts der Einheit, die kurz vor der Vernichtung stand.

Rettung vor der Verschrottung

Das Schiff wechselte nach seiner Außerdienststellung 1991 mehrfach den Besitzer und verfiel zusehends. 2019 plante der neue Eigentümer seine Verschrottung, was auf Proteste von Liebhabern der maritimen Tradition stieß und zur Gründung eines Rettungsvereins führte.

Kostspielige Renovierung und Zukunft

Das Land Mecklenburg-Vorpommern stellte für die Renovierung des Schiffes etwa 4,5 Millionen Euro bereit. Nach dem Stapellauf laufen Arbeiten an der Takelage und der Innenausstattung. Ziel ist es, dass die "Wilhelm Pieck" als Museum, Begegnungsstätte und Plattform für Bildungsprojekte zu Segeln und Geschichte dient.

Symbol der maritimen Geschichte der DDR

Die 1951 zu Wasser gelassene Barkentine diente zur Ausbildung zukünftiger Offiziere der DDR-Handelsmarine. Ihr Schicksal spiegelt die komplizierte Geschichte der Teilung und Wiedervereinigung Deutschlands wider und ist ein greifbares Denkmal der deutschen maritimen Industriekultur und ein Symbol einer Epoche.

In der Werft in Rostock fand ein bedeutender Moment für Liebhaber des maritimen Erbes statt. Nach fast drei Jahrzehnten an Land wurde das einzig in der Deutschen Demokratischen Republik gebaute Segelschulschiff, "Wilhelm Pieck", wieder zu Wasser gelassen. Dies ist der Höhepunkt jahrelanger Bemühungen einer Gruppe von Enthusiasten, die das Schiff vor der Verschrottung retteten. Die Barkentine, deren Bau 1951 in Warnemünde abgeschlossen wurde, diente vier Jahrzehnte lang zur Ausbildung von Kadern für die DDR-Handelsmarine. Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde das Schiff 1991 außer Dienst gestellt und begann seine lange Phase der Stagnation und des Verfalls. Über die Jahre wechselte die Einheit mehrfach den Besitzer und diente unter anderem als Restaurant und Museum in Rostock und Stralsund. Ihr technischer Zustand verschlechterte sich jedoch systematisch. Der kritische Moment kam 2019, als der neue Eigentümer die Verschrottung des Schiffes ankündigte. Diese Entscheidung löste Proteste in Kreisen der Schifffahrtsgeschichte aus und führte zur Gründung des Vereins "Segelschiff Wilhelm Pieck e.V.", der sich der Rettungsmission annahm. Dank ihrer Entschlossenheit und der finanziellen Unterstützung des Landes Mecklenburg-Vorpommern, das dafür etwa 4,5 Millionen Euro bereitstellte, begann eine umfassende Renovierung.Eine Barkentine ist ein Segelschiffstyp mit drei oder mehr Masten, von denen der erste (Fockmast) mit Rahsegeln und die übrigen Masten (Großmast und Besanmast) mit Schratsegeln getakelt sind. Dieser Typ war im 19. und frühen 20. Jahrhundert beliebt, da er die Vorteile von Vollschiffen (gute Segeleigenschaften bei Seitenwind) mit der geringeren Besatzung kombinierte, die für die Bedienung von Schratsegeln erforderlich ist. In der DDR spielte die "Wilhelm Pieck" eine Schlüsselrolle in der praktischen Ausbildung zukünftiger Seeleute und Offiziere der Handelsflotte.Die Renovierungsarbeiten dauerten über ein Jahr und umfassten unter anderem den Austausch der Rumpfbeplankung, Korrosionsschutz und die Restaurierung von Konstruktionselementen. Allein das Stapellauf, der mit einem Schwimmkran durchgeführt wurde, war aufgrund der Größe und Masse des Schiffes eine logistisch komplizierte Operation. Derzeit liegt das Schiff am Kai, und es laufen Arbeiten zur Installation der Masten, der Takelage sowie der Innenausstattung. „„To symbol naszej morskiej historii, który musieliśmy uratować dla przyszłych pokoleń. Statek jest świadkiem epoki i ważnym pomnikiem kultury przemysłowej.”” — Thomas Gäde, Vorsitzender des Vereins Die Zukunft der "Wilhelm Pieck" soll multifunktional sein. Ziel ist es, dass das Schiff als schwimmendes Museum dient, das für Besucher geöffnet ist und nicht nur seine eigene Geschichte, sondern auch die maritimen Traditionen der Region und die Zeit der DDR erzählt. Geplant ist auch seine Nutzung für Bildungszwecke im Rahmen von Segel- und Geschichtsprojekten für Jugendliche. Es soll zudem als Treffpunkt und Ort für kulturelle Veranstaltungen dienen. Sein Wiederauftauchen auf dem Wasser hat eine symbolische Dimension – es ist die Wiederbelebung eines materiellen Zeugen der deutschen Nachkriegsteilung und ihrer maritimen Ambitionen. Der Erfolg dieser Initiative zeigt die Kraft bürgerschaftlichen Engagements und den Wert, den die Gemeinschaft der Bewahrung technischen Erbes beimisst, selbst wenn es mit einer kontroversen Geschichtsepoche verbunden ist. Das Schiff, benannt nach dem ersten Präsidenten der DDR, bleibt ein lebendiges Denkmal einer komplexen Vergangenheit.

Mentioned People

  • Thomas Gäde — Vorsitzender des Vereins "Segelschiff Wilhelm Pieck e.V.", der die Revitalisierung des Segelschiffes vorangetrieben hat.
  • Wilhelm Pieck — Erster Präsident der Deutschen Demokratischen Republik, Namensgeber des Segelschiffes.