Mehr als 80 bekannte Filmschaffende haben einen offenen Brief unterzeichnet, in dem sie die Internationalen Filmfestspiele Berlin des institutionellen Schweigens und der Zensur von Künstlern beschuldigen, die sich Israels Handeln in Gaza widersetzen. Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem Javier Bardem, Tilda Swinton und Adam McKay. Der Protest brach während der 76. Ausgabe des Festivals aus und stellt die Organisatoren in eine schwierige image- und politische Lage.

Lautstarker Protest der Stars

Mehr als 80 Persönlichkeiten des Kinos, darunter Tilda Swinton und Javier Bardem, fordern von der Berlinale eine Stellungnahme zum Krieg in Gaza.

Vorwürfe der Zensur

Künstler beschuldigen das Festival des institutionellen Schweigens und der Einschränkung von Stimmen, die sich gegen die Handlungen Israels und die Rolle Deutschlands wenden.

Politischer Kontext des Festivals

Die Leitung der Berlinale, traditionell als politisches Festival anerkannt, steht vor der Herausforderung, künstlerische Freiheit mit deutscher Staatsräson in Einklang zu bringen.

Eine Gruppe von über 80 Künstlern, darunter Oscar-Preisträger und Stammgäste des Berliner Festivals, hat einen scharfen offenen Brief verfasst, der im Branchenmagazin „Variety” veröffentlicht wurde. Die Unterzeichner, darunter Javier Bardem, Tilda Swinton, Nan Goldin sowie die Regisseure Mike Leigh und Adam McKay, äußern tiefe Besorgnis über die Haltung der Leitung der Berlinale. Die Künstler werfen der Institution vor, keine klare Position zum Konflikt im Gazastreifen zu beziehen und politischem Druck nachzugeben, der die Meinungsfreiheit der Künstler einschränkt. Seit den Hamas-Angriffen vom 7. Oktober 2023 und der anschließenden israelischen Intervention stehen deutsche Kulturinstitutionen unter starkem Druck, die Balance zwischen Unterstützung für Israel und dem Recht auf Kritik an dessen Militäraktionen zu wahren.In dem Brief wird betont, dass das Festival, das sich traditionell als politisches und gesellschaftlich engagiertes Ereignis präsentiert, diesmal seiner Mission nicht gerecht wird. Die Unterzeichner riefen die Organisatoren auf, ihrer moralischen Pflicht nachzukommen und Handlungen eindeutig zu verurteilen, die sie als „Völkermord an den Palästinensern” bezeichnen. Die Kritik betrifft auch die mutmaßliche Zensur von Künstlern, die öffentlich ihre Ablehnung der Politik der deutschen Regierung, einem Schlüsselverbündeten Israels, geäußert haben. Die Kontroversen verschärften sich nach Äußerungen von Wim Wenders, dem Juryvorsitzenden, der andeutete, dass das Festival extreme Politisierung vermeiden sollte. 81 — Künstler und Filmschaffende unterzeichneten den offenen Brief an die Festivalleitung Die Situation rund um die diesjährige Berlinale ist in Bezug auf die Anzahl zurückgezogener Projekte und öffentlicher Proteste beispiellos. Zuvor hatte es bereits Berichte über Rückzüge von Künstlern aus Nebenreihen des Festivals aus Solidarität mit Palästina gegeben. Die Festivalredaktion gab eine Erklärung ab, in der sie demokratische Werte und künstlerische Freiheit verteidigt, doch für viele Kritiker ist diese Reaktion zu zurückhaltend. Die aktuelle Ausgabe der Veranstaltung zeigt, wie tief die Spaltungen in der Kulturwelt durch den Nahostkonflikt sind, insbesondere in einem Land mit einer so komplexen Geschichte der Beziehungen zu Israel wie Deutschland. „Wir fordern die Berlinale auf, ihrer moralischen Pflicht nachzukommen und sich klar gegen den Völkermord in Gaza und die systematische Zensur von Künstlern auszusprechen.” — Unterzeichner des Briefes Liberale Medien betonen die Meinungsfreiheit der Künstler und den moralischen Aspekt des Protests gegen das Leiden der Zivilbevölkerung in Gaza. | Konservative Medien warnen vor der Instrumentalisierung der Kultur durch Aktivisten und erinnern an die Bedeutung des Kampfes gegen Antisemitismus.

Mentioned People

  • Javier Bardem — Spanischer Schauspieler und Oscar-Preisträger, einer der Hauptunterzeichner des Briefes, der die Berlinale kritisiert.
  • Tilda Swinton — Britische Schauspielerin, Preisträgerin des Ehrenbären auf der Berlinale 2025, Unterzeichnerin des Briefes.
  • Wim Wenders — Deutscher Regisseur, Vorsitzender der Jury der 76. Berlinale, dessen Äußerungen über Politik im Kino Kontroversen auslösten.
  • Adam McKay — Amerikanischer Regisseur und Drehbuchautor, Mitunterzeichner des offenen Briefes.
  • Mike Leigh — Angesehener britischer Film- und Theaterregisseur, der den Protest der Künstler unterstützt.