In spanischen Kommunen wächst eine Welle von Verboten für Gesichtsschleier wie Burkas oder Nikabs in öffentlichen Gebäuden. Von Vox vorangetriebene Initiativen mit Unterstützung der Volkspartei (PP) fanden in Murcia, Palma de Mallorca und Toledo Zustimmung, während Barcelona einen ähnlichen Antrag ablehnte. Gleichzeitig laufen in Extremadura angespannte Koalitionsverhandlungen der Rechten, und in Alicante ist ein Skandal um Unregelmäßigkeiten im Sozialwohnungssektor ausgebrochen.
Verbote für Gesichtsverhüllung
Murcia, Palma und Toledo haben ein Verbot für das Tragen von Burkas und Nikabs in städtischen Gebäuden eingeführt und argumentieren mit Sicherheitsbedenken und Identifikationsgründen.
Koalitionskrise
In Extremadura wurden die Gespräche zwischen PP und Vox nur wenige Tage vor der geplanten Vereidigung von María Guardiola zur Regionalpräsidentin abgebrochen.
Wohnungsskandal
In Alicante wurden illegale Praktiken beim Verkauf von Sozialwohnungen aufgedeckt, darunter die rechtswidrige Forderung von Reservierungsgebühren für Wohnungen.
Spaltungen in der PSOE
Innerhalb der sozialistischen Partei in Extremadura wächst der Konflikt um die Führung nach dem Rücktritt des bisherigen Regionalführers.
In den letzten Tagen hat eine Welle von Diskussionen und Abstimmungen über ein Verbot traditioneller islamischer Gesichtsschleier wie Burkas und Nikabs die spanische politische Bühne erfasst. Diese Initiativen, hauptsächlich von der rechtspopulistischen Partei Vox eingebracht, stießen in vielen Zentren auf Unterstützung durch die konservative Volkspartei (PP). In Murcia stimmten die Stadträte für ein Verbot des Betretens von Gebäuden der Stadtverwaltung in solcher Kleidung, was die PP auf andere gesetzgebende Kammern im Land ausweiten will. Ähnliche Schritte unternahmen die Behörden in Palma, Saragossa und Toledo. Eine Ausnahme auf dieser Karte bleibt Barcelona, wo der dortige Stadtrat den Vorschlag, Einschränkungen im öffentlichen Raum einzuführen, entschieden ablehnte. Parallel zu den Debatten über gesellschaftliche Fragen sieht sich Spanien mit Herausforderungen in den parteiübergreifenden Beziehungen auf regionaler Ebene konfrontiert. In Extremadura sind die Verhandlungen zwischen María Guardiola von der PP und der Gruppierung Vox nur fünf Tage vor der geplanten Vereidigung des regionalen Regierungschefs in einer Sackgasse festgefahren. Eine angespannte Atmosphäre herrscht auch in den Reihen der sozialistischen PSOE in dieser Region, wo ein interner Kampf um die Nachfolge von Guillermo Fernández Gallardo tobt. Der Bürgermeister von Mérida beschuldigte öffentlich diejenigen Parteimitglieder der Illoyalität, die die Ergebnisse der Vorwahlen in Frage stellen. Die spanische Verfassung von 1978 definiert den Staat als konfessionslos, was regelmäßig rechtliche und gesellschaftliche Debatten über die Präsenz religiöser Symbole und traditioneller Glaubenskleidung im öffentlichen Raum auslöst. In der Provinz Alicante wurden hingegen mutmaßliche Unregelmäßigkeiten bei der Kommerzialisierung von VPP, also günstigen, unter staatlicher Aufsicht gebauten Wohnungen, aufgedeckt. Die Behörden der Stadt Sant Joan d'Alacant und der Generalitat Valenciana haben Ermittlungen wegen illegaler Erhebung von Reservierungsgebühren in Höhe von 1750 Euro für zukünftige Wohnungen eingeleitet. Der Fall hat öffentliche Empörung ausgelöst, da er die verletzlichste Gruppe von Bürgern betrifft, die eine erschwingliche Unterkunft suchen. Unterdessen musste in Saragossa die Bürgermeisterin eine Geldstrafe für das Fahren ohne Sicherheitsgurte zahlen, was nach der Veröffentlichung eines Werbevideos durch sie zum politischen Werkzeug der Opposition wurde. „España no puede caer en el populismo de derechas” (Spanien kann nicht in den Rechtspopulismus verfallen) — José María Aznar Im Parlament von Andalusien konnte hingegen ein seltener Konsens erzielt werden. Die drei wichtigsten politischen Kräfte – PP, PSOE und Vox – riefen gemeinsam die Zentralregierung auf, umgehend Maßnahmen zur Reparatur der Strandinfrastruktur in der Region zu ergreifen. Diese Zusammenarbeit steht im Kontrast zur landesweiten Polarisierung, die zusätzlich durch die neue Strategie des Vox-Führers Santiago Abascal angeheizt wird, der sich selbst zum einzig sichtbaren Gesicht der Partei in einer Wahlkampagne macht, die darauf abzielt, die Abwanderung der Wählerschaft zur größeren Volkspartei zu stoppen.
Perspektywy mediów: Medien betonen die instrumentelle Nutzung der Kleidungsfrage durch Vox und PP zur Schaffung xenophober Stimmungen sowie interne Reibungen der Rechten. Berichte konzentrieren sich auf den Schutz der öffentlichen Sicherheit und konservativer Werte und fördern die Einheit der Rechten im Kampf um die Regulierung der Migration.
Mentioned People
- María Guardiola — Vorsitzende der Volkspartei in Extremadura, Kandidatin für das Amt der Regionalpräsidentin.
- Santiago Abascal — Führer der Partei Vox, der seine Kampagne auf seine eigene Person konzentriert.
- José María Aznar — Ehemaliger Ministerpräsident Spaniens, der den Populismus auf der Rechten kritisiert.