Das zu Amazon gehörende Unternehmen Ring hat eine Welle der Kritik nach der Präsentation der Funktion "Search Party" ausgelöst. Offiziell dient sie dem Auffinden vermisster Tiere, doch ein Leak interner Korrespondenz deutet auf weitaus umfassendere Pläne hin. Firmengründer Jamie Siminoff kündigte einen Kampf gegen die Kriminalität mithilfe eines ausgebauten Kamera-Netzwerks an, was berechtigte Bedenken hinsichtlich der Privatsphäre der Bürger weckt. Als Reaktion haben Aktivisten eine Prämie für das Knacken der Sicherheitsvorkehrungen der Geräte ausgelobt.

Leak der Pläne des Gründers

Jamie Siminoff plant, die Search-Party-Technologie zu nutzen, um das Kriminalitätsniveau in Stadtvierteln innerhalb eines Jahres auf null zu senken.

Prämie für das Knacken des Systems

Die Fulu Foundation bietet 10.000 US-Dollar für die Entwicklung einer Methode zur Speicherung von Daten von Ring-Kameras außerhalb der Amazon Cloud.

Bedenken hinsichtlich Massenüberwachung

Kritiker warnen, dass die künstliche Intelligenz, die zur Hundesuche verwendet wird, zur kontinuierlichen Überwachung der Bewegungen von Menschen eingesetzt werden könnte.

Die neue Funktion Search Party, die von Ring während des diesjährigen Super Bowl-Finals präsentiert wurde, ist zum Auslöser eines ernsten Konflikts über die Grenzen der Privatsphäre im Zeitalter der künstlichen Intelligenz geworden. Die offizielle Darstellung des Herstellers konzentriert sich darauf, Besitzern verlorener Hunde zu helfen, indem ein Netzwerk verbundener Kameras zur Umgebungsscanning genutzt wird. Doch die Veröffentlichung interner E-Mails von Jamie Siminoff, dem Gründer der Marke, wirft ein neues Licht auf die strategischen Ziele des Unternehmens. Siminoff deutete darin an, dass Search Party die Grundlage einer Technologie bildet, die innerhalb der nächsten 12 Monate zur "Beseitigung der Kriminalität" in überwachten Stadtvierteln führen soll. Sicherheitsexperten und digitale Bürgerrechtler warnen, dass der Mechanismus zur Tieridentifikation blitzschnell zur Verfolgung von Menschen angepasst werden könnte. Die Kritik betrifft vor allem den Mangel an Transparenz bezüglich des Zugangs von Strafverfolgungsbehörden zu den Daten sowie das Potenzial zur Schaffung eines globalen, privaten Überwachungsnetzwerks. Die UOKiK und andere europäische Regulierungsbehörden beobachten solche Lösungen genau im Hinblick auf die Einhaltung der DSGVO. Seit 2013, als Ring als Startup auf Crowdfunding-Plattformen debütierte, hat das Unternehmen aufgrund enger Zusammenarbeit mit der US-Polizei, der es Aufnahmen ohne richterliche Anordnung zur Verfügung stellte, Kontroversen ausgelöst. Als Reaktion auf die Maßnahmen des Technologiegiganten hat die Organisation Fulu Foundation, mitbegründet vom beliebten YouTuber Louis Rossmann, einen ungewöhnlichen Wettbewerb angekündigt. Es wurde eine Prämie in Höhe von 10.000 US-Dollar für einen Programmierer ausgelobt, dem es gelingt, die Ring-Klingeln aus der Amazon Cloud zu "befreien". Ziel der Initiative ist es, Nutzern zu ermöglichen, Aufnahmen auf eigenen Servern oder PCs zu speichern, wodurch der Konzern dauerhaft vom Zugriff auf private Videomaterialien abgeschnitten würde. Vertreter von Ring weisen die Vorwürfe zurück und behaupten, ihre Mission sei ausschließlich die Nachbarschaftssicherheit, und die Anschuldigungen über den Aufbau eines Systems zur Massenüberwachung seien unbegründet.

Mentioned People

  • Jamie Siminoff — Gründer und Hauptentwickler des Unternehmens Ring, Ideengeber der Search-Party-Funktion.
  • Louis Rossmann — YouTuber und Aktivist, der für das Recht auf Reparatur kämpft, Mitbegründer der Fulu Foundation.