Das Institut für Nationales Gedenken (IPN) hat die Behörden von Zamość und die deutsche Rosa-Luxemburg-Stiftung für die geplante feierliche Wiederanbringung einer Gedenktafel für die kommunistische Aktivistin kritisiert. Die Tafel war 2018 entfernt worden. Die für den 5. März im dortigen Rathaus geplante Veranstaltung umfasst eine Konferenz unter einem Motto, das einem Zitat Luxemburgs entnommen ist. Das IPN erinnert daran, dass sie eine Gegnerin der polnischen Unabhängigkeit war. An der Organisation beteiligt sind der Stadtpräsident von Zamość und der Direktor der polnischen Niederlassung der Stiftung.
Reaktion des IPN auf die Gedenkveranstaltung
Das Institut für Nationales Gedenken nannte die geplante Veranstaltung in einer scharfen Stellungnahme skandalös und schändlich und betonte die antipolnischen Ansichten Luxemburgs.
Geplante Veranstaltung am 5. März
Im Rathaus von Zamość ist eine Konferenz unter dem Titel „Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden“ sowie die erneute Enthüllung der Gedenktafel geplant.
Organisatoren und Teilnehmer
Die Veranstaltung wird von den Behörden Zamośćs gemeinsam mit der deutschen Rosa-Luxemburg-Stiftung organisiert. Eröffnet wird sie von Stadtpräsident Rafał Zwolak und Stiftungsdirektor Achim Kessler.
Geschichte der Gedenktafel
Die Gedenktafel für Rosa Luxemburg in Zamość wurde 2018 entfernt, was Teil einer breiteren Debatte über die Dekommunisierung des öffentlichen Raums war.
Das Institut für Nationales Gedenken (IPN) hat eine entschiedene Stellungnahme veröffentlicht, in der es die Pläne der Behörden von Zamość und der deutschen Rosa-Luxemburg-Stiftung zur Organisation einer Gedenkveranstaltung für diese Aktivistin scharf kritisierte. Die für den 5. März 2026 im Rathaus geplante Veranstaltung soll eine Konferenz unter dem Motto „Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden“ sowie die erneute Enthüllung einer Gedenktafel umfassen, die 2018 entfernt worden war. Das IPN bezeichnete diese Pläne in seiner Erklärung als „schändliche Entscheidung“ und „skandalöse Aktion“.
Organisatoren der Konferenz sind der Stadtpräsident von Zamość, Rafał Zwolak, und der Direktor der polnischen Vertretung der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Dr. Achim Kessler. Sie sollen die Veranstaltung eröffnen. Das Institut erinnerte in seiner Stellungnahme an die Ansichten Rosa Luxemburgs und betonte, dass sie eine „glühende Gegnerin der Wiedererlangung der polnischen Unabhängigkeit“ und eine überzeugte Kommunistin gewesen sei. Eine solche Darstellung steht im Widerspruch zur offiziellen Geschichtspolitik des polnischen Staates, die das Gedenken an die Helden des Unabhängigkeitskampfes fördert. Rosa Luxemburg Die Debatte über die Entfernung kommunistischer Symbole aus dem öffentlichen Raum in Polen hat sich nach 2015 mit der Verabschiedung des sogenannten Dekommunisierungsgesetzes verschärft. Das Gesetz verpflichtete die Kommunen, Denkmäler und Namen zu entfernen, die Personen oder Ereignisse im Zusammenhang mit dem totalitären System würdigten. Dieser Prozess wurde unterschiedlich aufgenommen und löste lokale Streitigkeiten über die Interpretation von Geschichte und Erinnerung aus.
Der Fall der Gedenktafel in Zamość ist kein Einzelfall. Ein Artikel stellt sie anderen kontroversen Initiativen gegenüber, wie der Ehrung des preußischen Königs Friedrich II. in Kostrzyn nad Odrą, der am Ersten Teil Polens mitverantwortlich war, oder der Bezeichnung „Unsere Jungs“ in Danzig im Kontext von Soldaten, die in der Wehrmacht dienten. Dies deutet auf einen breiteren Kontext von Streitigkeiten über Geschichtspolitik und Erinnerung in verschiedenen Regionen Polens hin. Die Kontroversen um die Person Luxemburgs haben auch eine internationale Dimension und beziehen die nach ihr benannte deutsche Stiftung ein, was der Veranstaltung einen zusätzlichen bilateralen Charakter verleiht. Die Entscheidung zur Wiederanbringung der Tafel stieß auf eine sofortige, entschiedene Reaktion der staatlichen Institution, die für die Erforschung und Verbreitung der jüngsten Geschichte Polens zuständig ist.
Mentioned People
- Róża Luksemburg — Kommunistische Aktivistin, marxistische Theoretikerin, geboren in Zamość, auf die sich die umstrittene Gedenktafel bezieht.
- Rafał Zwolak — Stadtpräsident von Zamość, der gemeinsam mit der deutschen Stiftung die Konferenz organisiert und die Veranstaltung eröffnen soll.
- Achim Kessler — Direktor der polnischen Vertretung der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Mitorganisator der Veranstaltung in Zamość.