Die Zentrale Operative Einheit der spanischen Guardia Civil (UCO) hat dem Richter Juan Carlos Peinado bestätigt, dass nur einer von 36 Auslandsflügen von Begoña Gómez, der Frau von Premierminister Pedro Sánchez, im Rahmen der Ermittlungen zu Wirtschaftskorruption relevant ist. Es handelt sich um eine Reise in die Dominikanische Republik im Jahr 2022 zu einem Kongress, an dem auch eine andere in der Sache untersuchte Person teilnahm. Die übrigen 35 Flüge stehen in keinem Zusammenhang mit Verdächtigen. Unterdessen hat das Unternehmen Amazon eine Anfrage des Richters zur Datenübermittlung abgelehnt und erinnerte an die Notwendigkeit, offizielle rechtliche und diplomatische Kanäle zu nutzen. Die Maßnahmen von Peinado werden von der regierenden Linken als politisch motiviert angesehen.
Polizeibericht stellt Ermittlungen infrage
Die spanische Polizei (UCO) hat den Richter informiert, dass nur einer von 36 Auslandsflügen Begoña Gómez der letzten fünf Jahre mit den Ermittlungen in Verbindung steht. Es handelt sich um eine Reise in die Dominikanische Republik im Jahr 2022 zu einem Wirtschaftskongress, an dem auch eine in die Sache verwickelte Assistentin teilnahm.
Amazon verweigert Zusammenarbeit
Das Unternehmen Amazon lehnte einen Antrag von Richter Peinado auf Informationsweitergabe ab und wies darauf hin, dass solche Anfragen über offizielle rechtliche und diplomatische Kanäle und nicht direkt an das Unternehmen gerichtet werden müssen. Dies ist eine weitere Niederlage des Ermittlers bei der Beweissammlung.
Politischer Charakter der Ermittlungen
Die Ermittlungen gegen die Frau des Premierministers, die ursprünglich auf Berichten der rechtsextremen Organisation Manos Limpias basierten, werden seit Monaten von der regierenden Linken als politisch motiviert und als Versuch angesehen, Premierminister Sánchez durch seine Familie zu diskreditieren.
Kritik an den Handlungen des Richters
Spanische Medien, darunter EL PAÍS, beschreiben die jüngsten Ermittlungshandlungen von Richter Peinado als "hace agua" (macht Wasser), was darauf hindeutet, dass seine Thesen keine faktische Bestätigung finden und die Ermittlungen auseinanderfallen.
Die Zentrale Operative Einheit (UCO) der spanischen Guardia Civil hat dem Ermittlungsrichter Juan Carlos Peinado einen Bericht vorgelegt, der die Grundlage seiner Ermittlungen gegen Begoña Gómez, die Frau von Premierminister Pedro Sánchez, erheblich schwächt. Nach Informationen aus dem Bericht, der mehreren spanischen Redaktionen vorliegt, kann nur einer von 36 Auslandsflügen Gómez der letzten fünf Jahre mit dem Gegenstand der Ermittlungen in Verbindung gebracht werden. Es handelt sich um eine Reise in die Dominikanische Republik im Jahr 2022, die Gómez mit Air Europa unternahm, um an einem Wirtschaftskongress teilzunehmen. An derselben Veranstaltung nahm auch eine Assistentin teil, die eine der in der Wirtschaftskorruptionssache untersuchten Personen ist. Die übrigen 35 Flüge, darunter 17 Auslandsreisen, die vom Innenministerium erfasst wurden, standen in keinem Zusammenhang mit Personen, die in den Ermittlungen verdächtigt werden. Das Verfahren gegen Begoña Gómez, die des bezahlten Protektionismus und der Wirtschaftskorruption beschuldigt wird, wurde im Frühjahr 2024 auf Grundlage einer Anzeige der rechtsextremen Organisation Manos Limpias eingeleitet, die sich auf Presseberichte berief. Die Ermittlungen haben von Anfang an eine starke politische Dimension und sind Teil eines größeren Kampfes zwischen der spanischen Rechten und der linken Regierung von Premierminister Sánchez.Der UCO-Bericht stellt einen schweren Schlag für die Ermittlungsstrategie von Richter Peinado dar, der nachzuweisen versuchte, dass Gómez regelmäßig in Begleitung von Personen reiste, die in angebliche Missbräuche verwickelt waren. Die Polizei bestätigte jedoch nur einen solchen Fall. Als Reaktion auf diese Berichte stellte die Zeitung EL PAÍS klar fest, dass die Ermittlungen des Richters "hace agua" machen, was im Spanischen bedeutet, dass sie auseinanderfallen oder keine soliden Grundlagen haben. Andere Medien wie eldiario.es betonen, dass die Polizei nach intensiven Nachforschungen "nur eine" mit der Sache verbundene Reise "lokalisieren konnte". Eine weitere Niederlage für Richter Peinado ist der entschiedene Widerstand des Unternehmens Amazon gegen seine Forderungen. Das Unternehmen erinnerte den Richter in einem an das Gericht gerichteten Schreiben an die geltenden "rechtlichen und diplomatischen Kanäle" ("cauces legales y diplomáticos") für Anträge auf Informationsweitergabe. Amazon wies darauf hin, dass solche Anfragen über offizielle, gesetzlich vorgeschriebene Wege und nicht direkt an ein internationales Unternehmen gerichtet werden müssen. Dieser Vorfall wird als weiterer Beweis für Verfahrensfehler in den laufenden Ermittlungen angesehen. „Amazon recuerda al juez Peinado los cauces legales y diplomáticos para solicitar información.” (Amazon erinnert Richter Peinado an die rechtlichen und diplomatischen Kanäle für Informationsanfragen.) — Amazon Der Fall Begoña Gómez bleibt einer der umstrittensten Punkte der spanischen Politik. Die regierende Spanische Sozialistische Arbeiterpartei (PSOE) und ihre Verbündeten beschuldigen Richter Peinado und die Staatsanwaltschaft seit Monaten, eine "politische Hexenjagd" zu betreiben, um Premierminister Sánchez durch einen Angriff auf seine Familie zu diskreditieren. Andererseits stellt die rechte Opposition, darunter die Volkspartei (PP) und die Partei Vox, die Ermittlungen als Beweis für Nepotismus und Korruption an der Spitze der Macht dar. Der neueste Polizeibericht, der auf einen Mangel an Beweisen für ein breites Spektrum von Vorwürfen bezüglich der Reisen hinweist, könnte von der Regierung als Argument für eine Einstellung des Verfahrens oder zumindest eine erhebliche Einschränkung genutzt werden. Unterdessen gibt Richter Peinado offenbar nicht auf und erweitert den Umfang der Ermittlungen, was sogar von Teilen der Rechtsgemeinschaft kritisiert wird, die auf das Risiko eines Missbrauchs der richterlichen Gewalt für politische Zwecke hinweisen.
Mentioned People
- Begoña Gómez — Ehefrau des spanischen Premierministers Pedro Sánchez, Verdächtige in Ermittlungen zu Wirtschaftskorruption.
- Juan Carlos Peinado — Spanischer Ermittlungsrichter, der die Ermittlungen gegen Begoña Gómez führt.
- Pedro Sánchez — Premierminister Spaniens, Ehemann von Begoña Gómez.