Die Streaming-Plattform Netflix hat eine Dokumentarserie veröffentlicht, die die toxische Arbeitskultur bei der Produktion der beliebten Show America's Next Top Model aufdeckt. Die Dokumentation "Reality Check" stellt zahlreiche Vorwürfe von Ausbeutung, Sexismus und Rassismus dar, mit denen Teilnehmerinnen konfrontiert waren. Im Hintergrund der Kontroversen tauchen bekannte TV-Persönlichkeiten wie Tyra Banks und Miss J. Alexander auf und werfen ein neues Licht auf die in Reality-Shows angewandten Manipulationsmechanismen.

Vorwürfe von Ausbeutung und Rassismus

Ehemalige Teilnehmer und Mitarbeiter werfen der Produktion Sexismus, Rassismus und systematische Ausbeutung junger Models vor, um die Dramatik der Serie zu steigern.

Die Rolle von Tyra Banks

Die Dokumentation analysiert den Einfluss von Tyra Banks auf die Atmosphäre am Set und legt nahe, dass die Produzentin sich der Manipulation von Teilnehmerinnen schuldig gemacht habe.

Das Trauma von J. Alexander

Der berühmte Laufstegtrainer Miss J. Alexander gestand, dass der Prozess der Verarbeitung der Wunden nach der Teilnahme an der Show trotz der vergangenen Jahre immer noch andauert.

Die Netflix-Dokumentarserie mit dem Titel "Reality Check: Inside America's Next Top Model" hat in den Medien große Wellen geschlagen und eine Debatte über die Ethik von TV-Produktionen ausgelöst. Die Produktion besteht aus drei Episoden, in denen ehemalige Teilnehmerinnen und Mitarbeiter von traumatischen Erfahrungen am Set berichten. Die Hauptvorwürfe betreffen Ausbeutung, Body-Shaming (Erniedrigung aufgrund des Aussehens) und gezielte emotionale Manipulation zur Steigerung der Einschaltquoten. Die Macher der Dokumentation, Daniel Sivan und Mor Loushy, betonten, dass das Projekt unabhängig von der Zustimmung von Tyra Banks zur Teilnahme an den Aufnahmen entstanden wäre. Eine wichtige Stimme in der Dokumentation ist J. Alexander, bekannt als Miss J, der zugab, immer noch mit den emotionalen Folgen der Arbeit an der Show zu kämpfen. Die Dokumentation analysiert, wie die Show, die unter der Führung von Banks Vielfalt fördern sollte, zu einem Ort wurde, an dem schädliche Stereotype und Rassismus verfestigt wurden. Obwohl Tyra Banks die Rolle der ausführenden Produzentin und Mentorin innehatte, deutet das Bild, das aus der Dokumentation hervorgeht, darauf hin, dass die Teilnehmerinnen objektiviert und ihr psychisches Wohlbefinden angesichts der Anforderungen des Reality-Show-Formats in den Hintergrund gedrängt wurde. Die Show America's Next Top Model startete 2003 und revolutionierte Wettbewerbsformate, wurde zu einem globalen Phänomen, das in über 170 Ländern ausgestrahlt wurde.Das Publikum, das heute auf Archivaufnahmen zurückblickt, erkennt Momente, die nach heutigen gesellschaftlichen Standards als inakzeptabel gelten würden. Die Regisseure der Dokumentation konzentrierten sich nicht nur auf die Opfer, sondern auch auf die Promi-Berater, die am Aufbau dieser kontroversen Macht beteiligt waren. Die Zeugnisse der Teilnehmerinnen werfen Licht auf die extremen Bedingungen, unter denen junge Mädchen zum Wettbewerb gezwungen wurden, oft ohne angemessene psychologische Betreuung oder rechtlichen Schutz. „Ich versuche immer noch, all das zu verdauen und mit dem klarzukommen, was hinter den verschlossenen Türen der Produktion passiert ist.” — J. Alexander

Mentioned People

  • Tyra Banks — Schöpferin und Moderatorin der Show, verdächtigt, eine toxische Arbeitskultur geschaffen zu haben.
  • J. Alexander — Bekannt als Miss J, Laufstegtrainer und Juror in der Show.
  • Daniel Sivan — Co-Regisseur der Netflix-Dokumentation Reality Check.