Der Chef des Konzerns Meta, Mark Zuckerberg, trat vor einem Bundesgericht in Los Angeles auf, um sich zu Vorwürfen zu äußern, dass Algorithmen absichtlich so gestaltet seien, dass sie Kinder und Jugendliche süchtig machen. In dem von Eltern und einer 20-jährigen Klägerin angestrengten Prozess verteidigte der Milliardär die Sicherheitspolitik von Instagram und Facebook. Er räumte jedoch ein, dass das Unternehmen zu langsam effektive Altersverifikationssysteme eingeführt habe, was Millionen Minderjährigen ermöglichte, die Dienste entgegen den offiziellen Nutzungsbedingungen zu nutzen.

Während einer achtstündigen Befragung vor der Geschworenenbank in Los Angeles wies Mark Zuckerberg die Vorwürfe zurück, seine Plattformen seien mit dem Ziel der Suchterzeugung entwickelt worden. Der Prozess wird von Kommentatoren als „Big-Tobacco-Moment” für die Technologiebranche bezeichnet, was auf historische Verfahren gegen Tabakkonzerne anspielt. Die Klägerin, bekannt als KGM, wirft Meta vor, Mechanismen wie endloses Scrollen einzusetzen, die bei ihr zu schweren psychischen Gesundheitsproblemen geführt hätten. Zuckerberg argumentierte, diese Funktionen dienten der Nutzerfreundlichkeit, nicht der Manipulation. Im Jahr 1998 schlossen US-Tabakkonzerne die Master Settlement Agreement (MSA) und verpflichteten sich zur Zahlung von Milliarden Dollar Entschädigung für die Vertuschung von Wissen über die Schädlichkeit des Rauchens. Die aktuellen Verfahren gegen Big Tech zielen darauf ab, ähnliche bewusste Fahrlässigkeit in Bezug auf die psychische Gesundheit von Kindern nachzuweisen. Ein wichtiger Moment der Befragung war die Konfrontation des Meta-Chefs mit internen Unternehmensdokumenten. Diese zeigen, dass im Jahr 2015 bis zu 4 Millionen Kinder unter 13 Jahren Instagram nutzten, was etwa ein Drittel dieser Altersgruppe in den USA ausmachte. Zuckerberg räumte ein: <zitat autor=