Ehemalige Telefonzellen in Deutschland erhalten ein zweites Leben dank der Kreativität der Bürger. Obwohl es in den 90er Jahren über 160.000 gab, plant die Deutsche Telekom heute die Entfernung der letzten Exemplare. Statt auf den Schrott zu wandern, werden die charakteristischen Zellen zu Bibliotheken, Kleiderschränken oder sogar Gartenduschen umgebaut. Viele Städte wie Dresden oder Köln fördern diese ökologischen Lösungen im Sinne der Kreislaufwirtschaft.
Ende der Ära öffentlicher Telefonie
Die Deutsche Telekom plant bald die Entfernung der letzten Exemplare von Apparaten inmitten deutscher Städte und beendet damit einen seit Jahrzehnten andauernden Prozess.
Innovatives Upcycling
Statt in der Hütte landen Zellen als Bibliotheken, Kleiderschränke oder Gartenduschen und dienen lokalen Gemeinschaften.
Lokale Initiativen
In Dresden entstanden mehrere Dutzend Buch-Tauschpunkte, und in Köln dienen Zellen als Punkte für den kostenlosen Austausch von Haushaltsgeräten.
Die deutsche Stadtlandschaft erfährt einen bedeutenden Wandel, da die Deutsche Telekom den Abbau der letzten Telefonzellen ankündigt. Doch nicht alle Konstruktionen enden als Schrott. In ganz Deutschland wächst der Trend, diese Objekte für neue, soziale Funktionen zu adaptieren. Die beliebteste Lösung ist die Einrichtung von öffentlichen Bücherschränken. Beispielsweise gibt es allein in Dresden und Umgebung bereits mehrere Dutzend, was den Bewohnern den Austausch von Lektüre erleichtert und die Lesekultur fördert. In Köln wiederum wurde eine Zelle zu einer sogenannten Tauschbox, also einem Punkt für den Austausch materieller Güter. Nachbarn können dort nicht mehr benötigte Haushaltswaren oder Kleidung hinterlassen, um ihnen die Chance auf einen neuen Besitzer zu geben. Ungewöhnlichere Projekte umfassen die Umwandlung von Zellen in Gartenduschen, Gewächshäuser oder sogar Verkaufsstellen für Eier, wie ein Sprecher des nationalen Betreibers bestätigt. Der massive Abbau von Telefonzellen begann in Europa mit der Verbreitung der Mobiltelefonie zu Beginn des 21. Jahrhunderts, was öffentliche Apparate unrentabel und selten genutzt machte. Diese Transformation ist Teil eines breiteren Trends des Upcyclings, der darauf abzielt, Abfälle zu reduzieren und Symbole alter Technologie in moderner Form zu bewahren. Obwohl nostalgische Objekte aus den 90er Jahren als Kommunikationspunkte von den Straßen verschwinden, erweisen sich ihre stabilen Gehäuse als ideal, um Bücher vor Regen zu schützen oder kleine Verkaufsstellen zu schaffen. An der Küste der Ostsee dienen ehemalige Zellen sogar praktischen Funktionen für Touristen, was zeigt, dass die Kreativität lokaler Gemeinschaften keine Grenzen kennt, wenn es darum geht, Relikte der Vergangenheit vor dem Vergessen zu bewahren.160 000 — Telefonzellen waren in den 90er Jahren in Deutschland in Betrieb.Anzahl der Telefonzellen in Dresden (Beispiele für Nutzungen): Bibliotheken: 12, Tauschschränke: 4, Andere Funktionen: 3 „Statt der Entsorgung erhalten viele Zellen ein zweites Leben als private Duschen, Gewächshäuser oder sogar Eierverkaufsstellen.” — Sprecher der Deutschen Telekom