Die Behörden in Sachsen verzeichnen einen systematischen Anstieg der Zahl privater Waffenbesitzer und der erteilten Genehmigungen für sogenannte Gaswaffen. Daten des Innenministeriums zufolge waren Ende 2025 in den Registern über 32.000 Personen mit einem Arsenal von fast 158.000 Waffeneinheiten erfasst. Dieses Phänomen bereitet Teilen der Politik Sorgen, die auf gesellschaftliche Veränderungen und ein Gefühl der Bedrohung unter den Bürgern hinweisen.

Rekordstatistiken bei Aufrüstung

Ende 2025 wurden in Sachsen 158.000 Waffeneinheiten registriert, was einem Anstieg von 11.000 innerhalb von fünf Jahren entspricht.

Anstieg der Besitzerzahl

Derzeit leben in der Region 32.800 lizenzierte Waffenbesitzer, 300 mehr als im Vorjahr.

Beliebtheit von Gaswaffenscheinen

Einwohner beantragen immer häufiger kleine Waffenscheine für Alarm- und Gaswaffen, was auf ein Bedürfnis nach Selbstverteidigung hindeutet.

Im südöstlichen Deutschland, konkret im Bundesland Sachsen, ist ein fortschreitender Trend der Aufrüstung in der Zivilbevölkerung zu beobachten. Wie aus der Antwort des Innenministeriums auf eine parlamentarische Anfrage hervorgeht, waren dort Ende 2025 32.800 private Waffenbesitzer registriert. Dies bedeutet einen Anstieg um 300 Personen innerhalb nur eines Jahres. Noch deutlicher ist die Dynamik bei der Zahl der Waffeneinheiten im legalen Umlauf, die um fast 2.500 Stück stieg und einen Stand von knapp 158.000 erreichte. Besonders beliebt ist die sogenannte kleine Waffenbesitzkarte, die das Tragen von Gas- oder Signalpistolen in der Öffentlichkeit ermöglicht. Dieser Anstieg ist insbesondere im langfristigen Kontext sichtbar – im Vergleich zum Jahr 2020 hat sich die Zahl der registrierten Waffeneinheiten um etwa 11.000 erhöht. Nach Ansicht der Linken lässt sich dieses Interesse nicht allein mit der wachsenden Beliebtheit des Sportschießens erklären. Das deutsche Waffenrecht gilt als eines der restriktivsten in Europa. Es wurde nach einer Reihe tragischer Schießereien an Schulen in Erfurt (2002) und Winnenden (2009) deutlich verschärft, was strenge psychologische Anforderungen für junge Schützen einführte.„Allein mit dem Interesse am Sportschießen lässt sich nicht erklären, dass sich immer mehr Menschen in Sachsen für den Kauf einer Waffe entscheiden.” — Juliane NagelPolitiker wie Juliane Nagel von der Partei Die Linke warnen, dass die wachsende Zahl von Waffen in privaten Händen zu einer Eskalation von Gewalt führen und auf ein sinkendes Vertrauen in die für die Sicherheit zuständigen staatlichen Institutionen hindeuten könnte. Vertreter des Innenministeriums betonen hingegen, dass alle Prozesse im Rahmen des geltenden Rechts erfolgen und jede Person, die einen Waffenschein beantragt, auf Strafunbescholtenheit und Zuverlässigkeit überprüft wird. Anzahl registrierter Waffeneinheiten in Sachsen: 2020: 146500, 2024: 156300, 2025: 158000 +10 800 — Waffeneinheiten kamen in Sachsen innerhalb von 5 Jahren hinzuBetont die Gefahr für die öffentliche Sicherheit und kritisiert die Militarisierung der Gesellschaft als Ergebnis von Ängsten. | Unterstreicht die Legalität des Vorgehens, das Recht auf Selbstverteidigung und die Tatsache, dass die meisten Waffen sportlichen oder jagdlichen Zwecken dienen.

Mentioned People

  • Juliane Nagel — Abgeordnete der Partei Die Linke im Sächsischen Landtag, die eine Anfrage an das Innenministerium gerichtet hat.