Das deutsche Bundesland Sachsen-Anhalt startet ein spezielles Betreuungsprogramm für ausländische Beschäftigte im Gesundheitssektor, um sie auf dem lokalen Arbeitsmarkt zu halten. Bis 2035 werden in der Region schätzungsweise 24.000 qualifizierte Pflegekräfte fehlen. Das Deutsche Rote Kreuz erhält dafür bis 2028 1,47 Millionen Euro. Vier Betreuer werden neuen Mitarbeitern bei der beruflichen und sozialen Integration helfen.

Erheblicher Personalmangel

Sachsen-Anhalt schätzt, dass bis 2035 etwa 24.000 zusätzliche qualifizierte Fachkräfte im Gesundheits- und Pflegebereich fehlen werden. Dies ist einer der Hauptgründe für die Einführung des neuen Programms.

Programm „Kümmererstruktur”

Das Projekt sieht die Einstellung von vier Betreuern vor, die ausländische Fachkräfte individuell unterstützen. Ihre Aufgabe ist es, bei Behördengängen, der Suche nach Kinderbetreuung oder der Anmeldung zu Sprachkursen zu helfen.

Finanzierung bis 2028

Für die Umsetzung des Projekts bis 2028 wurden insgesamt 1,47 Millionen Euro bereitgestellt. Die Mittel gehen an das Deutsche Rote Kreuz, das den Betrieb des Programms übernimmt.

Langfristige Ziele

Das Hauptziel ist nicht nur die Gewinnung von Fachkräften, sondern deren langfristige Bindung an Sachsen-Anhalt. Das Ministerium hofft, dass eine umfassende Betreuung außerhalb des Arbeitsplatzes dem Gefühl der Einsamkeit entgegenwirkt.

Das deutsche Bundesland Sachsen-Anhalt startet ein Pilotprogramm, um ausländische Fachkräfte im Gesundheitssektor zu halten. Das Projekt namens „Kümmererstruktur” ist eine Antwort auf den gravierenden Personalmangel. Schätzungen zufolge werden bis 2035 in der Region etwa 24.000 qualifizierte Pflegekräfte fehlen. Deutschland kämpft seit Jahren mit einem Mangel an Pflegekräften, der sich nach 2010 durch die alternde Gesellschaft verschärft hat. Als Reaktion darauf wurde 2013 das sogenannte „Pflegepersonal-Stärkungsgesetz” eingeführt und 2020 die Anerkennungsverfahren für Fachkräfte aus Nicht-EU-Staaten vereinfacht. Das Programm wird vom Deutschen Roten Kreuz durchgeführt und aus dem Landeshaushalt finanziert. Für die Jahre 2024 bis 2028 sind dafür 1,47 Millionen Euro vorgesehen. Ein Schlüsselelement ist die Einstellung von vier Betreuern, die neu zugewanderten Fachkräften individuelle Unterstützung bieten. Ihre Aufgaben umfassen Hilfe in Alltagsangelegenheiten wie Behördengänge, die Organisation von Kinderbetreuung oder die Suche nach geeigneten Sprachkursen. Die Ministerin für Arbeit und Gesundheit in Sachsen-Anhalt, Petra Grimm-Benne, betonte bei der Vorstellung in Magdeburg, dass genau diese „verlässliche Betreuungsstruktur” der Schlüssel zum Erfolg sei. Sie ermögliche nicht nur die Rekrutierung, sondern auch die langfristige Bindung von Fachkräften. „Eine verlässliche Kümmererstruktur ist der Schlüssel dafür, dass Fachkräfte nicht nur gewonnen werden, sondern sich dafür entscheiden, in Sachsen-Anhalt langfristig zu bleiben.” — Ministerin für Arbeit und Gesundheit des Bundeslandes Sachsen-Anhalt, Mitglied der SPD. Das Programm fügt sich in die breitere Strategie Deutschlands ein, das seit Jahren aktiv medizinisches Personal aus dem Ausland rekrutiert, vor allem aus Südostasien und Osteuropa. Sachsen-Anhalt hat als Region mit relativ geringer wirtschaftlicher Attraktivität besondere Schwierigkeiten, mit reicheren Bundesländern wie Bayern oder Baden-Württemberg um Fachkräfte zu konkurrieren. Das neue System soll diesen Vorteil ausgleichen, indem es umfassende außerberufliche Unterstützung bietet, die dem Gefühl der Einsamkeit und Isolation im neuen Land entgegenwirken soll. Der Erfolg des Programms wird nicht nur für das lokale Gesundheitssystem von Bedeutung sein, sondern könnte auch als Vorbild für andere deutsche Regionen dienen, die mit ähnlichen demografischen und personellen Herausforderungen kämpfen.

Mentioned People

  • Petra Grimm-Benne — Ministerin für Arbeit und Gesundheit des Bundeslandes Sachsen-Anhalt, Mitglied der SPD.