Das russische Justizministerium hat den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) in die Liste unerwünschter Organisationen aufgenommen, was einem faktischen Verbot seiner Tätigkeit in Russland gleichkommt. Diese Entscheidung zwingt zur Schließung des Büros in Moskau sowie des Deutschen Hauses für Wissenschaft und Innovation. Die deutsche Regierung verurteilte diesen Schritt scharf und nannte ihn einen Schlag gegen die Wissenschaftsfreiheit und einen Versuch, die russische Gesellschaft vollständig von westlichen wissenschaftlichen Kontakten zu isolieren.
Verbot der Tätigkeit des DAAD
Russland hat den DAAD zur unerwünschten Organisation erklärt, was die Institution zur Schließung ihrer Büros in Moskau und zur Einstellung aller Projekte zwingt.
Gefahr für Studierende
Kontakt mit dem DAAD droht nun russischen Bürgern mit strafrechtlicher Verantwortung, was 200 Stipendiaten in Deutschland betrifft.
Protest der deutschen Regierung
Minister Johann Wadephul fordert die Rücknahme des Verbots, nennt es einen Akt der Isolation und einen Schlag gegen die akademische Freiheit.
Die russischen Behörden haben die drastische Entscheidung getroffen, den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) als unerwünschte Organisation einzustufen. Diese Entscheidung führt zur sofortigen Einstellung der Arbeit des DAAD-Büros in Moskau und der Einrichtung DWIH. Dies ist eine weitere Etappe bei der Eliminierung ausländischer Institutionen, die Bildung und Wissenschaft in Russland unterstützen. Bundesaußenminister Johann Wadephul bezeichnete diese Maßnahme als Angriff auf die Wissenschaftsfreiheit und ein deutliches Signal für das Streben des Kremls nach Selbstisolation. Die deutsche Regierung fordert die Rücknahme dieser Restriktionen und betont, dass sie völlig unbegründet seien und junge Menschen treffen, die nach Wissen streben. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) wurde 1925 gegründet und ist die weltweit größte Organisation zur Förderung der internationalen Hochschulzusammenarbeit sowie des Austauschs von Studierenden und Wissenschaftlern. Für russische Studierende und Forscher bedeutet dieser Status die Kriminalisierung jeglicher Kontakte mit dem DAAD. Derzeit halten sich etwa 200 Stipendiaten aus Russland in Deutschland auf, deren rechtliche Situation aufgrund des Risikos von Repressalien nach der Rückkehr in ihre Heimat unsicher geworden ist. Experten weisen darauf hin, dass dies das Ende einer jahrelangen Präsenz deutscher Stiftungen in diesem Land darstellt, die seit 2022 systematisch aus dem russischen öffentlichen Raum entfernt werden. „Russland schafft bewusst eine Atmosphäre der Angst und Isolation. Kontakte mit dem Ausland werden zunehmend kriminalisiert.” — Johann Wadephul Die akademische Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern, die selbst die schwierigsten Phasen des Kalten Krieges überdauert hat, steht nun am Rande eines vollständigen Abbruchs. DWIH in Moskau war ein zentraler Kontaktpunkt für Innovatoren beider Staaten, und seine Schließung schließt die letzten Kanäle des offiziellen Dialogs. 200 — russische Stipendiaten studieren derzeit in Deutschland Deutsche liberale Medien betonen das tragische Schicksal russischer Studierender und die endgültige Abkopplung Russlands von westlichem demokratischem und wissenschaftlichem Gedankengut. | Konservative Medien legen Wert auf die Notwendigkeit einer harten diplomatischen Antwort und den Schutz der derzeit in der Russischen Föderation befindlichen Stipendiaten.
Mentioned People
- Johann Wadephul — Bundesminister des Auswärtigen Deutschlands, der die russischen Restriktionen gegen den DAAD scharf verurteilte.