Die spanische Kommission zur Untersuchung von Eisenbahnunfällen hat schwerwiegende Unstimmigkeiten in der Dokumentation über Schienenschweißungen auf dem Streckenabschnitt aufgedeckt, wo sich das tragische Unglück in Adamuz ereignete. Verkehrsminister Óscar Puente räumte ein, dass der Infrastrukturbetreiber Adif einen Fehler begangen habe, indem er die Justiz nicht unverzüglich über die Sicherstellung von Beweismaterial informierte. Die ermittelnde Richterin ordnete die Öffnung und Analyse der Flugschreiber (Blackbox) der Züge an, die am 5. März in Madrid erfolgen soll.
Inkonsistente Schweißdaten
Die technische Dokumentation über die Schienenschweißungen vom Mai 2025 enthält Fehler, was die Qualität der Instandhaltungsarbeiten in Frage stellt.
Analyse der Blackbox
Das Gericht hat den 5. März als Termin für die Öffnung der Fahrtdatenschreiber der Züge in Madrid festgelegt, um Geschwindigkeit und Systemreaktionen zu ermitteln.
Verfahrensfehler von Adif
Der Verkehrsminister räumte ein, dass die Entfernung von Beweismaterial vom Unfallort ohne richterliche Genehmigung ein unzulässiges Versäumnis war.
Gepäck als Todesursache
Vorläufige Gutachten deuten darauf hin, dass ungesichertes Gepäck in den Waggons während des Unfalls zu tödlichen Geschossen wurde.
Die Ermittlungen zum tragischen Zugunglück in Adamuz sind nach der Enthüllung kontroverser technischer Erkenntnisse in eine neue, entscheidende Phase getreten. CIAF übermittelte der Guardia Civil Informationen über wesentliche Unstimmigkeiten in der Dokumentation der Schienenschweißungen auf den Strecken, die im Mai 2025 erneuert worden waren. Obwohl die Ermittler die Sabotage-Hypothese für sehr unwahrscheinlich halten, rücken technische und verfahrenstechnische Fehler in den Vordergrund. Verkehrsminister Óscar Puente geriet nach seiner Aussage, dass Adif Material von der Unfallstelle entfernt habe, ohne zuvor das Gericht zu informieren, in die Kritik. Der Minister verteidigte die Institution und behauptete, diese Handlung sei nicht böswillig, sondern auf ein Kommunikationsversagen zurückzuführen. Gleichzeitig wies Puente Vorschläge über eine radikale Änderung der Sicherheitsmarginen im Eisenbahnverkehr, die von Untersuchungsbehörden nahegelegt werden könnten, zurück und bezeichnete solche Schritte im derzeitigen System als undurchführbar. Die Ermittlungsrichterin hat bereits die Zustimmung zur Auslesung und detaillierten Analyse der Daten aus den Fahrtdatenschreibern (Blackbox) beider am Vorfall beteiligter Züge erteilt. Das spanische Eisenbahnnetz kämpfte trotz eines hohen Modernisierungsgrades in den letzten Jahren mit Problemen bei der Infrastrukturerhaltung und Personalskandalen in der Adif-Führung.Der technische Aspekt wird durch die Aussagen der Lokführer ergänzt – die Guardia Civil verhörte 19 Mitarbeiter, die an dem Unfalltag Züge auf dieser Strecke fuhren, doch nur einer von ihnen meldete das Gefühl eines ungewöhnlichen Schlags. Ein zusätzlicher Faktor, der laut Ermittlern die Zahl der Opfer erhöhte, war die Gewalteinwirkung von losem Gepäck in den Waggons zum Zeitpunkt der Kollision. Im Rahmen der Tragödie kam es auch zu einer Geste der Solidarität: Die Städte Huelva und Adamuz kündigten eine Partnerschaft an, um der Opfer der Katastrophe zu gedenken. Parallel dazu tobt ein politischer Streit um die Abwesenheit von Ministerin María Jesús Montero bei den Feierlichkeiten zum Tag Andalusiens, was die Regionalregierung als Missachtung der Opfer und der lokalen Gemeinschaft bewertete. Der Tag Andalusiens, der am 28. Februar begangen wird, erinnert an das Referendum von 1980, bei dem sich die Einwohner für die Autonomie der Region aussprachen, und ist das wichtigste lokale Fest.„Adif erró al no avisar inmediatamente a la Justicia del material retirado en Adamuz” (Adif hat einen Fehler begangen, indem es die Justiz nicht unverzüglich über das in Adamuz entfernte Material informierte.) — Óscar Puente
Perspektywy mediów: Liberale und regierungsnahe Medien betonen den prozeduralen Charakter der Adif-Fehler und die Offenheit von Minister Puente zur Aufklärung der Angelegenheit. Konservative Presse kritisiert scharf das Chaos im Verkehrsministerium und wirft der regierungsbildenden Ministerin Montero mangelndes Mitgefühl gegenüber den Opfern der Tragödie vor.
Mentioned People
- Óscar Puente — Spanischer Minister für Verkehr und nachhaltige Mobilität.
- María Jesús Montero — Erste Vizepräsidentin und Finanzministerin Spaniens.