Die wachsende Popularität der Therian-Subkultur, in der junge Menschen eine tiefe tierische Identität deklarieren, löst in Spanien und Mexiko eine breite gesellschaftliche Diskussion aus. Dieses Phänomen, angetrieben durch soziale Medien wie TikTok, geht über bloßes Verkleiden hinaus. Experten analysieren die psychologischen Aspekte dieser Identifikation, während Rechtsanwälte und Politiker über den rechtlichen Schutz dieser Gruppe vor Mobbing in Schulen und ihren Status auf dem Arbeitsmarkt nachdenken.
Identität statt Kostüm
Therianer deklarieren eine innere Identifikation mit Tieren, was sie von der Subkultur Furries unterscheidet, die sich auf den visuellen und ästhetischen Bereich konzentriert.
Legislative Initiativen
In Nuevo León in Mexiko wurde ein Entwurf für ein Antidiskriminierungsgesetz eingereicht, um Therianer vor Mobbing durch Gleichaltrige zu schützen.
Debatte über Arbeit
Spanische Experten analysieren, ob Arbeitsordnungen das Tragen tierischer Attribute durch Mitarbeiter im Rahmen des Dresscodes verbieten können.
Das Phänomen Therian wird im öffentlichen Raum Westeuropas und Lateinamerikas immer sichtbarer. Diese Personen, hauptsächlich im Teenageralter, tragen nicht nur Masken oder Schwänze, sondern imitieren auch Tierbewegungen wie Sprünge oder Galopp auf allen Vieren. Im Gegensatz zu Furries betonen Therianer, dass ihre Verbindung zum Tier einen Charakter eines inneren identitätsstiftenden Erlebnisses hat und nicht nur eine Form künstlerischen Ausdrucks ist. Das Phänomen gewinnt durch soziale Plattformen an Dynamik, wo Teenager Tutorials zur Verbesserung ihrer Bewegungstechniken veröffentlichen und ihre Erfahrungen teilen. Experten weisen darauf hin, dass es für viele eine Form der Suche nach der eigenen Identität in einer sich dynamisch verändernden Welt ist, auch wenn diese Verhaltensweisen für Außenstehende oft irrational erscheinen. Der Begriff Therianthropie stammt aus der Terminologie der Internet-Subkulturen der 1990er Jahre, doch seine Wurzeln reichen bis zu viel älteren Glaubensvorstellungen an die Therianthropie – die mythische Fähigkeit von Menschen, sich in Tiere zu verwandeln, die im Folklore vieler Kulturen seit der Antike präsent ist. Die Debatte um diese Gruppe hat sich auf rechtlichem und beruflichem Terrain verlagert. Im mexikanischen Bundesstaat Nuevo León wurde ein Gesetzesentwurf eingereicht, der Therianer vor Mobbing und Ausgrenzung schützen soll. Gleichzeitig diskutieren spanische Medien über die Zulässigkeit tierischer Kleidung am Arbeitsplatz, was Fragen nach den Grenzen persönlicher Freiheit und internen Firmenregelungen aufwirft. Einige Kommentatoren bewerten die Situation als Ausdruck einer Krise traditioneller Sozialstrukturen, während Menschenrechtsverteidiger zu Empathie und Verständnis für junge Menschen aufrufen. 28 lat — Alter des Mannes in der Pferdemaske, der die Einreichung einer Petition zum Schutz von Therianern in Mexiko unterstützte Psychologen betonen, dass die meisten Therianer sich vollständig ihres physischen Menschseins bewusst sind und ihre Identifikation eine spirituelle oder psychologische Sphäre darstellt. Die wachsende Zahl von Treffen in Städten wie Barcelona zeugt vom Bedürfnis, Gemeinschaft unter Personen mit ungewöhnlichen Identitätsempfindungen aufzubauen. In naher Zukunft wird ein weiterer Anstieg öffentlicher Veranstaltungen erwartet, die diese Gemeinschaft in ganz Spanien versammeln, was die landesweite Diskussion über die Grenzen der Speziesidentität sicherlich aufrechterhalten wird.
Betonung der Freiheit des Einzelnen zur Selbstbestimmung und Schutz marginalisierter Gruppen vor Mobbing als gesellschaftliche Priorität. | Kritik als Beispiel für den Verfall zivilisatorischer Normen und übermäßigen Identitätsrelativismus auf Kosten gesunden Menschenverstands.
Mentioned People
- Mauricio Castillo — Rechtsanwalt, der den Gesetzesentwurf zum Schutz von Therianern im Kongress des Bundesstaates Nuevo León eingereicht hat.
- Alfonso Arús — Spanischer Fernsehmoderator, der eine Debatte über Therian-Kleidung am Arbeitsplatz führte.